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Veränderte Bunte Republik kommt gut an

Mehr Platz auf der BRN Veränderte Bunte Republik kommt gut an

Die veränderte Bunte Republik Neustadt ist bei Händlern und Besuchern gut angekommen. Und das „wider erwarten“, wie Ulla Wacker von der „Schwafelrunde“ am Sonntag konstatierte. Die deutlich geringere Zahl an Angeboten habe das Stadtteilfest nicht negativ beeinträchtigt.

Wie immer: Party vor dem "Boy's"

Quelle: sl

Dresden. Die veränderte Bunte Republik Neustadt ist bei Händlern und Besuchern gut angekommen. Und das „wider erwarten“, wie Ulla Wacker von der „Schwafelrunde“ am Sonntag konstatierte. Die deutlich geringere Zahl an Angeboten habe das Stadtteilfest nicht negativ beeinträchtigt.

Nur noch 185 Sondernutzungen hatte das Ordnungsamt in diesem Jahr bewilligt, etwa ein Drittel weniger als im vergangenen Jahr. Zudem wurden alle Stände auf die Fußwege beschränkt. Auf den Straßen durfte aus Sicherheitsgründen fast nichts mehr stehen. Einige etablierte Standbetreiber hatten daraufhin verzichtet, so sind beispielsweise die Bühnen am Pawlow und am Barneby verschwunden. Dafür sank aber auch die Zahl reiner Fressbuden, die Menge der Bierwagen sank massiv.

Angebot bleibt groß

„Es fand viel statt“, befand denn auch Ulla Wacker. Das offiziele Programm habe rund 350 Punkte umfasst. Zudem habe der veränderte Aufbau vieles entzerrt. Selbst am Samstagabend staute sich die Masse der Menschen kaum. Von einer „interessanten BRN“ spricht auch Stefan Schulz, der wieder die Anbieter auf dem Luther-Platz koordinierte. Es sei auch mit den neuen Regeln eine ganze Menge möglich, erstmals sei wieder die Kreativität der Neustädter gefragt gewesen, sich mit der veränderten Lage zu arrangieren. Viele, mit denen er sprach, meinten, es sei besser geworden.

Die Bunte Republik Neustadt hat sich am Samstagmittag von ihren beiden Seiten gezeigt: War die BRN bis zum Nachmittag ein ruhiges Fest für Familien und Anwohner, schoben sich am späten Abend unzählige Party-Touristen durch das Viertel.

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Tatsächlich fanden sich weiter genügend kleine Ecken voller Kreativität, ob an der „Bar der Korrekten“ an der Talstraße, dem einmal mehr gelobten Eckhaus Martin-Luther-Straße oder den vielen kleinen und großen Partys, Musiker und DJs. Was sich die Schwafelrunde allerdings wünscht: Mehr handgemachte Musik anstelle von Beats aus der Konserve. Nach Schulz`Ansicht gebe es noch genügend Flächen, die man mit Bühnen bespielen könne. Man müsse sich eben etwas einfallen lassen.

Insellösungen funktionieren

So lobt der Betreiber des Katy`s auch die Sebnitzer Straße, wo sich eine neue „Insellösung“ gefunden hat. Die gelten als aktueller Königsweg, die BRN voranzubringen. Dabei sollen sich möglichst alle einwohner zusammenfinden, um ihre Insel gemeinsam zu bespielen. Schulz übernimmt diese aufgabe seit Jahren am Luther-Platz, die auf Kinder ausgerichtete Talstraße funktioniert ähnlich. Die interkulturell geprägte Sebnitzer Straße kam jetzt hinzu. Der Kultur Aktiv e.V. hofft, das sein weiter vermisster Lustgarten nächstes Jahr eine weitere Insel werden könnte, spekuliert der Verein auf die Westerweiterung des Alaunparkes.

Polizei und Ordnungsamt zufrieden

Zufrieden mit der BRN 2016 zeigten sich auch Polizei und Ordnungsamt. „Es war nicht leerer, aber es war mehr Platz“, beurteilten Vertreter der Stadt die Veränderung positiv. Ob sich das Gefühl auch messbar bestätigen lässt, sollen Luftbilder zeigen, die wie schon im vergangenen Jahr am Samstagabend aufgenommen worden. Täglich 100 Mitarbeiter hatte das Ordnungsamt vor Ort. 44 Knöllchen, 10 Anzeigen wegen unerlaubter Sondernutzung und eine noch unbekannte Zahl von Verstößen wegen Nichtbeachtung der Nachtruhe ab 1 Uhr wurden verzeichnet. 54 Personen mussten medizinisch behandelt werden, 21 davon im Krankenhaus.

Nach der Party kommt das Katerfrühstück: Traditionell wird am BRN-Sonntag auf den Straßen gebruncht, dazu musiziert, gesungen und getanzt. Gefeiert wird noch bis zum Abend.

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Auch die Polizei bilanzierte eine weitgehend ruhige BRN. Bis Sonntagnachmittag wurden 45 Straftaten erfasst, darunter 14 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und acht Fälle von Körperverletzung, darunter eine Prügelei zwischen zwei Gruppen am Bischofsweg am Freitagabend. Erfreulicherweise sind bislang nur vier Fälle von Diebstahl bekannt. Drei Mal musste die Feuerwehr wegen brennender Mülltonnen ausrücken.

Müll und Lärm bleiben problematisch

Probleme machen aber weiter Lärm und Müll. Beides lasse sich mit der aktuellen Struktur von vielen Einzelanmeldern aber nicht lösen, so das Ordnungsamt. Beim Thema Lärm hofft die „Schwafelrunde“ auf ein Einsehen der Bewohner. Zu oft werde aktuell noch Lärm um des Lärmes Willen gemacht.

Ähnlich schwierig sieht es beim Thema Müll aus. Die vorhandenen Mülleimer sind für die Menge, die auf dem Fest produziert wird, hoffnungslos zu klein und grundsätzlich schon am Mittag überfüllt. Daher bleibt der Dreck irgendwann auf der Straße liegen. Die Stadtreinigung beseitigt am nächsten Morgen dann alles, doch das hält wieder nur Stunden. Es gebe keinen Gesamtveranstalter, den man zwingen könnte, größere Tonnen aufzustellen, heißt es. Eine Zwischenreinigung sei aufgrund der Menschenmassen ebenfalls nicht möglich. Man könne nur immer wieder die einzelnen Veranstalter bitten, selbst mehr Mülleimer aufzustellen.

S. Lohse

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