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Vandalismus, Personalnot und unwillige Hundehalter – Dresden stößt beim Hundekot-Problem an Grenzen

Vandalismus, Personalnot und unwillige Hundehalter – Dresden stößt beim Hundekot-Problem an Grenzen

Das Thema Hundekot in Dresdens Straßen und Grünanlagen erhitzt die Gemüter. Hundebesitzer, die ihrer Beräumungspflicht nicht nachkommen, sorgen dabei mindestens ebenso für Ärger wie überquellende Abfalleimer und leere Beutelspender.

Die Stadt steht jedoch quasi vor einem unlösbaren Problem: Vandalismus auf der einen Seite, zu wenig Personal auf der anderen.

Bereits in der vergangenen Woche machte DNN-Online auf die prekäre Situation in Sachen Hundekot in Dresden aufmerksam. 3,5 Tonnen landen täglich auf Dresdens Straßen und in Grünanlagen. Die Pflicht zur Beräumung liegt zu allererst beim Hundehalter. „Leider sind die Hundehalter, die ihren Verpflichtungen konsequent nachkommen, in der absoluten Unterzahl", so Stadtsprecherin Nora Jantzen.

Der gemeindliche Vollzugsdienst setze zusätzlich an Wochenenden und Feiertagen Streifen ein, in deren Arbeit die Kontrolle von Hundehaltern ein wesentlicher Schwerpunkt sei. Aufgrund der Aktualität der Thematik in allen Stadtteilen sowie der territorialen Ausmaße der Stadt werde die Arbeit des Vollzugsdienstes für den einzelnen Bürger jedoch meist nicht besonders offenkundig, so Jantzen weiter. Noch mehr Streifen seien jedoch nicht möglich, da die Stadt jetzt bereits an die Grenzen ihrer personellen Möglichkeiten stoße.

Die Probleme mit den Hinterlassenschaften der Vierbeiner haben in den letzten Jahren in Dresden signifikant zugenommen. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der behördlich festgestellten Verstöße um fast 50 Prozent - von 52 Anzeigen mit Buß- oder Verwarnungsgeld im Jahr 2010 auf zuletzt 73. Leider gelänge es in den seltensten Fällen, den konkreten Verursacher der Verschmutzung ausfindig zu machen, so Nora Jantzen. „Dies ist aber die Voraussetzung dafür, dass Verstöße geahndet werden können." In der Regel betrage das gegen Kotsünder verhängte Bußgeld zwischen 20 und 80 Euro, in Wiederholungsfällen könnten es jedoch schnell bis zu 1000 Euro werden.

Auf der anderen Seite klagen Hundehalter, die ihren Pflichten ordnungsgemäß nachkommen wollen, über überlaufende Abfallbehälter und leere Beutelspender an den Hundestationen. „Wir haben bei den Hundestationen mit einer hohen Vandalismusrate zu kämpfen", erläutert Volkmar Lautenbach vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Die Stadt komme kaum hinterher, die Beutel nachzufüllen, so schnell würden die entwendet und zweckentfremdet. Des Weiteren würden die Abfallbehälter häufig zur Entsorgung von anderweitigem Müll benutzt, sodass man mit der Entleerung kaum nachkomme.

Auf eben diese Problematik reagierte die Stadt mit dem Modellprojekt „HaiDog". Im Zuge dessen wurden 28 nagelneue Hundetoiletten im Stadtgebiet aufgestellt. Die Behältnisse sind nicht nur optisch ansprechender, sondern punkten auch durch ein größeres Fassungsvermögen von immerhin 70 statt wie bisher nur 25 Litern. Ein „Reißzahn" am Einwurfschlitz soll zudem die wilde Entsorgung größerer Müllmengen verhindern. „Vandalismusprobleme hatten wir mit diesen Behältern bislang noch nicht", so Lautenbach. Von Hundebesitzern genutzt werden sie dennoch nur vereinzelt.

Jane Jannke

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