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Neue Studie: Dresden ist nur mäßig grün

Neue Studie: Dresden ist nur mäßig grün

Einen guten Mittelfeldplatz belegt Dresden beim Nachhaltigkeits-Städte-Ranking. Dabei hat das Magazin Wirtschaftswoche gemeinsam mit Forschern des Instituts für Weltwirtschaft, Kiel Economics und der Kieler Christian-Albrechts-Universität die 50 größten Städte Deutschlands untersucht.

Von Uwe Hofmann

Bei der Studie wurden die Eigenschaften in den sechs Kategorien Umwelt, Wirtschaft, Soziales, Humankapital, Energie und Verkehr sowie Transparenz und Engagement verglichen. Dresden kommt dabei auf den 22. Rang. Als "grünste" Stadt geht Stuttgart vor Münster und Freiburg aus der Studie hervor. Am wenigsten können dagegen die in Nordrhein-Westfalen gelegenen Städte Gelsenkirchen, Oberhausen und Krefeld punkten.

Am besten schneidet die Elbstadt in der Kategorie Umwelt ab. Vor allem das Abfallmanagement loben die Forscher. So sei das jährliche Hausmüllaufkommen mit 322 Kilogramm pro Einwohner das geringste aller untersuchten Städte. Die Recyclingquote liege mit 52 Prozent fast sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Abstriche gibt es jedoch bei der Luftqualität. Die Feinstaubbelastung habe an 29 Tagen über dem Grenzwert gelegen, im Durchschnitt aller Städte sei das lediglich 21 mal passiert.

Als sehr gut schätzen die Forscher auch die Innovationskraft der Stadt ein. Vor allem der Anteil der in Forschung und Entwicklung Beschäftigten sei mit 23,1 Personen unter 1000 Einwohner bemerkenswert hoch (Durchschnitt: 10,3).

In der Kategorie Soziales langt es dagegen nur für den 32. Rang. Dabei bemängeln die Forscher vor allem die demografische Struktur, die die fünftschlechteste im Ranking sei. Für ein besseres Abschneiden müssten vor allem unter 65-jährige Menschen und Frauen als neue Einwohner gewonnen werden, empfiehlt Jonas Dovern von Kiel Economics. Immerhin sei Dresden eine recht sichere Stadt, wobei dem vergleichsweise geringen jährlichen Straftatenaufkommen von 8900 Delikten pro 100 000 Einwohnern (Durchschnitt: 10 509) eine lediglich durchschnittliche Aufklärungsquote von rund 55 Prozent gegenüber steht.

Den letzten Rang belegt Dresden in der Kategorie Transparenz und Engagement. Dabei bemängeln die Forscher den ihrer Meinung nach wenig durchschaubaren Internetauftritt der Stadt und eine fehlende EEA-Zertifizierung durch die Europäischen Kommission. Dabei handelt es sich um ein Qualitätsmanagement für klimaschonendes Verwaltungshandeln.

Im Mittelfeld landet die Stadt in der Kategorie Energie und Verkehr, woran vor allem der geringe Stromverbrauch von 1663 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr (Durchschnitt: 1834 kwh) und die fünftniedrigste Pkw-Quote aller Großstädte ihren Anteil haben. Sie liegt bei 42,9 Pkw je 100 Einwohner (Durchschnitt: 44,5). Auf Rang 23 kommt Dresden in der Kategorie Humankapital. Das gute Abschneiden in der Unterkategorie Bildung (Platz sechs) wird dabei durch eine hohe Jugendarbeitslosgkeit von 12,1 Prozent (Durchschnitt 8,8 Prozent) und eine wegen des unterdurchschnittlichen Betreuungsschlüssels auf Rang 38 gesetzte Kinderbetreuung heruntergezogen.

Bei der ebenfalls im Mittelfeld platzierten Wirtschaftskraft wirken sich vor allem die ohne Schulden auskommenden öffentlichen Finanzen aus, mit denen die Stadt auf dem sechsten Platz landet. Bei der Wirtschaftsleistung, die am Bruttoinlandprodukt pro Kopf (29 271 Euro/Durchschnitt 36 951 Euro), dem verfügbaren Einkommen (16 135 Euro/18 498 Euro) und der Produktivität gemessen wird, liegt Dresden dagegen nur auf Platz 42.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.06.2012

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