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Satire-Trio „Titanic-Boygroup“ kürt in Dresden neue Präsidentschaftskandidaten

Satire-Trio „Titanic-Boygroup“ kürt in Dresden neue Präsidentschaftskandidaten

Martin Sonneborn steht als Wulff-Ersatz für das eben freigewordene Präsidentenamt zur Verfügung. Das ist eine der ersten Botschaften, die am Freitagabend in der Schauburg in Dresden ins Publikum getragen werden.

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Thomas Gsella und Martin Sonneborn, Ex-Chefredakteure der Titanic, kasperten am Freitag in der Dresdner Schauburg.

Quelle: Dominik Brüggemann

Für die drei Ex-Chefredakteure des Satire-Magazins Titanic hätte der Tag kaum besser beginnen können. Der Rücktritt des Präsidenten liefert der selbsternannten „Titanic-Boygroup" Steilvorlagen für Witze mit bitterbösem Humor. An Sonneborns Seite saßen Thomas  Gsella und Oliver Maria Schmitt, die zusammen in rund 200 Minuten Gedichte, Videos und Artikel aus über 30 Jahren „Titanic" präsentierten.

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Der Rücktritt des Präsidenten liefert der selbsternannten „Titanic-Boygroup“ Steilvorlagen für Witze mit bitterbösem Humor.

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„Wir können uns nicht mehr riechen", begründet Schmidt die als Abschiedstournee deklarierte Show des Satire-Trios. Immerhin habe man noch mehr Zuschauer als Thomas Gottschalk mit seiner neuen ARD-Show. Spott musste sich nicht nur Prominente, sondern auch das Publikum gefallen lassen: „Hier in Dresden kennt man sich mit Nazis ja gut aus, sind bestimmt auch welche im Saal", erkundigten sich die Satiriker nach der Gesinnung im Saal.

Wie weit der Rassismus und dessen politische Ideologie in die Gesellschaft hineinragt, bewiesen sie anhand eines Videobeitrags zur „Entnazifizierung". Ein Befragter forderte in diesem Satire-Beitrag gar einen kleinen Adolf zurück an die Macht. Das konnten sich die drei im Rundkino auch wieder vorstellen, und priesen unverzüglich Adolf Sauerland, Ex-Bürgermeister in Duisburg, als neuen Präsidentschaftskandidaten. Der könne mit seinem Vornamen im Ausland bestimmt reichlich Eindruck schinden, waren sich Sonneborn, Schmitt und Gsella sicher.

Wenig Punkte sammelten sie hingegen mit der Forderung, die Frauenkirche einreißen zu lassen und aus den Steinen die Mauer wieder aufzubauen. Die Häme, die ihnen entgegenschlug, forderten sie mehrfach regelrecht ein. Witze gegen die „Ossis", in der „Zone", der Wunsch nach der alten ihrer Republik im „Westen„, das Publikum musste sich einiges gefallen lassen oder herzhaft lachen ob der obskuren Wünsche und Witze.

Versöhnlich ließen die drei alten Männer, die sie augenscheinlich seien, den Abend ausklingen. Zusammen mit Kabarettist Olaf Schubert und Sängerin Annamateur kehrten sie nach ihrem Auftritt gemeinsam in der Dresdner Neustadt ein. Thomas Gsella ließ sich zu einem Klavierspiel hinreißen und den Besuchern aus den alten Bundesländern schien „die Stadt hinter Leipzig" irgendwie doch zu gefallen. Mit einem „Gute Nacht", verabschiedete sich Martin Sonneborn später satirefrei aus dem Bautzner Tor.

Dominik Brüggemann

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