Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 0 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
Tattoo Convention in Dresden: Die bunte Peggy Le Minh tätowiert sich und andere

Tattoo Convention in Dresden: Die bunte Peggy Le Minh tätowiert sich und andere

Vor sieben Jahren zierte nur ein bunter Koi-Karpfen den rechten Oberarm von Peggy Le Minh. Inzwischen schmücken über 20 Tattoos Beine, Rumpf und Arme der 25-Jährigen.

Voriger Artikel
22.000 Kilometer durch 21 Länder: Dresdner Polizist nach Weltreise wieder daheim
Nächster Artikel
Catherine Deneuve bekommt Semperopernball-Orden

Tattoo Künstlerin Peggy Le Minh von der Inkerei Dresden.

Quelle: Carola Fritzsche

"Mein Gesicht und der vordere Teil meines Halses sollen unbedingt frei bleiben. Was sonst noch kommt, werde ich sehen", sagt die Dresdner Tätowiererin. Mit ihrem farbenfrohen Körper hat sie es sogar schon auf die Titelseiten einschlägiger Tattoo-Magazine geschafft. Außerdem war sie bereits das Gesicht einer alternativen Modelinie.

Peggy Le Minh ist mit ihren Tattoos inzwischen kein Sonderling mehr. Jeder zehnte Deutsche ist laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts Emnid tätowiert. Vor allem in der Werbung mutiert der dauerhafte Körperschmuck zum echten Hingucker. So lichtete die Tierrechtsorganisation "Peta" schon 2012 eine ganze Reihe Tattoo-Models für eine Fotostrecke ab. Der Kanadier Rick Genest trägt zwar einen Totenkopf mitten im Gesicht und ist deshalb auch unter dem Namen "Zombie Boy" bekannt, dennoch gilt er als eines der gefragtesten Männermodels überhaupt. Für das französische Modehaus Thierry Mugler lief er bereits große Schauen und war in Lady Gagas Video "Born this way" zu sehen.

Für die Dresdnerin Peggy Le Minh begann die kleine Modelkarriere mit ein paar Schnappschüssen ihres damaligen Freundes. Darauf folgte der erste eigene Foto-Kalender. Auf einer Tattoo-Convention, einem Treffen der Szene, wurde sie schließlich von einem Fotografen angesprochen. Kurz darauf kam der Eintrag in eine Modelkartei. Für ein Fotoshooting bekam sie damals bis zu 100 Euro.

"Natürlich schmerzt es, wenn man sich ein Tattoo stechen lässt, so wie 1000 kleine Nadelstiche", beschreibt Peggy Le Minh. Warum sie sich aber trotzdem immer wieder tätowieren lässt, erklärt die gebürtige Pirnaerin so: "In den Bildern kann ich Kunst und Emotionen verbinden. Ein Tattoo ist etwas, das für immer bleibt", sagt sie begeistert. Dass das für die meisten Tattoo-Abstinenten genau das Argument gegen ein Tattoo ist, kann die junge Frau aber gut verstehen. "Deswegen sollte man die Motive oder Botschaften auch nicht zu aufdringlich und platt auswählen. Einfach nur den Namen des Freundes auf dem Arm zu tragen, ist ziemlich naiv", sagt sie mit einem Schmunzeln.

Inzwischen hat Le Minh ihre Modelkarriere an den Nagel gehängt, um die Haut anderer mit bunten Motiven zu verzieren. Bis vor einem Jahre übte sie jeden Tag mit der Tätowiermaschine auf einem Stück Schweinehaut, bis sie sich schließlich zum ersten Mal an einen Menschen herantraute. "Der war zufrieden, also habe ich weitergemacht", berichtet sie. Inzwischen ist sie in der Dresdner Szene gefragt. In der Neustadt betreibt sie mit ihrem Lebensgefährten das Tattoo-Studio "Inkerei". Täglich hat sie Kundschaft und nimmt für eine etwa vierstündige Sitzung bis zu 225 Euro ein.

Natürlich sind nicht alle Familienmitglieder vom extravaganten Körperschmuck und der neuen Profession der Wahldresdnerin begeistert. "Meine Oma sagt immer völlig entgeistert: 'Kind, das geht ja nie wieder weg!', erzählt sie. Doch nicht nur Omas Unverständnis gegenüber einer neuen Mode, auch die Medizin liefert inzwischen immer wieder neue Gründe, die gegen Tätowierungen sprechen.

Besonders oft ist die Rede von Allergien. Sie können durch Sonnenlicht ausgelöst werden - auch lange nach dem Tätowieren. Zudem sind sich die Wissenschaftler bis heute uneins, ob die Farben, mit denen die Tattoos in die Haut gestochen werden, Hautkrebs auslösen können. Und auch das Stechen an sich birgt ein Risiko. Schlampt der Tätowierer bei einer Sitzung mit der Hygiene, sind Infektionen programmiert. "Natürlich gibt es immer Risiken", weiß auch die Jungtätowiererin. "Wer ein Studio aber vorher ordentlich prüft, Hygienevorschriften abfragt und sich auf Allergien testen lässt, dem kann eigentlich nichts passieren", verteidigt Peggy Le Minh ihr Metier.

Wer sich von Peggy Le Minhs Zeichen- und Stechkünsten selbst ein Bild machen möchte, hat am kommenden Wochenende auf der 7. Dresdner Tattoo-Convention Gelegenheit dazu. Am Sonnabend und Sonntag zeigen sie und die internationale Tattoo-Szene dem Dresdner Publikum im Eventwerk ihr Handwerk. 140 Künstler führen vor, wie sie den Umgang mit der Tätowiermaschine beherrschen. Ganz Mutige können sich vor Ort und ohne Termin tätowieren und piercen lassen. Zudem wird das unansehnlichste Tattoo gekürt. Sein Träger kann sich dann über eine kostenlose Laserbehandlung freuen. Livebands, eine BMX- und Skateshow und verschiedene Tattoo Contests sorgen für zusätzliche Unterhaltung.

iTattoo-Convention Dresden, 1. und 2. Februar, Sa. 11 bis 23 Uhr, So. 11 bis 20 Uhr, Eventwerk Dresden, Hermann-Mende-Straße 1, Preise; 10 Euro Erwachsene, Schüler & Studenten 8 Euro, Kinder bis 14 Jahre Eintritt frei.

DNN verlosen

Wir verlosen drei mal zwei Freikarten für die Tattoo-Convention am 1. und 2. Februar im Eventwerk. Und so können Sie gewinnen: Rufen Sie am Freitag, den 31. Januar von 10 bis 10.05 Uhr unter der Nummer 01805 2181 00 bei uns an (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz, max. 0,42 Euro per Mobilfunk). Mitarbeiter des Verlages und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen.

Susanne Schädlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr