Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Von wegen Müll: Neustädter zeigen Dresdner CDU-Stadtrat Peter Krüger ihr Viertel

Von wegen Müll: Neustädter zeigen Dresdner CDU-Stadtrat Peter Krüger ihr Viertel

Mit seinen Äußerungen zur Dresdner Neustadt hatte CDU-Stadtrat Peter Krüger im Oktober Bewohner und Fans des Szeneviertels gegen sich aufgebracht. „Nur Dreck und Verwahrlosung! Was ist daran schön?“ hatte der Lokalpolitiker aus dem Wahlkreis Tolkewitz, Seidnitz, Gruna auf Facebook ein Bild der Rothenburger Straße kommentiert.

Voriger Artikel
15. Neustädter advent in Dresden: Prominenz liest Weihnachtliches
Nächster Artikel
Kräuter, Zahlen und Geschichte - Hansgeorg Briese vermittelt Wissen über Kräuter und Stadtgeschichte

CDU-Stadtrat Peter Krüger im Gespräch mit Ortsamtsleiter André Barth.

Quelle: Uwe Hofmann

Am Dienstag hatte Krüger nun die Chance, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Organisiert von Ulla Wacker vom Stadtteilhaus Neustadt erhielt der CDU-Mann von Ortsamtsleiter André Barth und Stadtführerin Anett Lentwojt, die auch das Stadtteilarchiv leitet, eine exklusive Führung durch die Neustadt. Vom Arthesischen Brunnen am Albertplatz ging es einmal quer durch das Kneipenviertel, um Krüger zu zeigen, dass keineswegs überall Dreck und Verwahrlosung herrschen. "Wer eine große Klappe hat, muss dann auch kommen", begründete Krüger seine Zusage.

php815b85457a201211281044.jpg

"Angenehm überrascht": CDU-Stadtrat Peter Krüger ist nach Facebook-Kritik zu Gast in der Dresdner Neustadt.

Zur Bildergalerie

Ulla Wacker stellte fest, oft seien es Auswärtige, die sich in der Neustadt vergnügen und dann ihre Spuren hinterlassen. Krüger wies gleich am Anfang der Alaunstraße auf Schriftzüge mit schwarzer Farbe an Hauswänden hin, sogenannte Tags, und stellte fest, das sei doch nicht schön. Beklebte und beschmierte Hauseingänge gleich danach bestätigten die Ansicht des CDU-Stadtrats von der anderen Seite der Elbe. "Wenn jemand sein Haus liebevoll saniert hat, dann kann man bei solchen Schmierereien doch nur einen Hals bekommen", sagte Krüger. Solche Schmierereien oder Dreckecken gebe es in "seinem" Stadtteil Tolkewitz nicht. Kunstvolle Graffitis bekam Krüger dann an Katys Garage gezeigt und zugleich hörte er von der Verwandlung der ehemaligen Reifenwerkstatt zu einem der beliebtesten Clubs im "Szeneviertel".

php4ZsoCr20121128105431.jpg

CDU-Stadtrat Peter Krüger in der Neustadt.

Quelle: Uwe Hofmann

Auch wenn Krüger damals nach eigener Aussage die Dresdner ein wenig aufrütteln und auf Graffiti und Zerstörung aufmerksam machen wollte – die Welle der Empörung war groß. Vor allem via Facebook gab es heftige Kritik. Selbst die Neustadt-CDU sah sich veranlasst, auf Konfrontationskurs mit dem Stadtrat zu gehen.

Am Ende der Tour räumte Krüger ein, seine Facebook-Kritik an der Neustadt sei "überspitzt" gewesen. " Aber nicht alle Reaktionen seien in Ordnung gewesen, es habe Drohungen im Internet und anonyme Briefe an die Fraktion gegeben. "Ich werde jetzt nicht ab sofort absoluter Fan der Neustadt", resümierte der Stadtrat am Ende des Rundgangs, "aber ich bin angenehm überrascht".

Mehr zur Neustadt-Führung für Peter Krüger lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der DNN vom 29. November!

sl / cs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr