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Spielerisch kommunizieren mit „Go“

Japanisches Brettspiel Spielerisch kommunizieren mit „Go“

Auf den ersten Blick wirkt das Spiel mit den vielen kleinen Steinchen sehr irritierend und komplex. Doch die Regeln sind simpel und seien meist in „zehn Minuten erklärt“, verrät Janine Böhme. Die 26-Jährige ist Vorsitzende des Vereins „AdYouKi Go“.


Quelle: D. Flechtner

Dresden. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel mit den vielen kleinen Steinchen sehr irritierend und komplex. Doch die Regeln sind simpel und seien meist in „zehn Minuten erklärt“, verrät Janine Böhme. Die 26-Jährige ist Vorsitzende des Vereins „AdYouKi Go“ und engagiert sich derzeit anlässlich des UNESCO-Welttages der kulturellen Vielfalt für die Etablierung des japanischen Brettspiels Go in Dresden.

Für Böhme ist auch eindeutig, warum das Spiel für einen erfolgreichen Dialog und die Integration von Menschen so wertvoll ist: „Die Regeln sind so einfach, dass sie sowohl für Ältere und Kinder, als auch für Flüchtlinge in verschiedenen Sprachen problemlos erklärt werden können.“ Beim Go geht es darum, dass zwei Spieler auf einem Brett mit unterschiedlich gefärbten Steinen einen gewissen Bereich abgrenzen müssen. Die Steine können abwechselnd auf jedes Feld gelegt werden. Wer am Ende die größte Fläche eingenommen hat, gewinnt.

Der Verein „AdYouKi Go“ veranstaltet im Mai anlässlich des Unesco-Welttages der kulturellen Vielfalt offene Go-Spieletreffs in der Stadt:

Sonntag, 15. Mai , 13.30 bis 16 Uhr: große Familien-Go-Einführung zum Pfingstsonntag im Internationalen Garten Dresden, Pfotenhauerstraße 103;

Montag, 16. Mai , 15 bis 19 Uhr: Go-Spieletreff für Kinder und Anfänger im Johannstädter Kulturtreff, Elisenstraße 35;

Mittwoch, 18. Mai , 13.45 bis 15.15 Uhr: Go-Einführung am Hans-Erlwein-Gymnasium, Eibenstocker Straße 30;

Sonnabend, 21. Mai , 11.30 bis 16 Uhr: gemeinsame Abschlussveranstaltung und großes Go-Schulturnier in der Turnhalle des Ju-Jutsu und Aikido des Universitätssportvereins (USV) der TU Dresden an der Teutoburger Straße 15;

Zudem veranstaltet der Dresdner Go-Club jeden Mittwoch von 18 bis 22 Uhr einen offenen Spieletreff im Sportamt an der Freiberger Straße 31/203.

In der japanischen Heimat, wo das Spiel historischen Dokumenten zu Folge schon seit über 3000 Jahren gespielt wird, zählt es mittlerweile als Volkssport. „In Deutschland sind wir noch weit davon entfernt. Derzeit gibt es etwa 3000 aktive Go-Spieler“, erklärt Böhme. Und obwohl ihr 2012 gegründeter Verein „AdYouKi Go“ mit 18 Mitgliedern auch eine eher geringe „Manpower“ aufweise, legt sich die 26-Jährige mit ihrem Team mächtig ins Zeug.

In Dresden organisiert der AdYouKi Go e.V. derzeit zahlreiche kostenfreie Go-Einführungsveranstaltungen und Spieltreffs, um mit dem japanischen Brettspiel für Kommunikation und Integration zu werben. „Wir wollen möglichst viele verschiedene Menschen zusammenbringen und eine Begegnung auf Augenhöhe mit Hilfe des Strategiespiels ermöglichen“, erklärt Böhme.

Den Höhepunkt bildet eine gemeinsame Abschlussveranstaltung am 21. Mai beim Universitätssportvereins (USV) der TU Dresden. Dort wird auch der erste Dresdner Schul-Go-Mannschaftspokal ausgespielt. Mit Hilfe des USV, der mittlerweile auch eine eigene Go-Mannschaft in der 2005 ins Leben gerufenen Go-Bundesliga stellt, veranstaltet der AdYouKi Go e.V. im Mai deshalb Go-Projekttage an verschiedenen Schulen im gesamten Stadtgebiet.

„Wir sind an Grund- und Oberschulen, sowie an Gymnasien in Dresden unterwegs. Die Schüler sind sehr begeistert und lernen das Spiel schnell“, so Böhme. Im vergangenen Jahr verwirklichte der Verein sogar das ehrgeizige Projekt, einer kompletten Schule das Go-Spielen beizubringen. In Hoyerswerda versammelten sich 40 Helfer und Go-Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet und brachten an einem Tag etwa 300 Schülern einer Oberschule das japanische Brettspiel näher.

„So ein Projekt würden wir gerne wieder veranstalten, eventuell sogar in Dresden. Derzeit fehlt uns aber das Personal dafür“, so Böhme. Ihr Ziel ist es, dass der AdYouKi Go e.V. in Zusammenarbeit mit regionalen Go-Spielern- und Verbänden weitere Lehrer ausbildet und so eine Verbreitung des Strategiespiels ermöglicht.

Von Sebastian Burkhardt

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