Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Viehischer Tierbestand: Dresden ist eine Großstadt wie ein riesiger Bauernhof

Viehischer Tierbestand: Dresden ist eine Großstadt wie ein riesiger Bauernhof

Viehisch: Die Metropole Dresden ist ein einziger großer Bauernhof. Diesen Eindruck erweckte die Präsentation von Kerstin Normann, der Leiterin des städtischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, vor den Stadträten - ausgerechnet im Sozialausschuss.

Voriger Artikel
Dresden kämpft um Goldmedaille als grüne Stadt und startet mit Pflanzaktion in Wettbewerb
Nächster Artikel
Dresdner Flughafen-Terminal wird am 31. März zur Party-Zone

Zum Piepen: Die sächsische Landeshauptstadt ist voller Landleben, vor allem durch den Speckgürtel mit den Eingemeindungen aus den 90er Jahren. Vom Koi bis zum Schwein gibt es nichts, was es in der "Dörfer-Ansammlung" Dresden nicht gibt.

Quelle: Archiv

Seit kurzem gehört ihr Amt nicht mehr zum Geschäftsbereich Ordnung und Sicherheit. Aufgrund des Zuständigkeitswechsels von Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) zu Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) gab Normann ihrer neuen Ausschuss-Klientel eine Übersicht über den Tierbestand und die Tierseuchenbekämpfung in Dresden (Stand: 2011).

Was sich in der Großstadt neben bekannten und berüchtigten Viechern wie Katzen und Hunden, Bibern und Hufeisennasen so alles tummelt, ruft in der Tat Erstaunen hervor. So galoppieren insgesamt knapp tausend Pferde durch Dresden - zum Glück nicht alle auf einmal gleichzeitig. Oder besser gesagt: Schwein gehabt. Von denen gibt es auch eine ganze Menge. Über 700 dieser Paarhufer werden von 48 Schweinehaltern "gehütet".

Apropos hüten. Im Sommer sieht man sie schon mal herdenweise durch die Elbwiesen ziehen - Schafe. Doch dass für das Dresdner Stadtgebiet insgesamt 2038 dieser robusten und genügsamen Säugetiere registriert sind, weiß kaum jemand. "Die Schafe werden von vielen Privatleuten als tierische Rasenmäher genutzt", weiß Veterinär-Amtschefin Kerstin Normann zu berichten. Exakt 178 Schafhalter gebe es in Dresden - neben 54 Ziegen-, vier Puten- und 66 Entenhaltern. Das hört sich alles ziemlich viehisch an.

Aber die Veterinär-Fachfrau kennt auch einen Grund für das tierische Landleben in Dresden. Vor allem im Speckgürtel gebe es die "erheblichen Tierbestände", so Normann. Das führe zu einer besonderen Verantwortung ihrer Behörde. So gehören die Kontrolle von Viehfutter und der Tierschutz ebenso zu den Aufgaben ihres Amtes wie die Bekämpfung von Tierseuchen.

Was die Seuchen angeht, gibt Normann Entwarnung. Zwar gab es im März vergangenen Jahres einen Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut bei den Bienen, doch diese Seuche habe man im Griff, auch wenn es noch heute ein Sperrgebiet gebe. Auch bei Schweinen, Schafen und Ziegen heißt es: "Seuchenfrei!" Tollwut ist seit Jahren kein Thema mehr. Dafür gab es im vergangenen Jahr einen für Menschen ungefährlichen Koi-Herpes in einem Hobby-Bestand, weiß Normann.

Die Tierschutz-Anzeigen hielten sich 2011 im üblichen Rahmen. 240 gab es (2010: 267), davon waren 111 begründet (2010: 104). Die meisten - 148 - betrafen Verstöße gegen das nicht artgemäße Halten von Hunden, gefolgt von Katzen (53) und Nutztieren (15). 23 Bußgelder musste die Stadt verteilen - die Geldbußen lagen zwischen 50 und 3000 Euro. Letzteres ist auch ganz schön viehisch viel. Ralf Redemund

284 Hühnerhalter mit 6194 Tieren

64 Rinderhalter mit 2260 Tieren

178 Schafhalter mit 2038 Tieren

39 Gänsehalter mit 1217 Tieren

66 Entenhalter mit 1127 Tieren

153 Imker mit 1097 Bienenvölkern

317 Pferdehalter mit 952 Tieren

48 Schweinhalter mit 706 Tieren

54 Ziegenhalter mit 218 Tieren

4 Putenhalter mit 31 Tieren

7 Halter von Speisefisch

Quelle: Kerstin Normann, Leiterin des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes der Stadt Dresden, im März 2012 vor dem Sozialausschuss des Stadtrates; Stand: 2011

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.03.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr