Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Neue Mutti-Sportart Mami-Robic findet viele Fans

Neue Mutti-Sportart Mami-Robic findet viele Fans

Wenn das mal kein Hingucker ist: Zehn Frauen samt Kinderwagen und Kleinkind laufen durch den Großen Garten. Zugegeben, das ist noch nichts Besonderes.

Von annette thoma

Das wird es aber, wenn man einen zweiten Blick auf die Gruppe wirft. Alle Muttis tragen Trainingskleidung, Hanteln, Turnschuhe. Und sie machen eine Art Aerobic: Mami-Robic.

Mami-Robic ist eine neue Sportart mit Kinderwagen für frischgebackene Muttis. Anstatt einen Babysitter zu organisieren, werden die Kinder zur Fitness-Stunde einfach mit an die frische Luft genommen. "Die Mütter sollen nach der Schwangerschaft den Fokus auf sich selbst und ihren Körper legen", erklärt Dorothea Fröhlich, die Gründerin von Mami-Robic. "Und sie wollen natürlich auch die Pfunde wieder loswerden."

Daher entwickelte die Fitness-Trainerin im Jahr 2011 ein eigenes Programm, extra auf Muttis zugeschnitten. Sie generierte einen Mix aus Aufwärmen, einem Kardioteil, Aerobic, Kraft- und Ausdauertraining und Rücken- und Rückbildungs-Gymnastik. Besonders auf dem Beckenboden liegt der Schwerpunkt vieler Übungen. Und der Kinderwagen wird als Trainingsgerät einfach mit eingebunden.

60 Minuten laufen und radeln - wie beim Sportunterricht: Beine in der Luft - die Mütter durch die Natur. Und das nicht nur im Großen Garten, auch im Waldpark, auf dem Elberadweg, in der Dresdner Heide oder in Radebeul gibt es regelmäßig Kursangebote.

Fröhlich beschäftigt mittlerweile zwei Trainerinnen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen, denn die "Tendenz ist steigend". Immer mehr Frauen entdecken Mami-Robic für sich. "Sehr viel verbreitet sich über Mundpropaganda", meint die Trainerin. "Aber ich arbeite auch mit dem Sächsischen Hebammenverband und dem Jugendamt zusammen. So ist ein großes Netzwerk entstanden." Das ist auch der Grund, warum Fröhlich immer neue Kurse anbieten muss - die übrigens die Krankenkasse für die sportfreudigen Mütter bezahlt.

Der Anlass, Mami-Robic vor einem Jahr zu gründen, war die Geburt ihres eigenen Kindes. Fröhlich hat danach gemerkt, dass es zwar Kurse für Babys gibt, nicht aber für die Mütter. Das aber wollte sie ändern. Einen Anstoß dazu lieferte das Fernsehen: "So eine ähnliche Bewegung gibt es schon in Australien und England", erzählt die Trainerin. "Anstatt aber bei so einem Kurs mitzumachen, habe ich mich damals entschlossen, selbst einen zu gründen."

Die Kurse sind sehr persönlich gestaltet, alle Frauen duzen sich und haben sichtlich Spaß - trotz der durchaus schweißtreibenden Übungen. In den Mami-Robic-Kursen werden Freundschaften geschlossen, die Muttis tauschen sich aus, sie werden an der frischen Luft gemeinsam aktiv - und trainieren zudem noch ihren Körper. "In den meisten Babykursen kennt man die Namen der Kleinkinder. Hier aber kennen wir die Namen der Muttis", verrät Dorothea Fröhlich. Die Mutter steht im Vordergrund. "Eine Kursteilnehmerin meinte einmal: Diese Stunde mit uns ist für sie wie eine Insel."

Voraussetzungen, um bei Mami-Robic mitzumachen, gibt es eigentlich keine, nur sollten die Mütter bereits mit Rückbildungskursen begonnen haben. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt kann frau in aller Regel mit den Kursen beginnen. Dann steht der sportlichen Betätigung nichts mehr im Wege, außer vielleicht der innere Schweinehund.

"Mami-Robic" - Sport mit Kinderwagen für Mütter, Kontakt über Dorothea Fröhlich, Kleinnaundorfer Straße 10a, Dresden; Weitere Informationen zu den Kursen gibt es im Internet unter www.mamirobic.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0172 / 79 26 52 1, dort sind auch Anmeldungen möglich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard