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Nach rätselhaftem Sterben nimmt der Dresdner Zoo Abschied von seinen verbliebenen Pinguinen

Nach rätselhaftem Sterben nimmt der Dresdner Zoo Abschied von seinen verbliebenen Pinguinen

„Das ist für uns sehr frustrierend", sagt Matthias Hendel, Vogelkurator im Dresdner Zoo. Der Grund seiner Frustration – die drei Pinguine – zog derweil unbeirrt seine Bahnen durch das Wasserbecken.

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Der Dresdner Zoo muss sich von seinen Pinguinen trennen (Archivbild).

Quelle: Christin Grödel

Lediglich das Trio ist von einer einst 28-köpfigen Population geblieben. In den vergangenen zwei Jahren starben 25 Pinguine, das letzte Tier am 20. August dieses Jahres.

Bei der Suche nach dem Grund tappen die Mitarbeiter weiterhin im Dunkeln. Nach reiflichem Überlegen nimmt der Zoo nun Abschied von den letzten drei Humboldt-Pinguinen. Anfang nächster Woche gehen die verbliebenen Tiere auf die Reise zu einer kleinen zoologischen Institution in der Nähe von Prag. „Wir wissen einfach nicht, was die Ursache für das Sterben ist", steht Hendel vor einem Rätsel. Mehr als 20 tote Tiere wurden zur Sektion in verschiedene Labore geschickt, gefunden hat keine etwas. Auch Wasser- und Futterproben blieben ohne Befund.

Nachzuweisen bei allen toten Tieren war eine Pilzerkrankung der Luftsäcke. Dies sei nach Aussage des Vogelkurators aber nicht die Ursache, sondern eine Folgeerscheinung. Er vermutet, dass Stress das Immunsystem der Tiere geschwächt und sie anfälliger gemacht hat – Stress etwa durch die benachbarte Baustelle im Schneeleopardengehege oder durch das Einbringen neuer Tiere in die Population.

Den verbliebenen Pinguinen geht es gut, laut Hendel sehen sie fit aus und atmen auch nicht schwer. Aufgrund der Temperatur sei jetzt ein guter Zeitpunkt für den Transport. Leicht fällt die Trennung indes nicht: „Wir geben die Tiere schweren Herzens ab. Dem Zoo wird ein Besuchermagnet fehlen." In der tschechischen Einrichtung warten sechs weitere Humboldt-Pinguine auf ihre neuen Genossen. Dort weiß man über die Probleme Bescheid. „Wir haben den tschechischen Kollegen die Tiere nicht aufgedrängt. Die kennen die Situation und wollen es trotzdem gerne machen", beschreibt Hendrik Collmar, Revierleiter im Vogelbereich.

Das neue Zuhause verfügt über eine Innenanlage, die neuen Pfleger anscheinend über mehr Know-how, wie Hendel gestehen muss. Über die Wintermonate wird die Pinguinanlage aber nicht leer stehen. So genannte Gänsesäger, ein Entenart, sollen mit ihrem Tauchtalent für neues Leben im Becken sorgen. „Das ist eine gute Alternative in der Winterzeit und wird auch für interessant zu beobachten sein. Schließlich konnten wir sie in ihrem Teich bisher nicht beim Tauchen beobachten", freut sich Collmar.

Im Frühjahr soll dann eine Großreinigung stattfinden – das Becken wird abgekärchert und desinfiziert, die Außenanlage und das Haus rekonstruiert, um sicher zu gehen, dass mögliche Krankheitsverursacher vernichtet werden. Im Sommer nächsten Jahres soll dann eine neue Population von Humboldt-Pinguinen die Anlage bevölkern. Der Wunsch ist eine Kolonie von zehn bis 15 Tieren. „100-prozentig sicher, dass das funktioniert, sind wir aber leider nicht", muss Collmar gestehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2012

cg

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