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Science-Fiction-Fans treffen sich zum "Penta-Con" in Dresden

Science-Fiction-Fans treffen sich zum "Penta-Con" in Dresden

Sex in der Schwerelosigkeit, außerirdischer Besuch in Dresden und uranidische Dichtkunst? Dahinter können nur Science-Fiction-Fans stehen und die treffen sich auf Einladung des Dresdner Urania-Clubs "TERRAsse" ab morgen bis zum Sonntag im Palitzschhof in Prohlis.

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Alien trifft Römer trifft Sphinx: Zeitreisen und außerirdische Besucher sind seit jeher beliebte Sujets in der Science-Fiction-Literatur. Seit indes die Raumfahrt-Euphorie mit dem Kalten Krieg verblasst ist, hat es dieses Genre im Buchmarkt eher schwer - ganz anders als im Kino.

Quelle: Urania

Die sternensüchtigen Terraner erwarten Besucher aus der ganzen Bundesrepublik, wird auf ihrem achten "Penta-Con" - abgeleitet vom früheren Austragungsort im Pentacon-Kulturhaus und der Bezeichnung "Convent" für Fan-Treffen - doch auch der deutsche Kurd-Laßwitz-Preis an die besten SciFi-Autoren des Jahres vergeben. Auf dem Programm stehen unter anderem Rezitationen utopischer Poeme, Lesungen von Kurzgeschichten, ein Vortrag über die jüngeren Einflüsse von Porno auf Science Fiction sowie eine Präsentation von Sci-Fi-Kleinverlagen.

Klein ist auch die Szene geworden - und sichtlich in die Jahre gekommen. "Wir haben auch Fans und Autoren zwischen 30 und 40, aber das Gros ist älter - die Jugend interessiert sich anscheinend nicht mehr so recht dafür", sinniert der 76-jährige Dresdner Urania-Chef und "Spiritus Rector" des Dresdner "TERRAsse"-Klubs. Das mag zunächst verwundern, ziehen doch Sci-Fi-Filme aus Hollywood immer noch ein Massenpublikum in die Kinos und in die Saugstuben im Internet. Doch Form und Inhalt von Science Fiction haben sich seit DDR-Zeiten, als Autoren ihre "utopischen Romane" noch zu Hunderttausenden, teils in Millionen-Auflagen verkauften, eben gründlich gewandelt: Statt technik- und zukunftsbegeisterter Utopie wie in sozialistischen Zeiten liegt längst die pessimistische Dystopie im Trend: "Wenn man an die jüngsten Schnüffelaffären um die NSA denkt, wundert es kaum, dass dieser Faden einer düsteren Überwachungs-Zukunft immer weiter gesponnen wird", meint auch Krämer.

Ohnehin ist Sci-Fi in literarischer Form zum Ladenhüter geworden. Verirrt sich die jüngere Generation in diese Abteilung der Buchläden, greift sie eher zu den benachbarten Fantasie- und Vampir-Geschichten. Zudem wird Sci-Fi heute oft als Comic oder Film konsumiert, kaum noch als Buch. "Selbst beliebte DDR-Autoren können heute froh sein, wenn sie ihre Science-Fiction-Erzählungen noch bei einem ehrenamtlich betriebenen Kleinverlag unterbringen", sagt der Urania-Chef.

Das war in den 1960er und 70er Jahren noch ganz anders: Nach Gagarin-Flug und Mondlandung schienen vielen Menschen die Sterne greifbar nahe. Als Krämer 1969 einen Stanislaw-Lem-Club gründete, benannt nach dem polnischen Sci-Fi-Autor, dessen Bücher von Tarkowski und Defa wie auch von Hollywood verfilmt wurden, da scharten sich schnell über 150 Mitglieder um ihn. Nach dem Sturz des technikverliebten DDR-Chefs Walter Ulbricht wehte indes ein anderer Wind, der Dresdner Lem-Club kollabierte 1973 - auch in Folge staatlicher Restriktionen gegen dessen Mitglieder.

Zwar galt und gilt Dresden weiter als eine Hochburg der ostdeutschen Fans von "echter" Science-Fiction-Literatur, ist auch Heimat mehrerer Autoren. Doch der Neustart des Lem-Clubs 1994 als "TERRAsse" unter dem Dach der Urania kam über ein Dutzend Mitglieder nie hinaus, Jugendliche sind gar nicht darunter. Der Enthusiasmus der Raumfahrt-Ära, so diagnostiziert Krämer, der sei offensichtlich verflogen.

"Penta Con", Science-Fiction-Treffen, Palitzschhof Prohlis, Gamigstraße 24, www.urania-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2013

Heiko Weckbrodt

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