Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Mit Taubsi vor der Semperoper: PokémonGo erobert auch Dresden

Neuer Spiele-Hype Mit Taubsi vor der Semperoper: PokémonGo erobert auch Dresden

Die Pokémon haben die Welt erneut im Sturm erobert. Seit Mittwoch ist die App auch in Deutschland offiziell erhältlich. DNN-Mitarbeiter Stephan Lohse, ein absoluter Pokémon-Neuling ist für uns auf die Jagd nach Pikachu und Co gegangen.

Auch mitten in der Altmarkt-Galerie können plötzlich Pokémon auf dem Handy auftauchen.
 

Quelle: Screenshot

Dresden.  Ich muss gestehen, der Pokémon-Hype ist bisher komplett an mir vorbei gegangen. Ob Gameboy, Kartenspiel oder Trickfilm-Serie, auch als Jugendlicher konnten mich diese komischen Figuren nicht fesseln. Doch Auftrag ist Auftrag. Ich probiere mich als Pokémon-Jäger aus.

Installation

Die Installation ist relativ simpel, aber nicht ganz unbedenklich. Die App gibt’s kostenlos im Google- oder App-Store. Der Download geht schnell. Danach geht es aber los: Die App fordert allerhand Berechtigungen ein, will auf Kontakte zugreifen oder Fotos machen dürfen. Zudem will sich PokémonGo zumindest auf Android-Geräten mit dem Google-Konto des Besitzers verknüpfen und erhält so Zugriff auf erschreckend viele Daten des Besitzers.

Die Installation ist leicht und kostenlos. Das erkauft sich der Nutzer, indem er seine persönlichen Daten preisgibt.

b05f9a56-49c3-11e6-87f1-b2cef1f00f50

Die Pokémon haben die Welt im Sturm erobert. Innerhalb einer Woche haben sich weit über 10 Millionen Menschen PokémonGo aufs Handy geladen. Damit ist das Spiel jetzt schon erfolgreicher als die Dating-App Tinder. Seit Mittwoch ist die App auch in Deutschland offiziell erhältlich.

Zur Bildergalerie

Der Anfang

Bei meinem Versuch war der Beginn recht nervig. Das fängt mit der in meinen Ohren furchtbaren furchtbaren - aber Kennern doch vertrauen - Hintergrundmusik an. Hinzu kam, dass ich zig Versuche brauchte, um einen Spielernamen auszusuchen. Dann aber wird’s wieder einfach: Charakter auswählen und über dutzende Möglichkeiten verfeinern, und schon ploppt direkt vor mir der erste Pokémon auf – Klick und gefangen!

Abgesehen von der Namenswahl macht es einem das Spiel sehr einfach. Viele Erklärungen, warum wir das jetzt aber machen, sollte niemand erwarten.

Jetzt aber raus

Ab jetzt ist PokémonGo nichts mehr für Stubenhocker. Bedingung für das Spiel ist, draußen unterwegs zu sein – und zwar mit laufendem Spiel. Per GPS-Navigation erkennt die App, wo ich bin. Auf dem Bildschirm sehe ich meine Spielfigur, die sich über angedeutete Straßen bewegt. Alle paar Meter gibt es sogenannte „Pokéstops“, an denen man mit einem Wischer Zubehör für die Jagd nach Pokémons erhält. Hier bedient sich die App offenbar bei Google Maps. Die Stops sind beispielsweise Häuser, Spielplätze oder Brunnen. Auch der Dresdner Striezelmarkt hat seinen eigenen „Pokéstop“, und das mitten im Juli.

Auf angedeuteten Straßen läuft die Spielfigur durch die Stadt

Auf angedeuteten Straßen läuft die Spielfigur durch die Stadt.

Quelle: Screenshot

Der Einstieg ist ziemlich einfach und ermöglicht schnell Erfolgserlebnisse. Wir fanden alleine auf dem Weg zur Straßenbahn ein halbes Dutzend Stops.

Plötzlich das erste „Dings“

Unterwegs mit dem Handy vibriert das Gerät plötzlich. Neben Straßen und angedeuteten Häusern taucht plötzlich das erste Pokémon auf. Mit runden rot-weißen Kugeln, den „Pokéballs“ werfe ich auf das kleine „Ding“ und versuche so es zu fangen. Das geht bei einigen der Figuren sehr einfach, bei anderen brauche ich zig Anläufe. Über 250 verschiedene Pokémon gibt es, manche sehen aus wie eine Mischung aus Katze und Ratte, andere wie Fische, Drachen oder Teddybären. Der Name Pokémon setzt sich aus Pocket (Tasche) und Monster zusammen, wir sammeln also Taschenmonster. Ein Ziel des Spiels ist, alle zu fangen, zur Not mehrfach. Das Besondere: Nicht alle erscheinen überall.

Man muss sich darauf einlassen. Da man als neuer User aber sehr schnell erste Pokémon findet, ist der Jagdtrieb geweckt.

