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Pieschener Hafenfest: Sind zwei Veranstaltungen eine zu viel?

Pieschener Hafenfest: Sind zwei Veranstaltungen eine zu viel?

Mai bis 1. Juni steppt in Pieschen sprichwörtlich der Bär- und zwar gleich zweimal. Denn die Pieschener feiern nicht nur ihr Stadtteilfest "Sankt Pieschen" rund um die Oschatzer Straße.

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Karussells und Riesenrad sind aufgebaut. Jetzt drehen sie bis zum Sonntagabend beim Pieschener Hafenfest ihre Runden.

Quelle: Susann Schädlich

Am Wochenende vom 30. Gleichzeitig steht das Elbufer entlang der Kötzschenbroder Straße bereits seit Donnerstagabend ganz im Zeichen des "Pieschener Hafenfests". Doch was dem Pieschener Partyvolk ein abwechslungsreiches Wochenende beschert, ist so manchem Veranstalter ein Dorn im Auge.

"Das gibt es in ganz Deutschland nicht, dass zwei Stadtteilfeste gleichzeitig gefeiert werden", ärgert sich Mario Müller-Milano, der seit über 40 Jahren an der Organisation des Pieschener Hafenfests beteiligt ist. Party-Musik, Fahrgeschäfte und sportliche Aktionen sind sein Rezept für ein erfolgreiches Stadtteilfest am Pieschener Elbufer. Durch das parallel stattfindende "Sankt Pieschen" sieht der Schausteller den Erfolg seines Hafenfest zwar nicht in Gefahr. Dass ein zweiter Verein jedoch sein eigenes Süppchen keinen Kilometer entfernt koche, verstehe er trotzdem nicht. "Wir hätten gern mit denen von der Oschatzer zusammen gearbeitet, aber das haben sie abgelehnt", erzählt er.

Mit "denen von der Oschatzer" meint Müller-Milano den Sankt Pieschen e.V., ein Verein, der sich seit etwa zwei Jahren um die Organisation des Stadtteilfestes auf der Oschatzer Straße kümmert. Der Vereinsvorsitzende des Sankt-Pieschen e.V., Andreas Könitz, sieht gar keinen Grund, beide Veranstaltungen zusammenzubringen. "Das Hafenfest und Sankt Pieschen sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Beim Hafenfest geht es hauptsächlich um Gewinn", meint Könitz. Statt Schlagerpartys und Schießbuden soll es bei "Sankt Pieschen" vor allem Jazz, Blues und Kunst geben. "Wir wollen den alten Ortskern von Pieschen wieder mit einer gewissen Multikultur beleben, und zwar nicht auf kommerzieller Basis," erklärt er.

Der Hafenfest-Veranstalter Mario Müller-Milano kann über die leise anklingenden Vorwürfe nur lachen. "Im vergangenen Jahr habe ich bei der Flut 30000 Euro Verlust gemacht. Es gibt viele Veranstaltungen, mit denen ich viel mehr Geld verdienen könnte", erzählt der Zirkus-Veranstalter. "Ich bin hier an der Leipziger Straße groß geworden und in der 8. Grundschule zur Schule gegangen", erzählt er. Das Hafenfest sei für ihn deshalb eine Tradition, die er am Leben erhalten wolle. Immerhin existiere das Fest bereits seit den 1920-er Jahren.

Trotz des Clinches wollen beide Veranstalter am Wochenende ihren Stadtteil gebührend feiern. Sankt Pieschen wartet mit zahlreichen Bühnen, Händlern und Initiativen rund um die "Oschatzer" auf. Auf drei Bühnen versammeln sich Künstler verschiedener Genres. Im ehemaligen Schlecker-Markt lädt ein Künstlercafé zum Stöbern ein. Am Sonntag erwartet die kleinen Besucher eine Spielstraße auf der Konkordienstraße. Beim Pieschener Hafenfest entlang der Kötzschenbroder Straße stehen für die Besucher zahlreiche Fahrgeschäfte wie ein Riesenrad, Karussells und Schießbuden bereit. Während die Erwachsenen am Abend an der Hauptbühne das Tanzbein schwingen, kommen Kinder nachmittags bei einem ausgiebigen Kinderprogramm auf ihre Kosten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.05.2014

susa

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