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Tattoo-Convention: Tausende Dresdner bestaunen Kunstwerke auf nackter Haut

Tattoo-Convention: Tausende Dresdner bestaunen Kunstwerke auf nackter Haut

Schade, dass es keine Geräusch- und Geruchs-Zeitung gibt. Denn das leise, beständige Surren ist der dominierende Klang auf der 6. Dresdner Tattoo-Convention. Und dazu dieser spezielle Duft, wohl eine Mischung aus Desinfektionsmittel, Farbe, Vaseline – und Angstschweiß.

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"Ein Indianer kennt keinen Schmerz" galt für viele Besucher der 6. Dresdner Tattoo-Convention.

Quelle: Tanja Tröger

Den dürften einige gehabt haben, denn unter den etwa 1000 Kunden auf den Liegen und Stühlen war so mancher „Frischling“. Da mussten schon mal das Kuscheltier oder die Hand des Freundes zum Feste-Zudrücken herhalten.

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Tätowierer Maik Buhl aus Oberwiesenthal arbeitete stundenlang an einem großflächigen Kunstwerk.

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Auf „tierische“ Unterstützung schwört auch Tanja Rödel und drückt ihren Teddy fest an sich. Auf ihrem Fußrücken soll heute ein geschwungener Schriftzug mit dem Kosenamen ihres Liebsten entstehen: „Schlunzbär“. Dazu hat sie sich „extrem spontan“ in die kundigen Hände von Rene Helm aus Döbeln begeben. Zwar hätten sie sich erst gestern auf der Messe kennengelernt, aber „der Freund von meiner besten Freundin geht immer in das Studio“, begründet die 25-jährige Dresdnerin ihr Vertrauen.

„Umfangreiche und gute Beratung ist das A & O“, so der Tätowierer. „Wenn wir merken, dass eine Körperstelle ungeeignet ist oder ein Bild großes Potential zum Hinterher-drüber-ärgern hat, dann machen wir’s nicht.“ Darüber muss er sich bei Tanja keine Sorgen machen: Der „Schlunzbär“ auf dem Fuß ist bereits ihre fünfte Tätowierung. „Die anderen hab ich auf den Armen, auf dem Bauch und auf der Pobacke, eine Hello Kitty mit farbiger Schleife. Tattoos machen leider süchtig“, sagt sie lachend. Der Mann mit den Gummihandschuhen ergänzt: „Das ist ein wahnsinniger Adrenalinausstoß – und das ohne Sport zu machen!“ „Aber Sport wäre billiger“, meint seine Kundin, die für ihren frischen Körperschmuck 100 Euro hinblättern wird. Dann kann sie aber auch stolz sein, denn Tätowieren auf dem Fuß ist laut Rene Helm am schmerzhaftesten. „Dort laufen sehr viele Nerven lang.“

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Rund 10.000 Besucher kamen am Wochenende zur 6. Dresdner Tattoo-Convention

Quelle: Tanja Tröger

Insgesamt dürften während der Convention etwa 1000 Tattoos gestochen worden sein, schätzt Organisatorin Steffi Schulz. Der Trend gehe zu großflächigen und bunten Motiven. „Tätowierungen sind gesellschaftlich akzeptierter, sie haben nicht mehr dieses Schmuddelimage wie früher. Dadurch ist der Mut der Leute größer geworden. Gerade junge Frauen lassen sich heute auch die Hände und Arme oder das Dekollete verzieren. Ich find’s echt schön, wenn man hier die Mädels rumlaufen sieht.“

Um Rumlaufen, Sehen und Gesehenwerden geht es den Organisatoren. „Wir wollen nicht nur ein szenespezifisches Publikum ansprechen, sondern die breite Masse. Wir möchten informieren, den Blick weiten und vermitteln: Das ist wirklich eine Kunst. Es muss nicht jeder Gast mit einem Tattoo rausgehen.“

Die Tattoo-Convention hat 2013 zum sechsten Mal in Dresden stattgefunden. Nach fünf Jahren im Alten Schlachthof sind die Organisatoren diesmal ins Eventwerk auf dem Industriegelände gezogen. „Der Locationwechsel hat sich definitiv gelohnt, es ist viel entspannter als im Schlachthof, die Leute haben mehr Platz und sind auch länger geblieben“, freut sich Co-Veranstalter Micha Schulz. „Wir werden morgen gleich den Termin fürs nächste Jahr festmachen.“

ttr

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