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Massenandrang bei Komparsencasting für Donnersmarck-Film in Dresden

Lange Schlange vor Westin-Bellevue-Hotel Massenandrang bei Komparsencasting für Donnersmarck-Film in Dresden

Eine lange Warteschlange wand sich seit dem Samstagvormittag vor dem Hotel „Westin Bellevue“ entlang. Nein, Gratis-Übernachtungen gab es nicht zu ergattern, sondern die Chance, im neuen Film des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der anderen“, Oscar 2007) mitzuspielen.

Rund 200 Meter lang war die Warteschlange insgesamt.
 

Quelle: Tanja Tröger

Dresden.  Eine lange Warteschlange wand sich seit dem Samstagvormittag vor dem Hotel „Westin Bellevue“ entlang. Nein, Gratis-Übernachtungen gab es nicht zu ergattern, sondern die Chance, im neuen Film des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der anderen“, Oscar 2007) mitzuspielen. Die Casting-Agenturen Filmgesichter und Filmissimo suchten 1500 Laiendarsteller für „Werk ohne Autor“, der im Sommer in Dresden und Umgebung gedreht wird. Das Filmprojekt von Oscar-Preisträger Donnersmarck erzählt die Geschichte eines Künstlers in den 1960er Jahren, der sich mit der Instrumentalisierung seiner Kunst in den NS- und SED-Diktaturen auseinandersetzt. Deshalb müssen die Komparsen optisch in die Zeit von 1940 bis 1960 passen. Für die Herren bedeutet das beispielsweise: Sie erhalten wahrscheinlich einen damals modischen Fassonschnitt. Sichtbare Tattoos, Piercings oder bunt gefärbte Haare sind natürlich für alle Darsteller tabu.

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Rund 1600 Neugierige kamen nach Dresden, um sich als Laiendarsteller für den neuen Film von Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck casten zu lassen.

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Deshalb müssen die potentiellen Komparsen auch all diese körperlichen Merkmale in einem Formular angeben, ebenso wie eventuelle Behinderungen und besondere Fähigkeiten. Dazu noch ein Ganzkörperfoto und eine Nahaufnahme, und das war’s schon. Minutensache. Bis zum Casting-Ende um 15.30 Uhr wurden rund 1600 Laiendarsteller abgelichtet, sagte Johanna Ragwitz von der Agentur Filmgesichter.

Allerdings dauerte es vor dem eigentlichen Fotoshooting umso länger. Etwa drei Stunden hätten die ersten Teilnehmer vor den Hoteltüren gewartet, erzählt Antje Mews von der Agentur Filmissimo. „Die müssen schon seit 8 Uhr dagewesen sein. Als wir gegen halb zehn kamen, stand draußen schon eine lange Schlange. Da haben wir ein wenig gebibbert, dass sie uns die Türen eindrücken.“ Aber die Sorge war unbegründet, alles lief gesittet. Wer später kam, wartete „nur noch“ ein bis zwei Stunden.

Die Zeit in der Schlange lieferte den möglichen Darstellern schon mal einen Vorgeschmack auf den Filmdreh. Für die Komparsen heißt es da vor allem: warten, warten, warten. Rentner Udo aus Radebeul kennt sich aus: „Das ist nicht einfach – teilweise dreht man bis zu zwölf Stunden am Tag. Man wird zwar verpflegt, aber man muss eben bei Wind und Wetter draußen sein, wenn der Dreh im Freien ist“, berichtet er den jungen Mädels, die nach ihm in der Schlange stehen. „Aber das macht ja Spaß, man macht das nicht wegen des Geldes.“ Der Zwei-Meter-Mann mit dem grauen Bart ist ein alter Hase im Komparsengeschäft: „Ich hab schon beim Dresden-Tatort mitgespielt und bei ’Der junge Karl Marx’ in Görlitz. Dafür haben sie mir den Bart gestutzt“ zu einer Art Abraham-Lincoln-Variante entlang der Kinnlinie. Aber mehr ist nicht drin: „Ich soll jetzt bei ’Winnetou’ an der Felsenbühne Rathen mitmachen, aber ich hab abgelehnt, einen Indianer zu spielen, denn da müsste ich mich komplett rasieren“, grinst er. „Wir sind noch in Diskussionen.“

Für Irene Maettig und ihre beiden Kinder Mandy (19) und Kevin (9) ist das Casting quasi ein Familienausflug, während der Papa im Dynamo-Stadion seine schwarz-gelbe Elf anfeuert. „Meine Tochter ist schon länger bei der Castingagentur gemeldet, und nun wollten wir auch den Sohn anmelden. Und da geht man als Mutti halt mit“, erzählt sie schmunzelnd. „Meine Freundin hat damals in dem zweiteiligen ’Dresden’-Film mitgespielt, hat sich dann aber im Film gar nicht erkannt. Na, da haben wir gedacht, so ein Filmdreh könnte ganz lustig werden.“

Von Tanja Tröger

Dresden, Große Meißner Straße 15 51.05839 13.73923
Dresden, Große Meißner Straße 15
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