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Riesenrad und Autoscooter: Dresdner Frühjahrsfest lockt Rummelfans

Riesenrad und Autoscooter: Dresdner Frühjahrsfest lockt Rummelfans

Das Frühjahrsfest lockt seit Ostersamstag wieder zahlreiche Dresdner auf das Volksfestgelände an der Pieschener Allee. Wie in jedem Frühling kann man sich reichlich zwei Wochen lang auf Fahrgeschäften amüsieren, an Los- und Schießbuden sein Glück versuchen oder sich an Bratwurst, Limo und Langos laben.

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Noch bis 22. April lockt das Dresdner Frühjahrsfest auf den Volksfestgelände.

Quelle: Tanja Tröger

Noch bis 22. April fahren Karussels und Autoscooter. „42 Geschäfte haben wir dieses Jahr hier", berichtet Mike Borowsky, Vorsitzender des Dresdner Schaustellerverbandes e.V., der den Rummel veranstaltet. Die meisten Schausteller kommen aus der Dresdner Region und aus Mitteldeutschland.

„Bei den Dieselpreisen heute kann man gar nicht mehr durchs ganze Land fahren", nennt Riesenrad-Besitzerin Andrea Schubert einen wichtigen Grund für die regionale Ausrichtung des Rummels. Und Lokalpatriotin ist die Dresdnerin auch: Jedes Jahr ärgert sie sich, dass beim Stadtfest ein Berliner und kein sächsisches Rad dabei ist. Von Andrea Schuberts Riesenrad hat man den besten Überblick über das Volksfestgelände. Ganze 35 Meter ist das Rad hoch. Bis das riesige Gerüst aufgebaut ist, dauere es zwei volle Tage, erzählt die Frau im Kassenhäuschen. Wie viele Gäste pro Tag ihre Runden über Dresden drehen, kann sie nur schätzen - Hunderte sind es wohl. „Aber wir sind natürlich stark vom Wetter abhängig."

Während das Rummelgeschäft laut Veranstalter Mike Borowsky am Osterwochenende eher schleppend lief, zog das schöne Wetter am Ostermontag viele Gäste auf das Frühjahrsfest - zum Beispiel Familie Klemmt. Mutter Mandy steht am Fuß des Riesenrades und winkt nach oben zu Mann und Tochter. „Eigentlich sind wir nur wegen des Riesenrades hier, für alles andere ist sie mit drei Jahren noch zu klein." Da hat sie die Rechnung aber ohne ihre Tochter gemacht: Kaum ist die Dreijährige aus der Gondel gestiegen, fragt sie, wann sie denn Karussell fahren dürfe.

Dass der Rummel wegen des schlechten Osterwetters nur schwer anlief, hat auch Schausteller Heiko Haeberling aus Barleben zu spüren bekommen. „Aber ich habe mit Kollegen in Magdeburg telefoniert, dort ist es noch schlimmer! Und wir haben ja noch zwei Wochen!" Sagt's und reicht dem nächsten Kind eine magnetische Angel fürs „lustige Entenangeln".

Irina und Denis aus Neckarsulm besuchen das Frühjahrsfest während ihres Osterurlaubs. Beide stammen aus der Ukraine, haben viele Jahre im sächsischen Radeberg gewohnt und sind dann nach Baden-Württemberg gezogen. Der Rummel gefalle ihnen, meint Irina, „aber er könnte ein bisschen größer sein".

Solcherlei Gigantomanie versteht Gert Schubert nicht. Ein „ganz kleiner regionaler Schausteller" in der vierten Generation ist der Kreischaer und sehr traditionsbewusst. „Königlich sächsische Bahn" steht auf seiner Kindereisenbahn. Schubert findet es schade, dass junge Veranstaltungen wie das Stadtfest jahrhundertealte Volksfeste verdrängen. „Die Vogelwiese im Sommer gäbe es gar nicht mehr, wenn sich der Schaustellerverband nicht drum kümmern würde! Dabei ist die Vogelwiese sogar älter als das Münchner Oktoberfest! Die Münchner haben verstanden, dass man so was fördern und vermarkten muss!" Deshalb wünscht sich Gert Schubert mehr Unterstützung von den Dresdner Stadtvätern: „Wir Schausteller wollen keine Subventionen, sie sollen uns nur ein bissel entgegenkommen mit den Gebühren." Volksfeste gehörten schließlich zum Kulturgut und seien Spiegel der Gesellschaft. Solche Traditionen dürfe man nicht sterben lassen. Aber so lange es junge Mitfahrer wie die kleine Nila Marlie gibt, hat Schubert noch Hoffnung. Als die Dreijährige nach der Rundfahrt aus dem Zug klettert und von Mama Yvonne Röder gefragt wird, ob es ihr gefallen habe, ruft sie „Jaaa!"

ttr

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