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Tanzende und rasende Räder: Dresdner Weihnachts-Circus serviert sportliche Akrobatik

Tanzende und rasende Räder: Dresdner Weihnachts-Circus serviert sportliche Akrobatik

Der Zirkus ist da! In Dresden kann dieser Ruf aus vergangenen Tagen noch in jedem Dezember erschallen. Dann bittet der Weihnachts-Circus ins Chapiteau.

Nun schon zum 19. Mal und seit 2010 unter der Leitung von Zirkusdirektor Mario Müller-Milano. Am Schluss der gelungenen Premierenvorstellung verkündete dieser, dass er nun als einziger aus dem Osten Deutschlands übriggeblieben sei, der einen traditionellen Zirkus manage.

Umso erfreulicher, dass durch den künstlerischen Chef Filip Geier-Busch und seine Mutter Natalie Geierova erneut internationale Artisten eigens für das Dresdner Programm engagiert werden konnten. Der Mix macht es und die Qualität der Darbietungen. So kommen die Manegenkünstler aus elf Ländern und bringen neben Glimmer und Anmut diesmal viel sportlich-akrobatische Leistungen mit. Sowie Pferde, Ziegen, Seelöwen, Königstiger - zur Premiere überraschenderweise ganz ohne Tierschützer.

Den Auftakt bildeten sechs weiße Araberhengste in einer Freiheitsdressur. Die eher tänzerischen Abläufe wandelten sich bei den Dschigitenreitern (und einer Reiterin) aus Kasachstan in einen rasanten Galopp. Höhepunkt: Seitenwechsel unter dem Pferdebauch hindurch. Bei Alexandra Probst sind die Vierbeiner etwas kleiner. Mit Charme und Spaß (ver-)führte sie Ponys und Ziegen. Auch die beiden Seelöwen gaben sich unter ihrem italienischen Dompteur lustig, verstanden zu musizieren und zu schmusen. Letzteres kam selbst bei Carmen Zanders prächtigen Tigern nicht zu kurz. Die gebürtige Chemnitzerin, die sich allein in den Käfig wagt, reichte sogar ein Leckerli mit dem Mund.

In die Lüfte gingen nur Oleg und Julia, aber mit Verve und Eleganz. Das Duo zeigte an den Strapaten eine kühne Ballettnummer. Als Ballett mit dem Mountainbike könnte man die Darbietung des Franzosen Marc Giely bezeichnen. Seine präzise Fahrradartistik war neu für Dresden. Wahnsinnig flinke Hände setzte der Tscheche Alan Sulc bei seiner Jonglage ein, die ihm schon einen Weltrekord bescherte. Auch wenn aus den zwölf Bällen nur neun wurden, großer Beifall war ihm sicher.

Fehlen noch zwei echte Nervenkitzel-Disziplinen. Giacomo Sterza aus Italien zielte leidenschaftlich gern mit Messern und der Armbrust auf seine Ehefrau. Zum Glück wurde nur der Apfel auf ihrem Kopf getroffen. Den spektakulären, finalen Knall (ganz wörtlich) lieferte eine Truppe aus Frankreich und Brasilien. Ihre Höllen- oder auch Todeskugel stand schon lange parat für die rasende Motorradjagd an den Steilwänden. Vier Fahrer kannte man schon, aber sechs? Das war Rekord.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem sympathisch-rundlichen Totti. Der Clown füllte von Anfang an nicht nur die Pausen, sondern rockte das ganze Zelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.12.2014

Genia Bleier

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