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Sarah Kuttner mit ihrem neuen Roman „180 Grad Meer“ in der Schauburg

Mit Hund und Berliner Schnauze Sarah Kuttner mit ihrem neuen Roman „180 Grad Meer“ in der Schauburg

Mit ihrem neuen Roman „180 Grad Meer“ tourt Sarah Kuttner seit Dienstag quer durch die Republik. Am Mittwoch war sie zu Gast in der Dresdner Schauburg und gab dem Publikum einige Kostproben aus ihrem neuen Buch.

Sarah Kuttner las am Mittwoch in der Schauburg aus ihrem neuen Roman „180 Grad Meer“.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Dresden verbindet man ja – vor allem in den sozialen Netzwerken – leider immer mit Pegida. Wie beschissen es sein muss, wenn man heutzutage ein cooler Dresdner ist“, begann Sarah Kuttner am Mittwoch in ihrer unnachahmlich nonchalanten Art ihre Lesung. „Aber ich hab Dresden trotzdem lieb“, warf sie noch hinterher. Die Berliner Moderatorin, die sich vor einigen Jahren mit ihrem Erstlingswerk „Mängelexemplar“ in den Berufsstand der Autorin gehoben hat, stellte in der Schauburg ihren neuen Roman „180 Grad Meer“ vor. Derzeit ist die 37-Jährige auf Lesetour – Dresden ist die zweite Station.

Kurz nach 20 Uhr betrat sie die Bühne des restlos ausverkauften Sergio-Leone-Saals – wie gewohnt in Begleitung ihres Jack-Russel-Terriers. Der aber durfte nur kurz Theaterluft schnuppern und wurde wegen Ungehorsams der Bühne verwiesen. „Du gehst mir heute auf den Sack, Hund“, so Kuttner halb liebevoll, halb genervt zu ihrem pelzigen Gefährten. Der Terrier, dessen Name die Moderatorin unter keinen Umständen verraten möchte, durfte sich dann außerhalb der Schauburg mit einer Freundin der Autorin die Beine vertreten. Dann beginnt der wesentliche Programmpunkt.

Sarah Kuttner war zu Gast in Dresden. Die Moderatorin und Buchautorin las im großen Saal der Schauburg aus ihrem neuen Buch "180Grad Meer".

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So wie „Mängelexemplar“ und „Wachstumsschmerz“ und jetzt auch „180 Grad Meer“ handeln Kuttners Romane von jungen Frauen, die sich schwer tun, sich in die Gesellschaft einzufügen. In ihrem Neuling ist es die Protagonistin Jule, die vor ihrem Leben in Berlin nach England flieht und dort Anonymität und Ruhe sucht. Jule hasst die Welt und die meisten Menschen, die in ihr leben. Aber noch mehr hasst sie sich selbst. „Ich fand es irgendwie interessant, sich vorzustellen, wie es ist, wenn eine Person sich absolut nicht leiden kann“, sagte die Autorin. „Wie kann ein Mensch mit sich leben, wenn er sich selbst so unfassbar furchtbar findet?“

Nachdem Jule ihren Freund mit ihrem Chef, dem Betreiber einer Bar, in der sie regelmäßig als Sängerin auftritt, betrogen hat, zieht sie zu ihrem Bruder Jakob nach London. Dort trifft sie nicht nur ihren Bruder sondern auch auf den krebskranken Vater, der Jule und ihre suizidgefährdete Mutter vor vielen Jahren verlassen hat. Und auf Bruno, einem mürrischen und verkappten Hund, der eine heimliche Hauptrolle einnimmt. Im Laufe der Geschichte versucht Jule, ihr kompliziertes Verhältnis zur Familie und ihrer brüchigen Beziehung zu entwirren und ihre eigenen Gefühle zu ordnen.

Rund 35 Seiten Kostproben las Sarah Kuttner am Mittwoch aus ihrem Roman. Der wahrscheinlich interessanteste Teil für eingefleischte Fans war vielleicht die offene Fragerunde im Anschluss der Lesung. Mit gewohnter Berliner Schnauze verriet sie, was sie zum Abendessen hatte („Bayrischen Schweinebraten“), wie sie am liebsten arbeitet („Erst Kaffee kochen, dann eine Folge ’Friends’ gucken und dann schreiben“) und ob sie schon auf dem Dresdner Wintermarkt rodeln war („Bitte was?“).

Ihre Lesetour „180 Grad Meer“ führt Sarah Kuttner bis Mitte November quer durch die Republik.

Von Juliane Weigt

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