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Striezelmarkt Dresden - „Sternstunden“ am Freitag treffen auf geteilte Meinungen

Striezelmarkt Dresden - „Sternstunden“ am Freitag treffen auf geteilte Meinungen

Am Freitagabend lud der 577. Striezelmarkt erstmals zu den „Sternstunden". Bis 23 Uhr öffnete der Markt für Besucher. Jeder Händler bot ein Produkt aus seinem Sortiment zum Sonderpreis an.

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Lebkuchenverkäuferin Angelika Schwarz und ein Mitarbeiter inmitten ihrer Leckereien.

Quelle: Tanja Tröger

Die Aktion stieß bei Händlern und Besuchern auf unterschiedliche Reaktionen.

Angelika Schwarz verkauft Pulsnitzer Lebkuchen. Ihre Cranberry-Pfefferkuchen gab es am Freitagabend günstiger. Die Kunden nahmen das Angebot oft wahr, kauften aber auch andere Sorten. „Die Leute sind schon interessiert, aber die Aktion muss sich vielleicht erst noch rumsprechen. Das Geschäft bezieht sich wohl eher auf die Getränke und aufs Essen", vermutete die Händlerin. Während die Kundenzahl kurz nach 21 Uhr recht übersichtlich war, lief es eine Stunde später besser. „Einmal Rabatt möchte ich!" rief ein Mann um die 60. Karl-Heinz Kupko betreibt den benachbarten Stand für erzgebirgische Handwerkskunst und nutzte das Sonderangebot seiner Kollegin.

An Kupkos liebevoll geschmückter Bude ließ der Umsatz zu wünschen übrig. „Wir gucken bloß!" hörte man häufig. „Manchmal könnten wir um 20 Uhr zumachen", sagte Kupko. Er sieht die verlängerten Öffnungszeiten vor allem als Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen und den Gästen auch die traditionelle Erzgebirgskunst näher zu bringen. Kupkos Mitarbeiter Elger Rietig erklärte schmunzelnd den Gesichtsausdruck der Nussknacker: „Die gucken deshalb so grimmig, weil die Schnäppchenjäger noch nicht da waren!"

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Tina Kreische hat vom Weihnachtsmann Mandarinen und Schokolade bekommen.

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Der 577. Dresdner Striezelmarkt ist eröffnet. Die Bezeichnung nach dem Striezel - einem alten Begriff für Stollen - bürgerte sich um 1500 ein. Rund 2,5 Millionen Besucher kamen allein 2010.

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Diese Leipziger hatten extra einen Bus gechartert und ihre Firmenweihnachtsfeier auf den Striezelmarkt verlegt. Ob sie was vom Riesenstollen kosten werden? „Nein, den kriegen wir ja nicht in unsern Bus“, meinten sie.

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Die Glühwein- und Bratwurst-Buden hingegen waren die ganze Zeit dicht umlagert. Die Freunde Bea Zöllner, Astrid Lerche, Gregor Herzog und Tim Hoffmann rasteten mit Glühwein und heißer Schokolade auf einer Bank. Sie nutzten die langen Öffnungszeiten und schlenderten rund zweieinhalb Stunden über den Markt. „Am Wochenende ist das definitiv 'ne gute Sache", sagte Tim Hoffmann. „Für die Mitarbeiter ist es nicht gut", ergänzte Bea Zöllner.

Plötzlich schoben sich schweigend weiß-rot gekleidete Fantasiefiguren durch die Gassen. Überrascht traten die Besucher zur Seite und bestaunten die aufwendigen Kostüme von „Robotman" Oliver Kessler und seinem Stelzentheater-Ensemble. „Die frieren bestimmt nicht unter ihren Röcken", meinte eine Zuschauerin.

Familie Wolf aus Wien war auf der Suche nach einer heißen Zitrone für Tochter Emilia. „Wissen Sie, was mir aufgefallen ist? Gestern kam die heiße Zitrone 1,50 Euro, heute zwei Euro. Wenn die langen Öffnungszeiten heißen, dass sie die Preise hochschrauben, dann danke!" Dann findet Marco Wolf doch einen Stand mit günstigen Preisen. Die neunjährige Emilia pustete mit dem Strohhalm in ihr Getränk und sah müde aus. Auch für die Händler des Striezelmarktes wurde es ein langer Tag - sie mussten noch aufräumen und ihre Stände zusammenpacken. „Die Geschäftsleute haben schon gestöhnt, weil es heute Abend länger geht", hat Johanna Wolf beobachtet.

Tanja Tröger

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