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Kleiner Panda im Dresdner Zoo ausgerissen - Kurztrip mit Folgen

Kleiner Panda im Dresdner Zoo ausgerissen - Kurztrip mit Folgen

Freiheitsdrang mit Folgen: Der Rote Panda Manchu ist in der Nacht zum Donnerstag aus seinem Gehege im Dresdner Zoo ausgerissen. Pfleger entdeckten den Katzenbär - auch Kleiner Panda genannt - morgens zufällig auf einem 80 Meter entfernten Baum.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Feuerwehrleute spritzten den Ausreißer mit einem Wasserstrahl aus dem Geäst, nachdem ein Einsatz mit Drehleiter und Käscher ohne Erfolg geblieben war, wie die Feuerwehr am Freitag berichtete. Dabei stürzte Manchu zehn Meter in die Tiefe. „Wir sind sicher, dass er keine schweren Verletzungen hat“, sagte Zoologischer Leiter Wolfgang Ludwig der Nachrichtenagentur dpa.

Der etwa vier Kilogramm schwere und mit Schwanz rund 80 Zentimeter lange Baumkletterer schlug unsanft auf dem Boden auf. „Er war eine Weile benommen, da konnten wir ihn anfassen und in die Tierstation bringen“, sagte Ludwig. Die Nacht habe Manchu schon in einem separaten Häuschen in seinem Gehege verbracht, das er mit Weibchen Lobke teilt. „Er wirkt fit, muss aber erst zur Ruhe kommen“, sagte der Zoologe. Die Tür zur Anlage sei inzwischen wieder offen. „Bisher ist er aber nicht rausgekommen.“

Auch seine Leibspeisen - Bananen, Birnen, Beeren, Bambus - und Wasser verschmäht er. „Er hat noch nichts angerührt.“ Ludwig nimmt an, dass das fast vier Jahre alte Tier unter Prellungen, Blutergüssen und vielleicht Kopfschmerzen leidet. Geröntgt werden konnte das putzige Kerlchen mit rötlichem Fell und Knopfaugen nicht. „Bei einer Narkose würde seine Erholung noch länger dauern.“ Nach Stress und Aufregung sei Manchu misstrauisch und ängstlich. „Für ihn ist alles fern der Normalität, er muss erst wieder Vertrauen zur Welt gewinnen.“ Das könne auch angesichts der Besucherströme dauern. „Wenn der Sommer vorbei ist, wird er wieder relaxter“, meinte Ludwig.

Auch für Lobke sei die Situation stressig. „Sie ist unruhig, weil ihr Partner weg ist“, berichtete Ludwig. Dabei war Manchu zuvor schon dreimal ausgerissenen, aber ohne größere Folgen. „Immer bei Stromausfall durch Unwetter oder Frost und Schnee.“ Die im Himalaya lebenden und gefährdeten Tiere sind Baumbewohner und dank langer scharfer Krallen gute Kletterer. „In der Natur durchstreifen sie ein sehr großes Gebiet.“ Saisonal haben vor allem Männchen den starken Antrieb, ihr Revier zu vergrößern und mehr Weibchen zu bekommen. Manchu verhalte sich ganz natürlich, wenn er jede Chance nutze, das mit 120 Quadratmeter eher kleine Heimrevier zu erweitern. „Er spürt sofort, wenn die Grenzen überwindbar werden.“

Zwar springt er sonst auch von Bäumen oder lässt sich fallen. „Aber aus geringerer Höhe“, so Ludwig. Bis zu fünf Meter überstünden die Katzenbären einen Sturz ohne Blessuren. Da Manchu zuletzt vor anderthalb Jahren ausriss, seien die Pfleger vom Ende seiner Sturm- und Drangzeit ausgegangen. Sein neuerlicher Trip werde länger nachhallen. „Wir hoffen erstmal, dass er wieder anfängt zu fressen“, sagte Ludwig.

dpa

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