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Kreischkonzert für Aushilfs-Pauker - Filmcrew von „Fack ju Göhte 2“ besucht Kristallpalast Dresden

Kreischkonzert für Aushilfs-Pauker - Filmcrew von „Fack ju Göhte 2“ besucht Kristallpalast Dresden

„Das Sixpack ist so geil!“ Die 12-jährige Celine bringt auf den Punkt, was die Hunderten weiblichen Teenies im Ufa-Kristallpalast am gestrigen Abend gedacht haben dürften.

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Eine halbe Stunde lang gaben Elyas M'Barek (hier rechts im Bild), seine Schauspielkollegin Jella Haase und Regisseur Bora Dagtekin Autogramme und schossen Selfies wie am Fließband.

Quelle: Dennis Hetzschold

„Elyas M’Barek ist der Beste! Und dann kommt Jella mit Danger.“ Wer jetzt noch nicht weiß, worum es geht, ist wahrscheinlich jenseits der 30, nicht in sozialen Netzwerken unterwegs oder interessiert sich einfach nicht für Film. Die deutsche Komödie „Fack ju Göhte 2 – Klassnfart!“ ist am Donnerstag in den Kinos gestartet, die Fortsetzung eines sehr, sehr erfolgreichen Filmes um einen liebenswerten Gangster, der sich als Aushilfslehrer in eine Gesamtschule einschleicht, um seine verlorene Beute zurückzuholen. Diesmal geht der genervte Zeki Müller alias Elyas M’Barek mit seinen anvertrauten „Schwachmaten“ auf Klassenfahrt in ein thailändisches Küstenkaff – jede Menge Verwicklungen, Anspielungen aufs deutsche Bildungssystem und Humor von feinsinnig bis prollig inbegriffen.

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Der Rest vom Premierenfest.

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Am Freitagabend beehrten Regisseur Bora Dagtekin und die beiden Hauptdarsteller Jella Haase und Elyas M’Barek den Kristallpalast. Aber das sind eben nicht einfach irgendwelche Schauspieler, nein: „Elyas ist ein Hottie“, schätzt Celine mit Kennerblick ein. Das charmante Lächeln, der lässige Kombination aus Turnschuhen und Anzug, die Coolness – und natürlich der schon erwähnte Waschbrettbauch. „Ich will Elyas als Lehrer haben, eindeutig.“ „Wer will den nicht als Lehrer haben“, fragt der zehnjährige Roman, der direkt neben Celine am Absperrgitter steht oder vielmehr klebt. Seit acht Stunden sei sie schon da, erzählt Celine, und kreischt plötzlich, mitten im Gespräch, spitz und ohrenbetäubend, streckt bettelnd beide Arme nach vorn. Die Mädels um sie herum kreischen einfach mit. „Hier! Hier! Karoline Herfurth!“ Nein, die Schauspielerin steht nicht leibhaftig vor ihnen, sie ist gar nicht mit nach Dresden gekommen, weil sie verhindert war. Es gibt nur Autogrammkarten – ohne Unterschrift wohlgemerkt. Trotzdem kollabieren die Teenies mit den roten Gesichtern fast.

Die 45-jährige Ina aus Dresden kann die Aufregung nicht verstehen. „Warum haben die so gekreischt? Ich dachte, die Schauspieler haben mal kurz die Hose ausgezogen“, kommentiert sie trocken. „Meine Jüngste ist auch mit hier in dem Geschrei, zusammen mit ner Klassenfreundin“, sagt sie und wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht. „Ich wäre lieber zu Hause geblieben.“ Und dann hat sich der ganze Aufwand nicht mal gelohnt: Antonia hat weder Elyas gesehen noch ein Autogramm ergattert.

Aber dafür haben Antonia und ihre Mama zwei der rund 1100 Karten für die Kinosäle bekommen, in denen das Filmteam kurz Hallo zum Publikum sagt. Für viel mehr als ein paar Lobeshymnen auf den Kristallpalast, in dem M’Barek schon drei Mal zu Gast war, einige Blödel- und Sticheleien, holprige M’Bareksche Sächsel-Versuche und abgeschmetterte Selfie-Bitten ist keine Zeit. Ungeplant, aber passend liefert eine Lehrerin den Auftritt des Abends. Wie er sich auf seine Rolle vorbereitet habe, will sie von Aushilfslehrer M’Barek wissen, und ob er den Lehrerblick draufhabe. „Wie geht der denn?“ fragt der Schauspieler. Ohne mit der Wimper zu zucken, erhebt sich die Frau aus ihrem Kinosessel, stemmt die Arme in die Hüfte und guckt streng-herablassend-ironisch. Der Blick sitzt. Tosender Beifall.

ttr

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