Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Kein Kuschelrock in Dresden - Atze Schröder lieferte allerlei Tipps

Kein Kuschelrock in Dresden - Atze Schröder lieferte allerlei Tipps

Politiker, Sportler, Schauspieler - es mangelt nicht an Promis, die fremdgegangen sind. Aber auch Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher nehmen es - die Statistiken sind ziemlich eindeutig - mit dem sechsten Gebot nicht so genau.

Voriger Artikel
Schauspielerin Tanja Schumann im DNN-Gespräch: "Ich bin keine Cindy aus Marzahn"
Nächster Artikel
„Tussipark“ mit Jeanette Biedermann: Der einstige GZSZ-Star gastiert bis Ende Mai an der Comödie Dresden

Erotik irgendwo zwischen Currywurstessen und Porschefahren: Atze Schröder.

Quelle: Andre Kempner

Die Verführung lauert überall: Gut gebaut und auch sonst sexy an der Hotelbar, zuckersüß und kalorienlastig im Regal in der Kaufhalle oder rassig-röhrend beim Autohändler. Wer wüsste das nicht besser als Atze Schröder, die Karikatur eines Porsche-Maniacs mit Minipli, getönter Brille, hautengen Jeans und durch nichts zu erschütterndem Ego.

"Richtig fremdgehen" heißt das neue Programm, das er jetzt zweimal im Alten Schlachthof vorstellte, in dem die libidinöse Charmeoffensive aus Essen durch die Schlüssellöcher der verlotterten Republik schaut, falsche Versprechen entlarvt und die Laken der Sünde mal ordentlich durchlüftet. So deckt er auf, was man schon lang hätte wissen müssen: dass der ADAC der größte Swingerclub im Land ist, so wie der seit Jahren "aufbockt" und "abschleppt". Ein Moralapostel und Tugendbolzen ist Atze, der von sich gern behauptet "Nüchtern bin ich schüchtern, voll bin ich toll, nicht." Bei dem, der die Gebote der Körperpflege sträflich missachtet (vor allem Männer sind da angesprochen), wird "Fremdgehen zur Notwehr!", verkündet Schröder.

Eiserne Grundregel (neben der, "sich nicht erwischen zu lassen"): "Es muss sich lohnen." Alles hat seine Grenzen, auch das Schönsaufen. Sonst droht der Spott, Fragen von Kumpels wie "Dass du besoffen warst, haben wir gesehen, aber wo war der Moment, als du erblindet bist?" Aber nicht immer hat Schröder, als Macho mit Ruhrpott-Charme eine sich zäh haltende, aber doch aussterbende Spezies, Erfolg. Dann setzt es keinen "Kuschelrock am Eierstock".

Der Blick auf die Bundesregierung - doch, doch, hier und da wird der Comedian politisch - fällt zwiespältig aus. Angela Merkel geht sicher nie fremd. Die siebenfache Mutter Ursula von der Leyen ist da ein anderes Kaliber: "Die ist so fruchtbar, die wird den Pandas im Zoo als Video vorgespielt", ätzt Atze, bescheinigt ihr aber auch, dass sie es als Verteidigungsministerin geschafft hat, dass der Taliban wieder Angst hat. Und der Vizekanzler? "Das einzige, was bei Siegmar Gabriel hart wird, ist die Fastenzeit vor Ostern", lässt der Comedian zweideutig wissen.

Vorzugsweise liebt er es aber eindeutig. An frechen Bemerkungen und vielfach durchaus ideenreichen Umschreibungen für primäre Geschlechtsmerkmale ist - über und gern auch unter der Gürtellinie - kein Mangel. Da ist Schröder nichts Menschliches fremd. Das Vorspiel hat allerdings ein paar kleine abtörnende Längen. Nach der Pause kommen die Gags nicht mehr im Takt einer Maschinengewehrsalve, und die, die kommen, sind uralt. Aber schließlich wird die Sache wieder sexy. Konsequent wie inkorrekt arbeitet er sich an seinen Feindbildern ab, etwa Übereltern, die einem ständig unter die Nase reiben, wie hochbegabt ihre in einen Waldorf-Kindergarten gesteckten Bälger doch angeblich seien. Auch liefert Schröder den Beweis, dass Adam und Eva keine Chinesen waren. Wären sie es gewesen, sie hätten "den Apfel weggeschmissen und die Schlange frittiert".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.04.2014

Christian Ruf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr