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Lebendige Manga-Figuren in Dresden – Cosplay-Convention „DeDeCo“

Lebendige Manga-Figuren in Dresden – Cosplay-Convention „DeDeCo“

In die Rolle von japanischen Manga- und Anime-Figuren zu schlüpfen – das ist ihre Leidenschaft. Cosplayer aus ganz Sachsen, Ostdeutschland und den Nachbarländern haben sich am Wochenende in Dresden getroffen, um gemeinsam ihrem Hobby zu frönen.

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Seit 2012 findet die DeDeCo immer am Winterferien-Wochenende in Dresden statt.

Quelle: Tanja Tröger

Zum dritten Mal hatte der Dresdner Verein DeDeCo zur gleichnamigen Convention ins St. Benno-Gymnasium geladen und rund 1500 Besucher angelockt.

„Wir haben Spaß daran, Comic-Figuren zum Leben zu erwecken und möglichst detailgetreu darzustellen“, sagt die 19-jährige Zwickauerin Carrie alias Kanon. „Das Klischee, dass wir alle in unserer eigenen Welt leben und keinen Realitätsbezug haben, stimmt nicht.“ Sie selbst verkörpert keine konkrete Figur, sondern zeigt den Lolita-Modestil. Anders als im berühmten Buch geht es dabei nicht um aufreizende junge Mädchen, sondern um niedliche viktorianische Kinderkleidung: Pastellfarben, Schleifchen, Rüschen. Nackte Haut ist verpönt.

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Hunderte Cosplayer trafen sich im St. Benno-Gymnasium, um ihrer Leidenschaft für japanische Kultur zu frönen.

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Andere Cosplayer stellen Krieger, süße Maids, Feen, Figuren aus Computerspielen oder Filmen dar. Auch Käptn Jack Sparrow sowie Rotkäppchen und der Wolf als Horror-Variante schlenderten am Wochenende durch das Schulgebäude. „Wir mögen das Wort ’verkleiden’ nicht, das klingt so nach Fasching“, erklärt Janine Spielvogel, Vorsitzende des veranstaltenden DeDeCo e.V. „Das Spannende ist für Cosplayer, dass sie in diesem Moment den Charakter verkörpern.“ Rund 60 aktive Cosplayer gibt es allein in Dresden, schätzt die 24-Jährige, aber die Szene sei noch viel größer. Die Motivationen bei der Figurenwahl sind dabei vielfältig: Manche können sich gut mit ihrer Rolle identifizieren, weil sie ähnliche Charaktereigenschaften haben, andere wählen ihre Lieblingsfigur, und wieder andere suchen eine neue Näh- oder Bastel-Herausforderung. So auch die Cheforganisatorin, die einmal die laufende Truhe aus Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ nachgebaut und damit für viel Heiterkeit in der Szene gesorgt hat.

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Carrie aus Zwickau verkörpert den Modestil "Lolita", der an niedliche viktorianische Kindermode angelehnt ist.

Quelle: Tanja Tröger

Und so wurden am Wochenende nicht nur Shows, Kostüme und Darstellungsleistungen bestaunt und bewertet, sondern auch fleißig Comics, DVDs und Accessoires erworben und Tipps ausgetauscht. Wie passt man Schnittmuster an die eigenen Körpermaße an, wie bastelt man Schmuck aus Fimo, welche anderen Cosplay-Treffen gibt es noch, und wie kämpft man eigentlich mit einem Schwert?

„Die Besonderheit bei unserem Dresdner Treffen ist die gute Verbindung zur LARP-Szene“, sagt Spielvogel. LARP steht für Live Action Role Playing, darstellendes Live-Rollenspiel. Dabei werden die Fantasy-Figuren nicht auf dem Spielbrett bewegt, sondern die Mitspieler schlüpfen in die Rollen von Zauberern, Kriegern oder Monstern. „Bei der LARP-Gemeinde gibt es einen Männerüberschuss, bei den Cosplayern einen Frauenüberschuss – das passt doch gut zusammen“, lacht die Orga-Chefin. Abgesehen davon könnten die Szenen auch einiges voneinander lernen – ungefährliche Waffen aus Schaumstoff herzustellen oder sich stolz in voller Montur in der Stadt zu präsentieren.

ttr

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