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Kein Platz für Romantik: Dresden lässt „Liebesschlösser" an Brücken rigoros entfernen

Kein Platz für Romantik: Dresden lässt „Liebesschlösser" an Brücken rigoros entfernen

„Robert liebt Anne", „Nick und Jana für immer und ewig" oder auch nur „P+L" - immer mehr Vorhängeschlösser mit derartigen Aufschriften finden sich an deutschen Brücken.

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Der romantische Brauch zweier Verliebter: Eines von vielen Vorhängeschlössern am Geländer des Blauen wunders. Die Stadt lässt die Schlösser allerdings regelmäßig entfernen.

Quelle: Dominik Brüggemann

In Chemnitz - wie auch in vielen anderen Städten - werden neuerdings diese besonderen Liebessymbole toleriert. Dresden hingegen lässt die Schlösser, die sich vor allem am Blauen Wunder und an den Aufgängen zur Augustusbrücke finden, entfernen.

2009 sei der Brauch das erste Mal in der Landeshauptstadt aufgefallen, teilte die Verwaltung auf Anfrage von DNN-Online mit. Die kleinen Liebesbeweise werden allerdings von der Brückenaufsicht im Rahmen regelmäßiger Kontrollen immer wieder entfernt. Grund seien die braunen Spuren, welche die schnell rostenden Schlösser hinterlassen. Zudem würden die Riegel den Bauwerken schaden, weil sie durch die Vibrationen der Geländer infolge des Verkehrs schnell den Rostschutz durchscheuern, so die Stadtverwaltung.

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Seit 2009 taucht die Idee in Dresden immer wieder im Stadtbild auf.

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Die Idee mit den Schlössern findet inzwischen in immer mehr deutschen Städten Anhänger. Dabei befestigen Paare ein mit ihren Namen oder Initialen geschmücktes Vorhängeschloss an einer Brücke. Anschließend werfen sie den Schlüssel in den Fluss. Das Ritual soll ewige Liebe beschwören, wie einst in Baumrinde geritzte Herzen.

In Chemnitz beispielsweise werden die Schlösser inzwischen toleriert. „Wir wollen der Romantik nicht im Wege stehen", sagte Rathaussprecherin Katja Uhlemann. In Köln ist diese Art, sich die Liebe zu beweisen, besonders beliebt: Mittlerweile schmücken Liebesschlösser mit einem Gesamtgewicht von rund zwei Tonnen eine Eisenbahn- und Fußgängerbrücke in der Stadt am Rhein. Auch dort war man zunächst skeptisch gegenüber dem romantischen Brauch.

Die Deutsche Bahn, Eigentümerin der Brücke, wollte ursprünglich alle Schlösser entfernen, da sie sich um die Stabilität der Brücke sorgte. Seit April dieses Jahres steht jedoch fest: Die vielen Schlösser dürfen bleiben. „Dieses Gewicht trägt das 24.000 Tonnen schwere Bauwerk mit Leichtigkeit", meint Karl-Heinz Schorn von DB-Netz.

Richtig populär wurde die Idee als Zeichen dauerhafter Verbindung 2006 durch den Roman „Ich steh auf dich" des italienischen Schriftstellers Federico Moccia. In Rom war das Aufhängen der Liebesschlösser vorübergehend verboten worden, nachdem eine Laterne unter ihrem Gewicht zusammenbrach.

Leonie Born / dpa

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