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Sexy, bunt und schrill: Der 3. Dresdner Tuntenball

Erste Misswahl Sexy, bunt und schrill: Der 3. Dresdner Tuntenball

Im Hotel Quality Plaza Dresden fand am Sonnabend der dritte Dresdner Tuntenball statt. Erstmals wurde auch eine Miss Tuntenball gewählt: Gloria Hole holte sich den Titel. Das Motto des Abends lautete „Der Teufel trägt Prada“.

Die Gäste präsentierten sich zuweilen in gewagten Outfits, sexy, bunt und schrill.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Ganz Deutschland pilgerte am Wochenende zum dritten Tuntenball nach Dresden. Im Hotel Quality Plaza trafen sich am Sonnabend über 200 Dragqueens, Cross Dresser, Transgender und alle, denen es gefällt aufzufallen, um eine fulminante und flamboyante Party zu feiern. Erstmals wurde auch eine Miss Tuntenball gewählt: Gloria Hole holte sich den Titel. Die Dragqueen ist zusammen mit ihrer Freundin Natalie den weiten Weg aus dem österreichischen Graz angereist. „Ich betreibe das jetzt seit fast zehn Jahren“, so die amtierende Miss Tuntenball.

„Ich verkleide mich, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, damit die Leute meine Message hören – ehegleich in Österreich.“ Der 29-Jährige gewann vor zwei Jahren den Grazer Tuntenball, welcher dieses Jahr zufällig zeitgleich stattfand: „Heute wollte ich halt Miss Tuntenball Dresden werden.“ In der Tat überzeugten das extravagante, goldene Kleid aus der Hand eines Meisterschneiders und der opulente Kopfschmuck – beides Unikate – das Dresdner Publikum.

Betty Boje kam extra aus Schleswig-Holstein. Die Leidenschaft für Frauenkleider entsprang einer Silvesterlaune: „Ich war schon immer ein schriller Vogel und das hier ist die beste Möglichkeit es rauszulassen. Das Leben ist schon ernst genug.“ Doch längst nicht alle Besucher waren homosexuelle Männer. „Zu uns auf dem Ball kommen ungefähr 60 Prozent Heterosexuelle und die Hälfte der Besucher sind ohnehin Frauen – darunter auch einige Ehepaare“, erklärt der Veranstalter und Betreiber des Café Valentino Frank Heine.

"Der Teufel trägt Prada" - so lautete das Motto des Dresdner Tuntenballs 2016.

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Er erklärt: „Natürlich gibt es da die Schwulen, die sich für Partys herausputzen, um aufzufallen. Das sind die klassischen Dragqueens. Dann gibt es die Transgenders, welche auch dem Ausweis nach richtige Frauen sind. Zu guter Letzt sind da die Cross Dresser – heterosexuelle Männer, die aus Fetischgründen Frauenkleider tragen, in ihrer Rolle als Frau jedoch asexuell sind und es hauptsächlich für den Kick betreiben.“

Genauso sieht es Görz in seiner Rolle als Lysanne: „Ich mache das alle zwei oder drei Monate und zehre dann auch mehrere Wochen davon.“ Andere würden mit dem Fahrrad über die Alpen fahren oder Extremsport betreiben, dies sei lediglich seine Weise Dampf abzulassen. Der 60-Jährige hat sich mit seiner Leidenschaft vor seiner Familie geoutet. Seine Frau, die Kinder und Enkel akzeptieren seine Lebensweise und gehen damit offen bis zurückhaltend um. „Ich liebe es einfach aufzufallen“, so der Zweimetermann im roten Abendkleid.

Durch den Abend führte der Dresdner Travestiekünstler Miss Chantal mit derben Sprüchen und deutschem Chanson. Die ABBA Girls, der Dresdner Akrobat Ronny Robix sowie die Diven Wanda Kay und Tess Tiger gestalteten das Showprogramm. Am Rande sammelten die Dresdner Aidshilfe und die quietschbunten „Schwestern der Prepetuellen Indulgenz“ Geld für ihre Aufklärungskampagnen.

Paul Felix Michaelis

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