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Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser gastierte in der Schauburg

Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser gastierte in der Schauburg

Ein Spielabend kann schön sein, ist er aber oft nicht. Denn es gibt zu viele Menschen im Land, die den Sinn des Spiels wie auch den von Sport nicht begriffen haben.

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Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser

Quelle: PR

Es geht ums Gewinnen! Von wegen "Dabei sein ist alles", ätzt Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser in seinem Programm "Nicht jammern - klatschen", mit dem er jetzt in der Schauburg gastierte.

Der Kölner fragt, warum wir Deutschen uns so verdammt schwer tun mit dem Gewinnen, warum wir allen Ernstes glauben, uns für Erfolg schämen zu müssen. Er erzählt von einem Monopoly-Abend im Kreis von Familie und Freunden. "Da schenkt meine Frau meinem Freund einfach so den Opernplatz: Weil er einen schlechten Tag hatte." Der damit die Verliererstraße vor Augen habende Deuser war erst mal baff, und sagte seiner Frau dann (un)missverständlich: "DER hatte 'nen schweren Tag? Der hat eine Stadtwohnung und eine 20 Jahre jüngere Freundin..." Deusers Frau nahm die Bemerkung mit der Freundin so krumm, dass der Freund auch noch die Schlossallee bekam. Und überhaupt kann man bei Spielen viel falsch machen. Deuser zitierte eine alte Diplomatenregel, die da lautet: "Spiele nie ,Siedler' mit einem Israeli!"

Während andere Mitmenschen, darunter auch nicht zu knapp Kabarettisten, schon mal auf dauerechauffierenden Wutbürger machen, andere hingegen sich fragen, ob das auch korrekt ist, ob man dieses sagen, jenes machen darf, ist der Ansatz Deusers gänzlich anders. Er tritt kaum einmal als Oberlehrer auf, sondern knöpft sich die ihm nicht fremde, aber selbst unangenehme Tendenz, Dinge schwärzer zu sehen, als sie sind, gründlich vor. Die Jugend, über die immer hergezogen wird, sei doch gar nicht so doof. "Immer mehr Jugendliche schreiben Pisa nicht mehr mit zwei ,z'", freut er sich und entlarvt die Pseudo-Wut über aufgebauschte Probleme im Land als das, was sie ist: lächerlich. Wenn es etwas gibt, was im Land zu verbessern ist, dann vielleicht, dass es einstellige Pin-Nummern für Rentner geben sollte. Der Rheinländer ermuntert die Zuhörer dazu, einfach mal Mut zu zeigen, einfach mal ohne Navi sein Ziel zu erreichen suchen. Ist natürlich schwierig in einem Land, in dem die zwei wichtigsten Fragen lauten: "Wer ist schuld?""Und wo können wir ihn anzeigen?"

Nun ist es durchaus nicht so, dass Deuser nicht auch mal einen Blick auf die Politik werfen würde. So ätzt er über Seehofers Mautpläne, freut sich über den nachhaltigen Pazifismus, den die Bundeswehr mit ihrem maroden Waffenarsenal betreibt. Viel mehr Anregungen für sein Programm bezieht er jedoch aus den großen und kleinen, den traurigen und lustigen Momenten des Lebens. Woran man merke, dass der Alterungsprozess einsetzt? Man mutiert zum Rotweintrinker, weiß plötzlich, was ein Sommelier ist, während man früher dachte, das sei ein kleiner Mann aus Somalia.

Deuser (der einst die legendäre Sendung "NightWash" produzierte und moderierte und sich selbstkritisch fragt, ob bei ihm nicht von "Comedy-Tourette" zu diagnostizieren sei) zeigt ein ums andere Mal, dass er sich auf Wortwitz versteht, ist sich aber auch für einen guten Kalauer nicht zu schade. Beispiel: "Was ist der Unterschied zwischen einer russischen Hochzeit und einer russischen Beerdigung?" Antwort: "Exakt ein Betrunkener weniger!" Gut, korrekt war das jetzt nicht, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, heißt es bekanntlich. Und Deuser wagt es halt, weshalb ihn auch so viele mögen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.10.2014

Christian Ruf

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