Unterwegs in Dresden

Man ahnt ja gar nicht, wie viele Pokémon es in Dresden gibt. Bei einer kurzen Runde durch die Stadt vibriert das Gerät alle fünf Minuten und zeigt auf dem Smartphone kleine Drachen, Vögel, Krebse oder Fische an. So fliegt vor der Frauenkirche eine Art Fledermaus durchs Display, vor der Semperoper kann ich versuchen, etwas zu fangen, was aussieht, wie ein gelber Nasenbär. Die Stellen, an der die Figuren auftauchen, sind zufällig. Nehme ich einen Weg zwei Mal, bekomme ich unterschiedliche Pokémon an unterschiedlichen Stellen.

Auch mitten in der Altstadt tauchen die Pokémon plötzlich auf

Auch mitten in der Altstadt tauchen die Pokémon plötzlich auf.

Quelle: Screenshot

Eigentlich ist es ja egal, wo ein Pokémon auftaucht. Aber direkt auf dem Altmarkt anzuhalten, um einen kleinen Drachen zu fangen, sorgt zumindest bei umstehenden Passanten für Belustigung. Wenn die nicht selber spielen.

Und wie geht es weiter?

Für die meisten User dürfte das Ziel darin liegen, alle rund 250 Pokémon zu fangen. Je nach Intensität dauert das eine ganze Weile, auch weil verschiedene Figuren erst ab einem bestimmten Spiel-Fortschritt erscheinen. Wer will, kann seinen gefangenen Pokémon auch trainieren, weiterentwickeln und in Arenen gegen andere Spieler antreten lassen. Diese Arenen sind überall in der Welt verteilt. Eine liegt zum Beispiel direkt in der Dresdner Frauenkirche.

Noch ist völlig unklar, wie sich PokémonGo entwickeln wird. Dafür ist das Spiel noch zu neu. Bisher steht aber definitiv das Sammeln im Vordergrund. Spätestens dann, wenn nur noch wenige Figuren fehlen, ist der Jagdtrieb geweckt.

Pokémon in der Kirche?

Das Spiel unterscheidet erst einmal nicht, was für ein Gebäude das ist. In den vergangenen Tagen zeigten sich einige Gedenkstätten bereits verärgert, dass auf ihrem Gelände Pokémon gejagt wurden. Sollte der Hype anhalten, werden wohl auch Dresdner Kirchen oder Gedenkorte irgendwann die Pixel-Sammelei auf ihrem Grund und Boden einschränken.

Das Spiel ist darauf angelegt, überall gespielt zu werden. Wer andere Menschen nicht kränken will, passt aber zumindest darauf auf, nicht grad auf dem Friedhof nach Pikachu und Co zu suchen.

Was kostet das Spiel?

Grundsätzlich ist PokémonGo kostenlos. Wer aber will, kann sich mit echtem Geld Extras kaufen, um seine Figuren zu trainieren. Wer auch dann über Pokémon in der Umgebung informiert werden will, wenn er die App nicht offen hat, muss dafür ebenfalls zahlen. Zudem verbraucht die App Internet-Volumen. In unserem Test waren es etwa 20 MB in einer Stunde. Wer einen beschränkten Datentarif besitzt und das Spiel ausgiebig nutzt, wird bei seinem Mobilfunkanbieter wohl oder übel zusätzliche Megabyte einkaufen müssen.

Was ist Pokémon?

Pokémon, was in etwa Taschenmonster heißt, wurde 1996 von Nintendo als Computerspiel veröffentlicht und entwickelte sich vor allem auf dem Gameboy schnell zu einem weltweiten Hit. Ziel des Spieles war und ist, möglichst viele der immer weiter steigenden Zahl an Pokémon zu fangen und zu trainieren. Aufgrund des großen Erfolgs wurden später auch Kartenspiele, TV-Serien und ein Kinofilm veröffentlicht, zudem erlebten die Pokémon einen riesigen Werbe-Boom. Bekanntestes Pokémon ist „Pikachu“, der sogar auf einem Flugzeug einer japanischen Fluglinie verewigt wurde.

Im Juli 2016 folgt jetzt PokémonGo. Neu ist, dass das Spiel erstmals in die echte Welt übertragen wird. Zudem ist es das erste Mal überhaupt, dass ein Nintendo-Spiel für Handys umgesetzt wurde.

Von Stephan Lohse

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Handyspiel
Das Spiel „Pokemon go“ hat auch das Zockerfieber in Dresden ausgelöst.

Das Spiel „PokemonGo“ hat auch das Zockerfieber in Dresden ausgelöst. Am Sonntagnachmittag trafen sich etwa 250 Spielfreunde auf dem Theaterplatz. Der 32-jährige Initiator Peter Eber ist mit der Resonanz auf das Spieler-Treffen zufrieden.

mehr
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr