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Skisprungmeisterschaften im Dresdner Alaunpark: „Der Rekord fällt beim Schanzenbau“

Skisprungmeisterschaften im Dresdner Alaunpark: „Der Rekord fällt beim Schanzenbau“

Am Sonntagvormittag werden wagemutige Männer und vielleicht auch Frauen zur "3. privaten offenen Dresdner Skisprungmeisterschaft“ im Alaunpark antreten. Ab 11 Uhr wetteifern sie auf der „Pionierschanze“ um Ruhm und Ehre.

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Die "Pionierschanze" im Dresdner Alaunpark wird für die "3. private offene Dresdner Skisprungmeisterschaft“ präpariert.

Quelle: Tanja Tröger

Und um den Schanzenrekord. Ob der momentan bei 9 Meter oder 9,50 Meter liegt, weiß selbst Rekordhalter „Jens W.“ nicht genau. Aber das ist unerheblich, denn der neue soll zweistellig werden.

Dazu haben sich am späten Samstagnachmittag ein halbes Dutzend Springer und Sportexperten getroffen und die Anlage für die sonntäglichen Flugversuche präpariert. „Der Rekord fällt nicht morgen, sondern heute mit unserem Schanzenbau“, erklärte „Jens W.“ – übrigens ohne markanten Oberlippenbart – und hob grinsend die Hand in Kopfhöhe. „Davon hängt’s ab, ob wir die 30 Meter knacken“, fügte er an. Mitorganisator Georg Knobloch alias „Matti N.“ freute sich über die fleißige Frau Holle. „Das Schöne ist: Es ist viel Schnee da, wir müssen eigentlich nur Löcher im Auslauf zumachen und den Schanzentisch bauen.“

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Unter dem Motto "Der innerstädtische Wintersport muss gepflegt werden!" präparierten Dresdner Hobby-Skispringer die "Pionierschanze" im Alaunpark.

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Fasziniert beobachtet von Dutzenden Rodelkindern und -eltern haben die Baumeister die gemauerte „Pionierschanze“ um etwa 30 Zentimeter aufgestockt, um spektakuläre Weiten zu erzielen. Per Schubkarre und Laubsack holten sie die nötigen Schneemassen heran und brachten sie mit alten Kuchenbrettern in Form. „Ich hab historisches Schalmaterial mitgebracht, damit ist schon mancher Skispringer-Kuchen gebacken worden“, ulkte der Noch-Rekordhalter. Anschließend noch ordentlich festtrampeln und mit kaltem Wasser fixieren – fertig ist der Neustadt-Bakken.

Der rote Schriftzug „So 11 Uhr Springen“ krönte die Neustädter Skisprungarena. Der Dresdner Matti Nykänen streuselte ihn mit roter Kreide in den Schnee, weil ihm das Markierungsspray im Baumarkt zu teuer war. „Das muss eigentlich mit Nasenblut geschrieben werden!“, frotzelten seine Kollegen.

Die Kreide-Ankündigung hielt die vielen Rodler nicht ab, neugierig zu fragen, was die Mittdreißiger denn hier treiben. Geduldig erklärten die Männer immer wieder, dass es sich um einen Wettkampf im Skispringen handele, dass spontan jeder mitmachen könne, dass nur auf Skiern oder Snowboard gesprungen werden dürfe. Die Schlittenkinder vertröstete Georg Knobloch auf die Mittagszeit: „Nach dem Wettkampf könnt ihr auch über die Schanze rodeln.“

Welche Geschichte hat die „Pionierschanze“?

Trotz ihrer Recherchen konnten die Freizeit-Skispringer bisher nicht herausfinden, was es mit der Pionierschanze auf sich hat. „Von den vielen alten Neustädtern, mit denen ich geredet habe, weiß keiner was darüber“, so Knobloch. „Wir wissen nur, dass sie wohl aus den 50er Jahren stammt und vermuten, dass sie zum Schulsport gedient hat.“

Immerhin sei Sachsen die Gegend mit den meisten Skisprungschanzen auf der Welt. Auf kleinen Schanzen im Erzgebirge haben auch die Dresdner Skiflieger ihre Karrieren gestartet. Früher sind sie auf dem Geising und bei allen möglichen Spaßwettkämpfen gesprungen. Durch ihre Kinder hätten sie dann gemerkt: „Der innerstädtische Wintersport muss gepflegt werden!“

ttr

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