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Vom Taksim-Platz in Istanbul nach Dresden - Pianist Davide Martello spielt auf Schlossplatz für Flutopfer

Vom Taksim-Platz in Istanbul nach Dresden - Pianist Davide Martello spielt auf Schlossplatz für Flutopfer

Ein Straßenmusikant der etwas anderen Art hat am Sonntag auf dem Schlossplatz aufgespielt: Der Künstler Davide Martello gab auf seinem Flügel ein Benefizkonzert mit Eigenkompositionen und "Beatles"-Liedern zugunsten von Flutopfern.

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Davide Martello reist mit seinem Klavier durch die Welt und spielte am Sonntag auf dem Schlossplatz in Dresden.

Quelle: Carola Fritzsche

Der Erlös fließt auf das städtische Spendenkonto, das nach dem Juni-Hochwasser eingerichtet worden war. "Dresden ist eine total schöne Stadt, die Architektur ist der Hammer und die Menschen sind sehr offen", sagte der in Süddeutschland geborene Pianist mit sizilianischen Wurzeln. Es sei ihm ein Bedürfnis gewesen, etwas für die Flutopfer zu tun. "Auf dem Taksim-Platz habe ich gemerkt: Ich kann auch etwas bewegen."

Gemeint ist damit sein jüngster Straßenkonzert-Besuch in Istanbul, bei dem er hautnah Polizeibrutalität zu spüren bekam: "Die ersten beiden Tage konnte ich mit meiner Musik auf dem Taksim-Platz die Menschen befrieden", ist er überzeugt. "Am dritten Tag kam ich mit meiner Musik zu spät und geriet mitten in den Polizeieinsatz. Die haben Gas eingesetzt und Schlagstöcke, das war wirklich schlimm", erzählt er. Auch er selbst sei brutal abgeführt, sein Flügel beschlagnahmt worden. Sein Instrument bekam er zurück, die Ereignisse waren für ihn aber ein Schlüsselerlebnis, sagt der 31-Jährige. Umso mehr sei es ihm eine Freude gewesen, auch hier, in Dresden, etwas mehr zu tun als "nur" zu spielen, sondern auch für die Flutopfer zu sammeln.

Schon seit seiner Kindheit hat sich Martello dem Zusammenspiel von Musik und (Stadt-)Landschaften gewidmet. Er konstruierte seinen Flügel so um, dass er ihn allein bewegen und mit einem Autoanhänger durch die Landschaft bewegen kann, hin zu den öffentlichen Plätzen, an denen er seine Stücke spielt. Den Strom liefern übrigens Sonnenkollektoren, die er angebaut hat. Und so zieht er seitdem von Hauptstadt zu Hauptstadt, seinen Flügel im Gepäck, immer eine neue Eigenkomposition im Hinterkopf.

@Kurzvideo: youtu.be/SRKvDAuw6tI

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2013

Heiko Weckbrodt

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