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Haute Couture statt Altkleider - Dresdner Tafel veranstaltet Wohltätigkeitsbasar

Haute Couture statt Altkleider - Dresdner Tafel veranstaltet Wohltätigkeitsbasar

Dort wo sonst Bedürftige eine warme Mahlzeit erhalten und Kleiderspenden entgegen nehmen, zieht am 10. November für einen Tag die Haute Couture ein. In der Dresdner Tafel an der Zwickauer Straße 32 wird von 10 bis 15 Uhr Designerkleidung gegen Spenden abgegeben.

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Edith Franke präsentiert ihr Lieblingsstück - eine Ziegenlederjacke von Armani. Ein ganzer Kühlraum der Dresdner Tafel ist mit Designerklamotten gefüllt.

Quelle: Hauke Heuer

Ein Dresdner Rechtsanwalt hat Anfang des Jahres im Auftrag eines insolvent gegangenen Kaufhauses aus Baden-Württemberg über 5000 Mäntel, Taschen, Blazer und Anzüge an die Tafel gespendet. Massenhaft Markenware von Armani, Chanel oder auch Ralph Lauren lagert seitdem in einer großen Kühlkammer, die sonst mit Gemüse und Obst gefüllt ist. Die Bekleidungsstücke haben einen Marktwert von etwa einer halben Million Euro.

"Wir wussten zuerst nicht wohin mit der Bekleidung. Die Sachen passen nur schlanken Menschen, die nicht zu groß gewachsen sind. So kommt eine Verteilung an Bedürftige, die meist keine Modelmaße haben, kaum in Frage. Auch der große Wert der Bekleidung spricht dagegen", sagt die Vorsitzende der Dresdner Tafel, Edith Franke, während sie die schwere Stahltür öffnet, hinter der sich die wertvolle Spende befindet.

Reihenweise hängt hier der teure Fummel an Stangen unter Neonlicht. Ein Blick auf die Aufdrucke im Kragenfutter, die Labels von Gucci oder Prada tragen, verrät den Wert der Klamotten. Die meisten Sachen sind für Frauen geschneidert, aber eine umfangreiche Sammlung von Anzügen und Mänteln lässt auch die Herzen der modisch interessierten Männerwelt höher schlagen. "Viele Sachen sind sehr schön, einiges finde ich allerdings auch hässlich. Wertvoll ist die Bekleidung allemal", sagt Franke, die es wissen muss. Wie es der Zufall will, hat die Gründerin der Tafel und parteilose Landtagsabgeordnete nach der Wende für zwei Jahre in einem Modehaus gearbeitet und die Marke Valentino vertrieben.

Wir müssen sicher stellen, dass die Bekleidung nicht auf Ebay oder dem Flohmarkt weiter veräußert wird. Deshalb käme ein Verkauf im großen Stil nicht in Frage, so Franke. Zunächst versuchte sie, die wertvollen Klamotten an Dresdner Spender und Unternehmen zu veräußern, die schon vorher im Kontakt mit der Tafel standen. Doch das hat gerade einmal 700 Euro eingebracht. Der Wohltätigkeitsbasar am 10. November soll nun das Lager leeren und viel Geld für die anstehenden Weihnachtsfeierlichkeiten einbringen.

"Wir reichen die Bekleidung nur gegen Spendenzahlungen weiter und geben auch entsprechende Quittungen heraus", stellt Franke klar und fügt hinzu, "einzelne Stücke kosten auf dem freien Markt fast 1000 Euro. Wer sich so etwas sichern will, sollte uns schon ein Spendenangebot über 100 bis 150 Euro unterbreiten. Prinzipiell machen wir keine Preisvorschläge, sondern nehmen nur Gebote für Spenden an".

Wie viel Geld die Aktion bringen wird, kann Franke noch nicht einschätzen. "Jede Summe über 3000 Euro bringt mich zum Jubeln", sagt sie. Wofür genau das Geld ausgegeben werden soll weiß Franke schon. "Wir kaufen von dem Erlös Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder und bezahlen die Weihnachtsfeiern. Dass das Geld auch an einer anderen Stelle in der Tafel Verwendung findet, ist nicht ausgeschlossen", sagt Franke und ergänzt, "wir erhalten keine staatliche Unterstützung und finanzieren unsere Arbeit vollständig durch Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden, so dass wir für jeden Euro dankbar sind, den der Basar einbringt".

Die Tafel versorgt in ihren acht Dresdner Standorten 12 000 Menschen und beliefert 80 soziale Einrichtungen mit Lebensmitteln, die nicht mehr gebraucht werden. 120 ehrenamtliche Mitarbeiter und acht Angestellte arbeiten in dem Verein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2013

Hauke Heuer

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