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Längst nicht mehr nur was für Clowns: Einradfahren ist Peter Theegs Leben

Längst nicht mehr nur was für Clowns: Einradfahren ist Peter Theegs Leben

Wenn Peter Theeg zu einer seiner Einrad-Ausfahrten aufbricht, sind ihm die Blicke der Passanten sicher. "Manchmal kommen mir Leute auf dem Fahrrad hinterhergefahren nur um ein Foto zu machen", erzählt der studierte Programmierer, als er sich vom Sattel seines fast einen Meter hohen Rades hinuntergleiten lässt.

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Peter Theeg auf seinem Riesen-Einrad am Elbufer beim sogenannten "Wheelwalk". Solche Kunststücke gibt es auch am Sonntag bei der Dresdner Einradmeisterschaft zu sehen.

Quelle: Samuel Herzog

Von Anne nitzpan

Der 40-Jährige ist Vater einer dreiköpfigen Familie. Unter der Woche arbeitet er in einem IT-Unternehmen, in seiner Freizeit organisiert er dieses Jahr schon zum neunten Mal die jährliche Einradmeisterschaft in Dresden.

Am Elbufer an der Augustusbrücke hat sich mittlerweile schon eine kleine Zuschauertraube gesammelt. Während Theeg auf seinem Riesenrad beim "Wheelwalk" mit beiden Füßen auf dem Rad läuft, auf und ab hüpft und in scharfen Kurven um Tische und Stühle kurvt, schauen vor allem die jüngsten Zuschauer mit weit offenem Mund und glänzenden Augen zu dem Mann mit dem riesigen Rad hoch, Auf Wunsch kann Theeg beim Fahren auch noch jonglieren. Ob sich nicht jedes Kind so einen Papa wünscht? "Meiner Tochter ist es meistens peinlich, wenn wir mit der ganzen Familie Einrad fahren", erzählt Theeg. So unternimmt er eben alleine oder mit seinen Kumpels Einradtouren an der Elbe entlang oder trainiert mit seinen "Dresdner Einradlöwen", einer Einrad-Hockey-Mannschaft, für die nächste Weltmeisterschaft. Denn im Gegensatz zu früher, als das Einradfahren hauptsächlich von Clowns und Artisten im Zirkus betrieben wurde, hat es sich heute zu einer stetig wachsenden Sportart entwickelt. Theeg, der mittlerweile 14 Einräder bei sich zu Hause gesammelt hat, möchte seine Passion auch in Sachsen gerne populärer machen. "Mein Ziel ist es, einen Einradverbund zu gründen, damit wir bei zukünftigen Wettkämpfen auch mal mit Fördergeldern rechnen können." Zur Zeit gibt Theeg rund 1500 Euro im Jahr für seinen Sport aus. Einen Teil des Geldes holt er durch Einradkurse an der Volkshochschule wieder raus. Außerdem kann man ihn als jonglierenden Einradkünstler für Feste buchen.

"Ich habe fast acht Monate gebraucht, bis ich vernünftig Kurven fahren konnte, aber jeder Sturz und jeder Schweißtropfen hat sich gelohnt." Jetzt sind die Einräder aus Theegs Leben nicht mehr wegzudenken. Und so erscheint es auch nicht komisch, dass er sich wie fast jeden Tag für den Weg zu seiner Firma am Hauptbahnhof auf sein Einrad schwingt. Dort wird er nach so vielen Jahren immer noch komisch vom Pförtner beäugt.

Aber das macht ihm nichts. "Die Leute sind ja nur neugierig", sagt er und lächelt. Dann lässt er sich wieder auf sein Riesenrad helfen und düst im Slalom davon.

Falls Sie auch neugierig geworden sind: Die neunte "Sächsische Einradmeisterschaft" findet am Sonntag, 3. Juni ab 9 Uhr im Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege statt. Wer mitmachen will, kann sich im Internet unter http://www.brettrennsportfreun.de/ert/einradtag.php anmelden. Weitere Infos zu den verschiedenen Disziplinen und Fahrern unter www.einradtag.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.05.2012

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