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Traumberuf Prinzessin: Lisa Ohrnberger veranstaltet märchenhafte Besuche für Kinder

Traumberuf Prinzessin: Lisa Ohrnberger veranstaltet märchenhafte Besuche für Kinder

In einem blauen Kleid betritt sie den Garten des Kinderhauses "Bimbambino", das letzte Woche sein 30-jähriges Jubiläum feierte. Wie in einem Märchen schreitet sie den gepflasterten Weg hinab, sofort ist sie umringt von Kindern, die sie mit großen Augen betrachten.

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Wo Aschenputtel alias Lisa Ohrnberger auftaucht, strahlen Kinderaugen.

Quelle: Norbert Neumann

"Du bist aber schön!", ruft ein junges Mädchen mit heller Stimme. Aschenputtel kann sich in der Kindermenge keinen Zentimeter bewegen, alle wollen ein Foto oder eine Umarmung mit ihr. Glückliche Kindergesichter strahlen die wahr gewordene Prinzessin an. Unter dem aufwendigen Kostüm mit Perücke, dem glitzernden Kleid und dem strahlenden Lächeln steckt die 22-jährige Lisa Ohrnberger, die seit November vergangenen Jahres sozusagen hauptberuflich als Prinzessin unterwegs ist. Wir haben mit ihr über ihr Doppelleben gesprochen und der Prinzessin über die Schulter geschaut.

Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt Lisa Ohrnberger für ihr Leben gern. Die Tänzerin und Künstlerin trat bereits auf vielen großen Bühnen in und um Dresden auf, doch die Events, bei denen sie sich zu einer Prinzessin verwandelt, lassen ihr Herz besonders hoch schlagen. "Märchenhafte Besuche" bietet die 22-Jährige in Zusammenarbeit mit ihrer Mutter, Silke Ohrnberger, an. Doch damit nicht genug, denn auch fünf andere Prinzessinnen sind für die märchenhafte Besuche unterwegs. "Die Idee dafür war eher ein Zufall", sagt Silke Ohrnberger schmunzelnd. "Wir waren letztes Jahr in Paris und haben eine Show gesehen, die uns sehr inspiriert hat." Da die Künstlerinnen schon viele Kostüme von vorherigen Auftritten in ihren prall gefüllten Kleiderschränken hatten, ließen sie sich von der Idee anstecken, als Prinzessinnen die Kleinsten zu begeistern. Nun sind sie auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem Dixieland-Festival, in Kitas, auf Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten jeglicher Art unterwegs, um den Kinder das Strahlen in die Augen zu zaubern.

Doch zurück zu Aschenputtel im pompösen blauen Kleid, die auch eine halbe Stunde nach ihrer Ankunft im Kinderhaus "Bimbambino" immer noch von Knirpsen umringt ist. Die Kinder können sich anscheinend gar nicht sattsehen an der Prinzessin. Für ihre komplette Verwandlung braucht Lisa Ohrnberger bis zu drei Stunden - Haare, Make-Up und Kostüm müssen perfekt sitzen. "Für mich gehört das inzwischen einfach dazu. Ich verwandle mich gern", sagt sie. Mit insgesamt 20 Kostümen können sich die jungen Künstlerinnen unter anderem in die Eiskönigin Elsa, die Schöne aus dem Märchen "Die Schöne und das Biest", Schneewittchen, Rapunzel, Dornröschen und die Meerjungfrau verwandeln. "Am liebsten habe ich das blaue Aschenputtel-Kleid", schwärmt Lisa Ohrnberger. Aschenputtel sei seit ihrer Kindheit ihr Lieblingsmärchen gewesen und auch die Kinder heutzutage wissen bestens Bescheid, wenn es um den verlorenen Schuh der Prinzessin geht. Die Jüngsten haben da eine andere Meinung, denn sie lieben die Auftritte von Eiskönigin Elsa und ihrer Schwester Anna am meisten.

Die märchenhaften Besuche mit Begrüßung und Geschenkübergabe sowie Spiel, Gesang und Tanz für die Jüngsten sind inzwischen zum Selbstläufer geworden. "Wir sind für die Schulanfänge in diesem und kommendem Jahr schon komplett ausgebucht", berichtet Mutter und Projektkoordinatorin Silke Ohrnberger. Dabei sind die Dresdnerinnen nicht nur in der Landeshauptstadt unterwegs, sondern verzaubern Städte in ganz Deutschland mit ihrem etwa 20-minütigem Programm. "Wichtig ist, dass die Kinder tatsächlich das Gefühl haben, die leibhaftige Prinzessin würde vor ihnen stehen", sagt Silke Ohrnberger. Die strahlenden Kinderaugen seien auch für sie jedes Mal aufs Neue das Schönste trotz langer Vorbereitung.

Lisa Ohrnberger ist jedes Mal wieder begeistert von der Freude der Kinder. "Es ist ein gelebter Mädchentraum. Wer wollte nicht schon als Kind Prinzessin sein?", fragt sie lachend. Der außergewöhnliche Beruf mache ihr sehr viel Spaß. Was man als Prinzessin braucht? Vor allem Geduld für die Knirpse. Die 22-Jährige bleibt freundlich und lächelt die ganze Zeit, auch wenn die Kinder sie zum x-ten Mal fragen, wo ihr Prinz auf dem weißen Pferd ist.

Etwa alle zwei Tage schlüpft Lisa in ihr zweites Leben und ist rundum glücklich als Prinzessin. Sie sehe überall, wo sie auftaucht, dass sich der Aufwand lohne. Bald wolle sie mit ihrer Mutter wieder nach Paris fahren und sich neu inspirieren lassen. "Manchmal bin ich dann auch froh, wenn ich privat und abgeschminkt unterwegs bin", erzählt sie. "Aber ich lache so gern und die Kinder sind so süß zu mir."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2015

Juliane Just

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