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In Dresden gehen Kinder gemeinsam ins Museum und gestalten eigene kleine Kunstwerke

In Dresden gehen Kinder gemeinsam ins Museum und gestalten eigene kleine Kunstwerke

Paul kann es kaum erwarten. Der Siebenjährige darf gleich als Erster seinen Teil zum Gesamtkunstwerk beisteuern. Vorsichtig zurrt er seinen schwarz angemalten Rettungsring mit einem Seil an den Stühlen fest.

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Gemeinsam bauen die Kinder der Kita "musica" und des "Förderzentrums Sprache" mit selbst gestalteten Rettungsringen das Kunstwerk "Seelenfänger" der Bildhauerin Birgit Diecker (Mitte) nach. Unterstützt werden sie unter anderem vom Mimen Ralf Herzog (li.) und vielen weiteren Projektpartnern.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Benjamin Winkler

Dann dürfen auch die anderen Kinder ihre bunt gestalteten Schwimmringe anbringen.

20 Dresdner Kinder aus der Kita "musica" und dem "Förderzentrum Sprache" nutzten gestern die Möglichkeit zusammen mit der Berliner Bildhauerin Birgit Dieker im Albertinum ein Kunstwerk zu gestalten. Die Plastik nennt sich "Seelenfänger", das Original stammt von Dieker, ist um ein Vielfaches größer und steht seit 2010 in dem Museum an der Brühlschen Terrasse. Das Objekt zeigt einen riesigen Berg aus Rettungringen und Schiffstauen, es soll zugleich Leben, Tod und Vergänglichkeit darstellen. "Das hatte die Kinder besonders beeindruckt", sagt Tobias Heinemann, der Geschäftsleiter der Projektschmiede.

Heinemann gehört zu den Initiatoren des Projektes "über Kunst sprechen", das er gemeinsam mit Friedericke Altmann vom Verein "Kunstraum" und den Staatlichen Kunstsammlungen organisiert. Die Kunsttherapeutin Friedericke Altmann betreut seit sieben Jahren sonderpädagogische Projekte.

Seit August 2011 würden die Kinder der beiden Bildungseinrichtungen regelmäßig ins Museum gehen und die Ausstellungen erkunden, sagt Heinemann. Was die Fünf- bis Achtjährigen dort erleben, setzen sie dann künstlerisch in ihrer Kita-Gruppe oder Schulklasse um, schaffen eigene Werke oder bauen die von anderen großen Künstlern nach.

Fachliche Unterstützung kommt auch von Museumspädagogin Bianka Stübing und dem Mimen Ralf Herzog, der die Kinder in den Betreuungseinrichtungen besucht und den Knirpsen Übungen zur Körpersprache zeigt. "Mit dem Projekt wollen wir zum einen den Sprachschatz und zum anderen die Auffassungsgabe der Kinder erweitern", erklärt Heinemann. "Die Kinder sollen durch die Kunst lernen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen", ergänzt er. Zugleich leiste man mit dem Projekt auch einen kleinen Beitrag zur kulturellen Bildung. "Auch wir möchten die durch das Projekt zur Verfügung gestellten Möglichkeiten vertiefen", sagt Antje Leisner, die stellvertretende Schulleiterin des "Förderzentrums Sprache". Nach der Gruppenarbeit am "Seelenfänger" sollen die Kinder demnächst kleinere Einzelkunstwerke gestalten. "Man sieht ja", sagt Leisner, "wie viel Spaß es ihnen macht."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2012

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