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Ornithologen verzeichnen in Dresden Waldkauz-Brutrekord

Ornithologen verzeichnen in Dresden Waldkauz-Brutrekord

Dresden kann in diesem Jahr einen Eulenrekord verzeichnen. Von 110 kontrollierten Waldkauzrevieren waren 81 besetzt. Dort gab es nachweislich 61 Bruten mit insgesamt 183 Jungen.

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Waldkauz-Junge in der Pieschener Allee.

Quelle: Klaus Fabian

Das in den letzten zwölf Jahren erfolgreichste Brutjahr war bisher 2007. Damals wurden 46 Bruten mit 115 jungen Waldkäuzen gezählt.

Die Zahlen stammen von Mitgliedern der Fachgruppe Ornithologie, die unter Leitung des Eulen-Experten Klaus Fabian das ganze Jahr über im Stadtgebiet unterwegs sind, um das Vorkommen der verschiedenen Eulenarten in Dresden zu dokumentieren. Die gute Entwicklung des Waldkauzes führen sie vor allem darauf zurück, dass 2012 ein Mäusejahr war. Die "Mäuseplage", die vor allem in der Landwirtschaft beklagt wurde, bescherte den nächtlichen Mäusejägern optimale Lebens- und Brutbedingungen, erklärt Fabian.

Wie in den vergangenen Jahren wuchsen an den Elbhängen und in den ländlichen Randgebieten der Stadt sowie in der Dresdner Heide die meisten jungen Käuze auf. Dagegen beobachteten die Ornithologen in der Innenstadt kaum noch so genannte Waldkauz-Ästlinge, junge Waldkäuze, die im Gezweig sitzen und dort auf Futter warten. Eine Ausnahme machte der Große Garten, der mit seinem Altbaumbestand ideale Kauzquartiere bietet.

Einen drastischen Rückgang mussten die Eulen-Zähler dagegen 2012 bei der Waldohreule hinnehmen. Gab es 2008 noch 37 Bruten bei dieser etwa kauzgroßen Eule, so waren es in diesem Jahr nur noch 13. "In einigen sonst gut besetzten Arealen, wie zum Beispiel der Südvorstadt, gelang überhaupt kein Nachweis", bedauert Fabian. Hoch war allerdings auch hier die Anzahl der Jungvögel. So wurden drei Mal fünf und einmal sogar sechs Ästlinge gezählt. Wahrscheinlich sei auch das dem guten Mäuseangebot zuzuschreiben, vermutet der Experte.

Sehr mager blieb das Beobachtungsergebnis auch bei den Sperlingskäuzen, unserer kleinsten heimischen Eule. Für sie gab es nur einen Brutnachweis in der Dresdner Heide. Die größte Eule, der Uhu, wurde im Industriegelände zwar einmal bei der Hasenjagd beobachtet. Eine Brut gab es erwartungsgemäß im Stadtgebiet nicht. Steinkauz und Schleiereule konnten nicht einmal beobachtet werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.11.2012

Bernd Lichtenberger

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