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Statt im Abfalleimer landet der Kot von 12.000 Dresdner Hunden meist auf der Straße

Statt im Abfalleimer landet der Kot von 12.000 Dresdner Hunden meist auf der Straße

3,5 Tonnen - so viel Kot hinterlassen die rund 12.000 registrierten Dresdner Hunde täglich auf den Straßen und in den Parks der Stadt. So ein Hund führt sich hübsch an der Leine und gilt zudem als treuer Gefährte des Menschen.

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Anwohner nervt's oft nur noch: Weil viele Hundebesitzer den Kot ihrer Tiere nicht entsorgen und sich Grundstückseigentümer oft ebenso weigern, bleiben die Hinterlassenschaften meistens liegen und verschmutzen Gehwege und Grünanlagen.

Quelle: Andr Kempner

Die Hinterlassenschaften des vierbeinigen Lieblings jedoch werden auch in Dresden nur allzu oft der Gemeinschaft aufgebürdet.

Obwohl die Stadt den Bürgern bereits mit dem Aufstellen von sogenannten „Hundetoiletten", einer Kombination aus Beutelspender und Abfalleimer, entgegenkomme, ließen viele Hundebesitzer die Exkremente ihrer Vierbeiner achtlos liegen, so Volkmar Lautenbach vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft auf Anfrage von DNN-Online. Mehr als 70 solcher „Hundetoiletten" hat die Stadt im gesamten Stadtgebiet aufgestellt, etwa 154 weitere befinden sich in privater Obhut. Dabei sind Hundehalter gesetzlich verpflichtet, Utensilien zum Wegräumen des hinterlassenen Kots mit sich zu führen und diese bei Kontrollen vorzuzeigen. Kann Herrchen oder Frauchen die Gegenstände nicht vorweisen, droht ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

Doch das schreckt offensichtlich wenig ab. Zu allem Übel zieren die ärgerlichen Hinterlassenschaften oft nicht nur Gehwege und Parks, sondern liegen zum Teil wenige Meter neben dem nächsten Beutelspender oder vor Hauseingängen. Auch das 2010 gestartete Projekt „HaiDog", im Zuge dessen 28 weitere Reinigungsstationen insbesondere in den am stärksten verschmutzten Stadtteilen aufgestellt wurden, brachte kaum nennenswerte Resonanz.

Nach Auskunft des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft ist die Lage in der Äußeren Neustadt, in Pieschen und in Cotta am angespanntesten. In diesen „Brennpunkten" ist die Stadt deshalb mehrfach im Jahr mit Zivilstreifen unterwegs und stellt Knöllchen gegen Schmutzfinken aus. Zusätzlich habe auch der gemeindliche Vollzugsdienst des Ordnungsamtes bei seinen täglichen Rundgängen ein Auge auf die Lage an der Hundekotfront, so Anke Hoffmann von der Stadt. Vor der Vielzahl der im Stadtgebiet gehaltenen Hunde und vor allem den renitenten Besitzern kapituliert allerdings zunehmend auch die Stadt: Wenn jemand erwischt würde, handele es sich meist nur um einen Zufallstreffer, so Hoffmann.

„Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht auf das massenhafte Aufstellen von Hundebeutelspendern ankommt, sondern der Wille des Hundeführers vorhanden sein muss", heißt es beim Amt für Stadtgrün. Selbst in Stadtgebieten, die überdurchschnittlich gut mit Hundebeutelspendern ausgestattet seien - wie etwa Löbtau -, habe sich an der Situation wenig geändert. Ob Bequemlichkeit oder Unwissenheit - über die Gründe lässt sich nur spekulieren.

Die übel riechenden Folgen hat dann die Gemeinschaft zu tragen. Die berühmtberüchtigte Tretmine vor dem Haus oder Hundekot auf Kinderspielplätzen lassen die Gemüter hochkochen. Eine gesonderte Hundekotentsorgung durch die Stadt gibt es übrigens nicht. Nur elf Prozent der Straßen und Gehwege liegen überhaupt im Verantwortungsbereich der Stadt, beim Rest besteht die sogenannte Anliegerpflicht. Das heißt: Wenn Waldi sich auf den Gehweg entleert, müsste der jeweilige Grundstückseigentümer den Haufen beseitigen, wenn Herrchen ihn einfach liegen lässt. Da das kaum jemand macht, bleibt der Dreck liegen.

Die Hundesteuer wird übrigens nicht wie oft irrtümlich angenommen für die Hundekotentsorgung durch die Stadt gezahlt. Bei ihr handelt es sich wie jede andere Steuer auch um eine Gemeindeabgabe, die zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben verwendet wird.

Jane Jannke

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