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Legale Graffiti am Skateplatz: In Seidnitz haben sich Jugendliche ihre Sprühflächen selbst organisiert

Legale Graffiti am Skateplatz: In Seidnitz haben sich Jugendliche ihre Sprühflächen selbst organisiert

Der Himmel in Seidnitz ist blau und die Sonne brennt heiß auf den Asphalt des Skateplatzes nieder, der sich hinter den Büschen auf dem Gagfah-Gelände zwischen Marienberger und Altenberger Straße versteckt.

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Die Sprühflächen an der Marienberger Straße sollen künftig als Jugendtreffpunkt dienen.

Quelle: Christian Juppe

Zahlreiche Jugendliche haben sich mit ihren Mountainbikes und BMX-Rädern eingefunden. Ausgelassen brettern sie vor den nagelneuen, rund 20 Meter langen Graffitiwänden herum, die hier in den vergangenen Wochen errichtet wurden.

Besonders ist, dass die Anlage von Anfang bis Ende von den Jugendlichen selber geplant und organisiert wurde. Ausgangspunkt waren vor zwei Jahren Beschwerden von Anwohnern, deren Garagen - lediglich durch eine Mauer abgetrennt - direkt hinter dem Skateplatz liegen und in der Vergangenheit oft vermüllt wurden. Betreut durch Streetworker, überlegten die Biker und Skater von sich aus, was sie tun könnten, um die Nachbarschaft freundlicher zu gestalten. Die Lösung: drei große Sprühflächen, aufgestellt zwischen Skatepark und den Garagen. "Die Wände dienen nun als Sichtschutz", erklärt der 18-jährige Rick Wendt.

Monatelang trafen sich die Jugendlichen wöchentlich, um über ihren Plan zu beratschlagen. Ein großes Problem stellte lange die Finanzierung dar. Von der Stadt kamen zunächst lediglich 1000 Euro, viel zu wenig, um das Projekt zu realisieren. Schließlich vermittelte das Ortsamt Blasewitz Gelder aus dem Lokalen Handlungsprogramm "Ordnung und Sauberkeit", insgesamt 10 000 Euro. Damit konnte in den vergangenen Wochen ein Betonfundament gegossen, Stahlträger aufgestellt und Siebdruckplatten angeschraubt werden. Die schweren Arbeiten verrichtete eine beauftragte Firma, doch die Jugendlichen legten auch selbst mit Hand an, etwa beim Grundieren der Flächen. Dresdner Graffitikünstler verzierten schließlich die Wände.

"Diese Anlage ist bereits die fünfte legale Sprühfläche in Dresden", sagte bei der Eröffnung in der vergangenen Woche Ellen Demnitz-Schmidt. Die Leiterin des Jugendhauses Spike Dresden setzt sich seit fast 20 Jahren für die junge Graffitiszene in Dresden ein. "Damit haben die kreativen Jugendlichen in der Stadt nun eine weitere Möglichkeit, sich zu verwirklichen, ohne in die Illegalität abgedrängt zu werden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.06.2014

Philipp Nowotny

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