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Nach 60 Jahren: Ehemalige der 9a der Dresdner Kreuzschule von 1952 trafen sich

Nach 60 Jahren: Ehemalige der 9a der Dresdner Kreuzschule von 1952 trafen sich

Ein diamantenes Jubiläum begingen gestern ehemalige Schüler des Evangelischen Kreuzgymnasiums. Die Klasse 9a von 1952 feierte ihr 60-jähriges Gründungsdatum und zugleich den 56. Jahrestag ihres Abiturs.

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Die mittlerweile 74-jährigen früheren Schüler des Kreuzgymnasiums besuchten eine Morgenandacht in der Kreuzkirche.

Quelle: Hauke Heuer

18 Ehemalige von den damals 24 Abiturienten der Klasse nahmen gestern an einer Morgenandacht in der Kreuzkirche teil. Danach fuhr die Gruppe auf die Burg Stolpen, um dort gemeinsam den Tag zu verbringen, zu feiern und der Gräfin Cosel einen Besuch abzustatten.

Das Jubiläum ist zugleich das zehnte Klassentreffen seit 1981. Das erste Klassentreffen, damals noch in der tiefsten DDR-Zeit, musste konspirativ abgehalten werden. Per Post hatte der ehemalige Kreuzschüler und langjähriger Mitarbeiter bei der Tageszeitung "Die Union" Klaus Angermann vom Westen aus das Klassentreffen zum 25. Jahrestag des Abiturs organisiert. "Wir sind froh, uns heute offen verabreden und treffen zu können. Damals musste man permanent auf die Sicherheit aller Beteiligten achten und die Klassentreffen im Konspirativen stattfinden lassen", erklärte Angermann die Probleme der damaligen Zeit.

Da zehn der ehemaligen Schüler nach Westdeutschland gegangen waren, galt es, der anderen Teilnehmer wegen nicht aufzufallen. Um die Meldepflicht in Gaststätten zu umgehen und das Klassentreffen nicht als Veranstaltung anmelden zu müssen, entschied man sich für einen Heidespaziergang. Ausgangspunkt war damals der Musikpavillon am Weißen Hirsch. Dann ging es an einem sonnigen Herbsttag zu Fuß durch die Dresdner Heide. Es gab ein Picknick auf halber Strecke und eine Rückfahrt in einem der damals sehr raren Kremser, dessen Kutscher mit Westgeld entlohnt wurde.

In der Privatwohnung der Zahnärztin Sybille Ullmann am Heiderand in Bühlau wurde das Finale der Veranstaltung von den Klassenkameraden mit Erdbeerbowle begossen. Drei weitere Klassentreffen unter ähnlich schwierigen Umständen gab es bis 1989. Jetzt trafen sich die Klassenkameraden zum zehnten Mal.

"Wer hätte das 1956, als wir auseinander gingen, gedacht? Es spricht für einen guten Zusammenhalt, der schon damals in unserer Klasse geherrscht hat, dass wir uns nach so langer Zeit in so großer Zahl noch zusammenfinden", freute sich Angermann über das Zustandekommen des Klassentreffens.

Fragt man nach, was aus den ehemaligen Kreuzschülern geworden ist, kommt man schnell ins Staunen. Einer wurde, hochdekoriert, Professor der Chemie, andere Buchhändler und Bibliothekar, Ingenieure oder Musiker, Dolmetscher und Physiker, Ärzte, Lehrer, Dozenten und Journalisten.

Schauen die mittlerweile 74 Jährigen auf ihr Leben zurück, stellen sie fest, dass die Kreuzschule mit ihren Lehrern das Fundament ihrer guten Entwicklung war. Besonders gerne erinnern sie sich an ihren ersten Klassenlehrer Studienrat Rudolf Richter, von ihnen "Muri" genannt (für Musik und Richter).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2012

Hauke Heuer

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