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Löffelbieger und Hutmacher: Erster Kreativmarkt Dresden gibt am Wochenende sein Debüt in der Messehalle

Löffelbieger und Hutmacher: Erster Kreativmarkt Dresden gibt am Wochenende sein Debüt in der Messehalle

Handgemachtes ist schon längst nicht mehr öde, verstaubt und langweilig - ganz im Gegenteil: Immer mehr junge Frauen beginnen wieder zu stricken und Handgemachtes erfährt einen neuen Aufschwung.

Dies hat auch die 41-jährige Janine Sandig erkannt. "Auf verschiedenen Onlineportalen wie 'DaWanda' habe ich bemerkt, wie viele Selbermacher es gibt und wie breit die Palette der Dinge ist, die sie herstellen. Davon war ich so begeistert, dass ich das Verlangen hatte, diese Talente der Öffentlichkeit zu zeigen", erklärt Sandig. Somit war die Idee für den ersten Kreativmarkt geboren, der morgen und am Sonntag in der Messe Dresden veranstaltet wird.

Im November des vergangenen Jahres begann Janine Sandig gemeinsam mit Thomas Szymkowiak vom Projektzentrum Dresden ihre Idee in die Tat umzusetzen. Ursprüngliche Lokalität für den Markt sollte der Alte Schlachthof sein, wo 70 Aussteller Platz gehabt hätten. "Bereits im Januar lagen die Anmeldungen schon deutlich über der eigentlichen Platzkapazität, so dass wir beschlossen haben, in die Messe umzuziehen", erklärt Sandig, die im übrigen auch selber häkelt, strickt und Schmuck designt.

Mittlerweile haben sich knapp 200 Aussteller aus ganz Deutschland sowie Österreich und Schweiz für die Messe angemeldet, unter ihnen die 22-jährige Elise Schneider-Marfels. In Berlin absolvierte sie eine Ausbildung zur Hutmacherin, gewann 2009 sogar den Bundesleistungswettbewerb der Auszubildenden des Modistenhandwerks und fertigte im vergangenen Jahr die Kopfbedeckungen für die Musical-Inszenierung "Kiss me, Kate" der Staatsoperette Dresden an. Seit Dezember hat sie ihr eigenes kleines Geschäft in Kreischa am Hausmannplatz 2. Auf dem Kreativmarkt am Wochenende hofft sie, neue Kunden zu gewinnen, denn in nicht allzu ferner Zukunft, wird schließlich auch der traditionelle Hutball veranstaltet.

Neben der Hutmacherin werden aber auch noch andere handwerklich begabte Aussteller vor Ort sein. So gibt es beispielsweise zwei junge Hessen, die aus altem Silberbesteck - wie beispielsweise Löffel - Schmuck kreieren. Aber auch Handtaschendesigner und Holzspezialisten werden in Halle 2 ihr Können präsentieren. "Die Aussteller sind auch nicht immer Menschen, die mit dem Handwerk ihr Geld verdienen. Teilweise sind es auch Hobbykünstler, die ihre schönsten Stücke präsentieren möchten", erzählt Janine Sandig. Damit die Besucher auch selbst aktiv werden können, stehen unter anderem Drechselmaschinen, Nähmaschinen und eine Holzwerkstatt in der Messehalle.

Besonderheit beim Kreativmarkt: Männer zahlen nur die Hälfte des Eintrittspreises. Und warum? "Handgemachtes ist ja eher etwas für Frauen. Die Männer werden in der Regel nur mitgeschleppt und schauen bloß mit halbem Auge hin, deswegen auch nur der halbe Eintritt", schmunzelt Sandig. Dennoch verspricht sie allen Männern, dass es auch für sie Interessantes zu entdecken gibt. "Vielleicht stellen wir auch noch einen Tischkicker auf", überlegt die 41-Jährige.

Doch was ist das Ziel der Messe? "Ich persönlich möchte vor allem die Kinder animieren, wieder vermehrt etwas selbst zu machen", erklärt Sandig. "Früher gab es in der Schule Werkunterricht oder die 'Nadel und Faden AG'. Heute wird das einfach nicht mehr gelehrt und das finde ich sehr schade." Sie ist selbst Mutter zweier Kinder. Zusätzlich will sie natürlich den Kreativmarkt als jährlich stattfindende Messe etablieren. Am Wochenende hofft sie auf mindestens 5000 Besucher.

iDer Kreativmarkt ist am Sonnabend von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, Männer zahlen 2,50 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.

Mehr Informationen auch im Internet auf www.kreativmärkte.de

Steinmann, Nadine

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