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Verbindungsmann bei Katastrophen - Andreas Reschke sorgt dafür, dass Dresden im Ernstfall rasche Hilfe von der Bundeswehr bekommt

Verbindungsmann bei Katastrophen - Andreas Reschke sorgt dafür, dass Dresden im Ernstfall rasche Hilfe von der Bundeswehr bekommt

Er ist in Katastrophenfällen Dresdens Verbindungsmann zur Bundeswehr: Andreas Reschke. Der Oberstleutnant der Reserve leitet das Kreisverbindungskommando (KVK) der Bundeswehr, das wegen der Umbauarbeiten im Rathaus derzeit am Ferdinandplatz, eigentlich aber auf derselben Verwaltungsetage untergebracht ist, auf der Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) sein Büro hat.

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Andreas Reschke ist in Katastrophenfällen Dresdens Verbindungsmann zur Bundeswehr. Der Oberstleutnant der Reserve sorgt dafür, dass Soldaten und Geräte der Armee dort aushelfen, wo zivile Kräfte nicht ausreichen.

Quelle: Uwe Hofmann

Von Uwe Hofmann

Ihn sollen Reschke und seine zwölf Mitstreiter - allesamt Bundeswehr-Reservisten - im Ernstfall beraten. Eine Struktur, die nach den Erfahrungen des Elbhochwassers von 2002 entwickelt wurde.

"Im Katastrophenfall kommt der Verwaltungsstab zusammen und entscheidet, welche Ansprechpartner hinzugezogen werden sollten", beschreibt Sittel das Verfahren. Das können etwa Kontaktleute beim Technischen Hilfswerk (THW) sein, oder eben bei der Bundeswehr. In einem solchen Fall klingelt das Telefon von Rechtsanwalt Reschke. Für den 46-Jährigen beginnt mit diesem Telefonat automatisch der Bundeswehrdienst, Mandanten und Gerichte müssen sich auf Wartezeiten einstellen. Letztmals ist das 2010 passiert, als die Neiße Hochwasser führte. Damals habe es 20 Minuten gedauert, bis er an Ort und Stelle war. Nach und nach alarmiert er dann seine Untergebenen, die allesamt in der Region beschäftig sind. Manche als Studenten, einer als Unternehmer, einer als Chefarzt in einer Klinik. Sobald drei Mann zusammen sind, ist das Verbindungskommando einsatzfähig.

Über spezielle Intranetleitungen ist Reschke mit Bundeswehr-Datenbanken verbunden und weiß, welche Truppenteile mit wie viel Soldaten und welchem Gerät für einen Katastropheneinsatz zur Verfügung stehen. Dazu soll er den von Sittel geleiteten Verwaltungsstab beraten, der die Katastrophenbekämpfung in Dresden regelt. Vorrangig ist dabei wie beim Hochwasser vor zehn Jahren an "Manpower" gedacht. Damals halfen zahlreiche Lehrgangsteilnehmer der Offiziersschule des Heeres an den Sandsackdämmen. Meist bleiben nach der Alarmierung Zeit zwei bis drei Tage, ehe die Bundeswehr-Kräfte tatsächlich eingreifen müssen. Denn die Armee darf erst helfen, wenn zivile Kräfte wie Feuerwehr, Rettungsdienste und THW an ihre Grenzen gelangt sind. In manchen Fällen, vor allem wenn zusätzliches Gerät wie Hubschrauber benötigt werden, muss es aber auch schneller gehen.

In der Nähe zueinander sehen beide Seiten den Vorteil der KVK. "Ich muss im Ernstfall wissen, wem ich wie viel erzählen muss, damit er helfen kann", sagt Sittel. Wenn beide Seiten sich gut genug kennen, gebe es auch keine Probleme bei der Kommunikation, schlägt Reschke in die gleiche Kerbe. Dafür sollen Übungen sorgen, bei denen die KVK ihre Abläufe und das Zusammenspiel mit der Verwaltung probt. Reschke selbst hält sich bei Schulungen auf dem Laufenden, zuletzt habe er sich etwa bei einer Truppenschau Überblick über die Geräte verschafft, über die die Bundeswehr verfügt. Auch bei größeren Manövern, so der im Herbst von der Landesdirektion Dresden geplanten Übung "Barbara", wird die Bundeswehrstelle einbezogen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.06.2012

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