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Stadtoase in Dresden überwuchert und vermüllt

Stadtoase in Dresden überwuchert und vermüllt

Eine neue Stadtoase an der Liststraße ist entstanden. Mit frischem Grün und alten Obstbäumen. "Die Besucher können die Früchte essen oder mit nach Hause nehmen, um sie zu Marmelade zu verarbeiten", erklärte Landschaftsarchitekt Michael Müßiggang zur Eröffnung.

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Flaschen und anderen Unrat stopft Gerda Koci in einen mitgebrachten Müllsack.

Das war vor fünf Wochen. Nun sind zwar bald Birnen reif, doch rundherum hat der kleine Park am Rande der Leipziger Vorstadt schon nach der kurzen Zeit für einige erwartungsvolle Nutzer an Attraktivität eingebüßt.

"Sieht das etwa einladend aus?", fragt Gerda Koci. Dabei zeigt die Rentnerin auf eine von welken Goldruten und anderen Pflanzen wild überwucherte Fläche, durch die ein schmaler, unbefestigter Pfad führt. Immer mittwochs ab 14 Uhr trifft sich Koci auf Initiative des nahen DRK-Seniorenzentrums "Impuls" an der Bürgerstraße mit Altersgenossen in der Grünanlage. Dort spielten sie mal Brettspiele, mal machten sie Portraitfotos, Koci trug dort auch schon ihre selbst verfassten Mundartgedichte vor. Ihr Ziel ist, die neugewonnene Fläche zu beleben. So richtige Gemütlichkeit will dabei aber nicht aufkommen. Einerseits haben die Holzbänke keine Lehnen. Das sei nichts für alte Leute, so Koci. Andererseits müsse die Gruppe immer erst mal den ganzen herumliegenden Abfall einsammeln. Grund: An einen Mülleimer direkt im Park haben die Planer nicht gedacht. Der nächste steht an der Großenhainer Straße, doch den Weg macht sich niemand.

Zumindest der von Koci kritisierte "Wildwuchs" ist aber offenbar Teil des Gestaltungskonzepts. "Da gehen die Ansichten der Senioren und der Planer, wie ein gepflegter Park aussieht, auseinander", erklärt Cäcilia Dietze, Mitarbeiterin der Begegnungsstätte. Sie sieht sich in einer Vermittlerrolle und steht mit der Stadt in Kontakt, um auszuloten, wie das 3350 Quadratmeter und zum Preis von 300 000 Euro gestaltete Areal weiter aufgewertet werden kann. Gerda Koci hofft: "Vielleicht hilft ja schon, wenn man mal mit dem Rasenmäher drüberfährt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.08.2012

StS

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