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Katholische Kirche will Nepomuk auf der Dresdner Waldschlößchenbrücke

Katholische Kirche will Nepomuk auf der Dresdner Waldschlößchenbrücke

Neue Debatte in Sachen Waldschlößchenbrücke: Diesmal geht es nicht um das seit Jahren umstrittene Bauwerk selbst, sondern Kunst. Die katholische Kirche will die Elbquerung künftig vom heiligen Nepomuk vor Unheil geschützt wissen.

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Bekommt die Waldschlößchenbrücke einen St. Nepomuk?

Quelle: dpa

Der Stadtrat ist jedoch - wie bei dem Projekt seit Jahren - auch in dieser Frage uneins. „Er ist der klassische Brückenheilige und vielerorts in Deutschland vertreten“, sagte der Sprecher des Bistums Dresden-Meißen, Michael Baudisch, am Dienstag.

Die Diözese habe der Stadt eine mannshohe Skulptur des Johannes Nepomuk als Geschenk angeboten, für die der Künstler Einhart Grotegut einen Entwurf vorgelegt hat. Mit dem Vorschlag will sich die zuständige Kunstkommission der Stadt Dresden am Mittwoch beschäftigen, sagte Stadtsprecher Kai Schulz. Laut Medienberichten ist der Stadtrat gespalten: CDU und FDP sind dafür, Linke und Grüne dagegen. Die Verwaltung warte das Votum der Kunstkommission ab, das aber nicht bindend sei, erklärte Schulz.

Der seliggesprochene böhmische Priester Johannes Nepomuk (1350-1393) gilt als Schutzpatron der Brücken. St. Nepomuk-Statuen finden sich an vielen Brücken, auch in Deutschland. Die bekannteste steht in Bronze auf der Prager Karlsbrücke, von der Nepomuk einst in die Moldau gestürzt worden sein soll. Der Legende nach hatte ihn der Prager König Wenzel zuvor foltern lassen, weil der Priester ihm nicht verraten wollte, was dessen Gemahlin im Beichtstuhl gesagt hatte. Grotegut zitiert die Heiligenfigur als Schattenschnitt, so das Bistum. Die Skulptur soll in Cortenstahl ausgeführt werden. „Es ist ein modernes Material, das für verschiedene Zwecke benutzt wird, besonders haltbar und wetterbeständig ist und in der Oberfläche anrostet, was gleichzeitig Rostschutz ist“, erklärte der Künstler. Damit vermittle die geplante Skulptur, die rund zwei Meter messen soll, auch die Vergänglichkeit von Zeit. Das Bischöfliche Ordinariat rechnet mit Kosten in fünfstelliger Höhe.

„Bisher gibt es in Sachsen nur in Schirgiswalde eine Nepomuk- Figur“, sagte Baudisch. An oder auf der dann neunten Flussquerung über die Dresdner Elbe könnte der Heilige auch für die Verbindung der Stadt nach Prag und Tschechien stehen. „Als Platz vorstellbar wäre ein Brückenaufgang.“

Die Waldschlößchenbrücke wird seit November 2007 gebaut. Ihre Stahlkonstruktion überspannt die Elbauen auf 636 Metern Länge, auch Zufahrten und -tunnel sind in der Bau-Endphase. Das Projekt war seit Jahren umstritten, die Unesco erkannte dem Dresdner Elbtal deswegen 2009 den Weltkulturerbe-Titel ab - ein bis dahin einmaliger Akt. Planungen und Prozesse hatten den Bau mehrfach verzögert und die geplanten Kosten von 137 Millionen Euro auf bis zu 182 Millionen Euro erhöht. Die neue Dresdner Straßenbrücke soll 2013 für den Verkehr freigegeben werden.

dpa

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