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Kaffee-Zubereitsarten im DNN-Test

Kaffee-Zubereitsarten im DNN-Test

Um sich fach- und sachgerecht auf den heutigen "Tag des Kaffees" vorzubereiten, haben die Koffein-Jünger in der DNN-Redaktion keine Mühen gescheut: Sie haben all jene Gerätschaften zusammengetragen, mit denen sie tagtäglich ihren Kaffee bereiten - und mit Mirko Mentner und Stephan Grumbt von "Konja Buna" zwei ausgewiesene Dresdner Experten in die Redaktion eingeladen.

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Die beiden haben Vor- und Nachteile von Melitta-Filter, 08-15-Kaffeemaschine, Vollautomat & Co. kritisch begutachtet. Redakteur und Kaffee-Junkie Heiko Weckbrodt hat mit ihnen die in elf Live-Experimenten bereiteten Türkentrünke verkostet - und konnte die Nacht danach nicht schlafen.

Es ist kurz nach 11 und ein Meer aus Glaskolben, Plaste, Porzellan und chromglänzenden Maschinen hat sich über den Konferenztisch ausgebreitet. Ich bin in der schnatternden Mitarbeiterrunde der Letzte, der seinen Vollautomaten auf die schwarze Tafel wuchtet. Grumbt fährt die Siebträger-Maschine hoch, die er von "Konja Buna" mitgebracht hat - keiner in der Redaktion nennt so ein Highend-Gerät sein Eigen.

"Inzwischen legen sich auch immer mehr Privatleute Siebträger zu", erzählt sein Kollege Mentner. Die Maschinen, die man sonst nur aus dem Italien-Urlaub kannte, seien für Privathaushalte in bezahlbare Regionen gerutscht: "So ein Gerät kriegen sie heute schon ab etwa 1000 Euro", sagt Mentner. Okay - da hab ich für meinen Vollautomaten seinerzeit mehr bezahlt.

Grumt hat das metallisch blitzende Teil im Retro-Look derweil auf Temperatur und Druck gebracht. Keiner kennt sich besser damit aus, schließlich ist er "Barista" - so nennt man in Espresso-Bars die auf die Zubereitung spezialisierten Profis. "Der erste Versuch gelingt so gut wie nie", sagt er und kippt eine Tasse nach der anderen in den Eimer für die Verkostungsreste. "So, jetzt haben wir's", brummelt er nach der vierten Tasse zufrieden und reicht mir die Probe. Ja, das ist edel - dafür verzichte ich sogar auf Milch und Zucker, um diesen Espresso pur zu genießen.

Danach gehen wir die gesamte Technik durch: Die Pad-Maschine, für die vor allem Komfort und Tempo sprechen, den Melitta-Filterträger, der seine Wurzeln in Dresden hat, die "French Press", bei der man nur den Stampfer nach unten drückt, den Vollautomaten, der auch Spezialitäten wie "Latte" drauf hat...

Recht neidisch blicken selbst die Profis auf eine Siphon-Apparatur, die unsere Wirtschafts-Kollegin von einem Portugal-Urlaub mitgebracht hat und wie eine Wasserpfeife aussieht. Als der Lampenöl-Brenner darunter angezündet ist und das kochende Wasser durch das Kaffeepulver drückt, wabern Rauchschwaden durch den Raum. "Wie in der Hexenküche", meint ein Zaungast.

Genießbaren Kaffee bekomme man aus den meisten Gerätschaften heraus, meint Mentner - nur das richtige Know-How müsse eben da sein. "Mit einer guten Siebträgermaschine erhalten Sie den perfekten Espresso, aber eben nur, wenn Sie die Bedienung drauf haben, sonst können Sie sich die Anschaffung sparen", ergänzt Barista Grumbt.

Das fange damit an, dass man die Kaffeebohnen frisch mahle. "Hier", hält mir Mentner einen Teller mit zwei brauen Pulver-Häufchen unter die Nase: Tatsächlich: Die eine Portion ist eben gemahlen und riecht wie eine frisch aufgebrochene Bohnen-Tüte. Der andere schoss vor 20 Minuten durch die Mühle und riecht nach - nichts.

Auch der rechte Mahlgrad - grober für die "French Press", mittlerer für Siphons, feiner für "Türkisch" - entscheide über den Genuss, betonen die Experten. Um diese und andere Feinheiten den Dresdner Genussmenschen nahe zu bringen, richten sie bei Konja Buna regelmäßig Kaffee-Kurse aus.

Und das Ergebnis unseres dreistündigen Verkostungs-Exzesses? Unter den Filter-Kaffees überzeugte vor allem die Aero-Press, bei der Wasser und Kaffeepulver per Hand durch einen Kolben gedrückt werden - ähnlich der French-Press, aber mit feinerem Filter. Bei den Maschinen setzte sich die Siebträger-Anlage an die Spitze, dicht gefolgt vom Jura-Vollautomaten - sie spielen ihre Stärken allerdings vor allem bei Espressi richtig aus und kosten ordentlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2012

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