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Virtuelle Bundesliga: Konsolen-Kicker spielen in Dresden um Finalplatz

„Jetzt gehen die Nerven los!“ Virtuelle Bundesliga: Konsolen-Kicker spielen in Dresden um Finalplatz

Bayern München gegen Bayern München – so ein Spiel würde es in der echten Fußball-Bundesliga nicht geben. In der virtuellen Welt schon. In Dresden traten am Samstag 64 Konsolen-Kicker gegeneinander an.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Bayern München gegen Bayern München – so ein Spiel würde es in der echten Fußball-Bundesliga nicht geben. In der virtuellen Welt schon. Dort, wo junge Männer vor Computerbildschirmen sitzen und sogenannten E-Sport betreiben. Ins Schwitzen kommt man dabei nicht, aktiv bewegt werden nur das Gehirn und natürlich die Finger, die über eine Art Fernbedienung die Fußballer auf dem Bildschirm steuern. Es sei denn, ein Spielzug geht schief oder es fällt ein Tor. Dann springt der leidenschaftliche Gamer durchaus mal auf, brüllt ein lautes „Yes“ in den Raum und reckt die Faust nach oben. Oder haut sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und flucht – je nachdem. So wie Mirza Jahic am Sonnabend in Dresden.

Am Sonnabend haben 64 E-Sportler um die Wette "Fifa 16" gezockt, um sich fürs Deutschland-Finale zu qualifizieren. Fotos: Tanja Tröger

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In der Centrum-Galerie machte die „Virtuelle Bundesliga“ Station. An X-Box-Spielekonsolen zockten insgesamt 64 junge Männer das Computerspiel „Fifa 16“. Ein Finalplatz für den deutschen Endausscheid im Mai oder Juni wartete auf den Sieger. Ende Mai oder Anfang Juni wird dann voraussichtlich in München der beste „Fifa“-Spieler aus 40 Finalisten ermittelt. Diese 40 Besten qualifizieren sich bis dahin bei den Turnieren in zwölf deutschen Städten oder bei der Online-Variante des „Fifa 16“-Spiels, das rund 250.000 Menschen im deutschsprachigen Raum spielen.

„Bunter Mix aus Freizeitsportlern und Semi-Profis“

Dass ein Mann die Siegerschale samt 10.000 Euro Preisgeld abstauben wird, steht so gut wie fest. In der Szene liege der Herrenanteil bei etwa 95 Prozent, sagt Tim Lenartz vom Organisationsteam. „Leider. “ In Dresden saß nicht mal ein einziges Mädchen vor den Spielekonsolen. „Wir haben hier einen bunten Mix aus Freizeitsportlern und Semi-Profis“, erklärt Lenartz das Starterfeld.

Einer mit guten Chancen aufs Finale ist Mirza Jahic. Der 25-Jährige hat den Pokal bereits vor zwei Jahren gewonnen. Nun will er ihn erneut haben. Um seine Finalteilnahme zu sichern, ist er extra vom österreichischen Mistelbach nach Dresden gefahren. Viel Aufwand für ein Hobby? Nein, Jahic ist „professioneller Fifa-Spieler in Teilzeit“, wie er sagt. Er lebt zum Teil von Preisgeldern und Aufträgen großer Firmen. So gibt der dreifache österreichische Staatsmeister beispielsweise für einen geflügelten Energydrink Aufstellungstipps für „Fifa 16“. „Ich bin guter Dinge, dass es irgendwann mal Vollzeit wird.“

„Ich will immer gewinnen“

Dafür arbeitet er hart und übt fleißig. „Mein Ehrgeiz hat mich hierher gebracht“, sagt Jahic. „Ich will immer gewinnen, für mich ist das nicht nur ein Spiel.“ Als im Achtelfinale der gegnerische Manuel Neuer einen Torschuss pariert, sackt Jahic kurz in sich zusammen und schimpft bewundernd in Richtung seines Gegenspielers: „Oar, der hält den! Du Tier!“ Nach 90 Spielminuten – die in der virtuellen Bundesliga auf 2x5 Minuten zusammengedampft werden – steht es 0:0, auch nach Verlängerung bleibt das Unentschieden. „Jetzt gehen die Nerven los“, kommentiert Zocker-Kollege Malte Hedderich, kaum 20 Jahre alt. „Bleib ruhig, Mann!“ Und tatsächlich: Das Elfmeterschießen entscheidet Mirza Jahic souverän für sich. Ebenso wie schließlich das Dresdner Finale. Nun steht einem erneuten Titelkampf im Frühsommer nichts mehr entgegen.

Von ttr

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