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Kleiner Käfer - großer Aufruhr: Der Maiswurzelbohrer ist in Dresden

Kleiner Käfer - großer Aufruhr: Der Maiswurzelbohrer ist in Dresden

Seit acht Jahren lauern sie ihm auf. 60 kleine Pheromonfallen, versteckt in den Maisfeldern Sachsens. Und endlich ist er ihnen - im wahrsten Sinne des Wortes - auf den Leim gegangen: der Maiswurzelbohrer.

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Auch wenn er nicht so aussieht: Der westliche Maiswurzelbohrer ist ein Schädling. Ein Exemplar ist nun an der A 17 aufgetaucht.

Quelle: wikipedia

Er ist fünf Millimeter groß, vermutlich männlich und sehr gefährlich. Das aus Nordamerika und Südeuropa stammende Tier ist ein Maisschädling, der für massive Ertragsverluste in der Landwirtschaft sorgen kann. Allerdings nur bei hohem Vorkommen. Hier haben wir es glücklicherweise mit nur einem einzigen Exemplar zu tun. "Vermutlich war er ein Mitreisender, da wir ihn auf einem Rastplatz im Dresdner Süden an der Autobahn 17 gefunden haben", meint Birgitt Seeber vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Dennoch trat unverzüglich ein EU-Notfallplan in Kraft: Im unmittelbaren Umkreis vom Fundort dürfen die Maispflanzen nun nicht vor dem 1. Oktober geerntet und in den folgenden Jahren gar nicht angebaut werden. Auf Feldern im Umkreis von weiteren fünf Kilometern darf der Mais innerhalb der nächsten zwei Jahre nur einmal angepflanzt werden. In den Bereichen finden nun verstärkt Kontrollen statt, außerdem wurden 22 zusätzliche Fallen aufgestellt. Bisher fanden sich jedoch keine weiteren Käfer darin.

Hoffnung gibt auch die Tatsache, dass der Mais Mitte September schon nahezu ausgereift ist. Das Tückische an den kleinen Käfern sind nämlich vor allem die Larven, die gewöhnlich Mitte Mai aus ihren Eiern schlüpfen. Sie fressen die Wurzelhaare und zarten Wurzeln, dringen ein in das Wurzelwerk und zerstören es vollständig. Die Nährstoffaufnahme ist damit nicht mehr möglich, die Stängel knicken ein.

Ein Horrorszenario für Sächsische Ackerbauern. "Das wäre ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden", sagte Ackerbaureferent Andreas Jahnel gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Das sächsische Landesamt für Landwirtschaft ist jedoch zuversichtlich, dass es das Problem in den Griff bekommt. "Wenn wir den Mais in größeren Abständen anbauen, wird der Käfer zwangsläufig - insofern es mehr als den einen gibt - verhungern und schließlich aussterben", so Birgitt Seeber.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.09.2012

Anne Ortlepp

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