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"Jetzt darf ich allein angeln gehen" - Junger Dresdner fischt gern an der Elbe

"Jetzt darf ich allein angeln gehen" - Junger Dresdner fischt gern an der Elbe

An einem lauen Sommerabend am Wasser sitzen, sich von Mücken zerstechen lassen und hoffen, dass nach stundenlangem Warten endlich ein Fisch anbeißt - so viel zum Klischee des Angelns.

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Anthony nutzt jede freie Minute, um an der Elbe angeln zu gehen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Für Anthony, einen 15- jährigen Schüler, ist es viel mehr als das. Seit drei Jahren ist er im Anglerverband Elbflorenz Dresden aktiv. Damit ist der junge Dresdner keine Ausnahme. In seinem Verein sind 45 Jungangler aktiv, bei insgesamt 250 Mitgliedern also fast jeder fünfte. Das seien so viele Jugendliche, wie in keinem anderen Angelverein in Dresden, erzählt der 15-jährige. "Meine Oma hat immer geangelt, ab und zu hat sie meinen Bruder und mich mitgenommen", antwortet er auf die Frage, wer seine Leidenschaft für das Angeln geweckt hat.

Irgendwann wollte der Jugendliche nicht mehr nur ab und zu angeln gehen, es sollte sein größtes Hobby werden. Anthony wollte mehr lernen und eine Ausbildung machen. Er kam zu dem Entschluss, in einen Anglerverein einzutreten. "Der Vater meines Freundes war beim 'Elbflorenz Dresden', ich bin auf ihn zugegangen und habe ihn darauf angesprochen, ob ich mal vorbeischauen kann." Ein Jahr lang ging er in ständiger Begleitung einer Aufsichtsperson mit Fischereischein und einem Erlaubnisschein für das Gewässer angeln. "Nach 30 Lehrstunden habe ich dann meinen Jugendfischereischein gemacht und jetzt darf ich allein angeln gehen", sagt er stolz. Diesen nutzt er jetzt in jeder freien Minute, um selbstständig an die Elbe zu ziehen. "In den Sommerferien gehe ich fast täglich angeln, in der Schulzeit jedes Wochenende. Mit meiner Angel fische ich meistens nur Karpfen aus dem Wasser", erklärt er. Außerdem sei Angelrute nicht gleich Angelrute, macht der Jungangler neugierig. Warum? Weil es für jede Fischart eine eigene gibt. Er selbst hat eine Karpfenrute. Vergeht einem da vor lauter Karpfenangeln nicht der Appetit? Anthony nicht. Er erklärt stolz, dass er jeden selbst geangelten Fisch auch wirklich isst.

Ein weiterer Punkt ist der derzeitige Wasserstand der Elbe und die drückend heißen Temperaturen. Als Laie könnte man meinen, dass es sich nicht lohnt, angeln zu gehen, aber der junge Dresdner weiß, dass es sich immer lohnt, an die Elbe zu gehen und die Angelrute auszuwerfen. "Die Elbe ist mit einer der artenreichsten Flüsse, es sind immer genügend Fische da, auch wenn es so heiß ist. Man muss nur den richtigen Zeitpunkt abwarten und dann geht es los." Der perfekte Zeitpunkt ist laut dem Dresdner am späten Abend oder in der Nacht. "Die Umgebung hat sich abgekühlt und das Wasser gibt Wärme ab, da können sich selbst die Fische entspannen. Außerdem ist es um diese Zeit auch angenehmer für mich."

Das macht gleich Freude darauf, selbst die Angelrute zu schwingen. Eine Möglichkeit zum Ausprobieren gibt es bereits morgen, zum zweiten sächsischen Junganglertag. Der steht unter der Organisation des Landesverbands Sächsischer Angler, dem etwa 40 500 Mitglieder in 620 Vereinen angehören. Im Fährgarten Johannstadt bekommen Kinder und Jugendliche verschiedene Angelmethoden vorgestellt, sie können Fragen stellen und die eigene Geschicklichkeit in einem Zielwerfen beweisen. Los geht es um 10 Uhr am Fährgarten, Käthe-Kollwitz-Ufer 23b.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.08.2015

Lina Zimmermann

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