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Gruselige Kostüme und spannende Einblicke bei Dresdner Mittelalter-Spektakel

Gruselige Kostüme und spannende Einblicke bei Dresdner Mittelalter-Spektakel

Das „Mittelalterlich Phantasie Sectaculum“ lockte am Wochenende zahlreiche Besucher in die Flutrinne im Ostragehege. Nicht wenige hatten sich selbst mittelalterlich kostümiert.

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Josephine Döring (li.) und Caroline Koch gefällt das Fest sehr gut.

Quelle: Stephan Hönigschmid

So auch die Brüder Udo und Mario Rümmler. „Wir treten heute als Knochensammler auf“, erzählte der 51-jährige Udo. Obwohl ihn auch der geschichtliche Hintergrund interessiere, habe er vor allem Freude an der Kostümierung. „Das ist eine schöne Möglichkeit, einmal den Alltag zu vergessen“, sagte er.

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Wer momentan die Flutrinne besucht, kann eine Zeitreise ins Mittelalter unternehmen. Bis Sonntag öffnet das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" seine Pforten.

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Zufrieden mit der Atmosphäre war auch sein Bruder Mario. „Ich bin zum ersten Mal auf dem Mittelalterfest in Dresden. Mir gefällt es gut, weil hier alles so relaxed ist.“ Er besuche regelmäßig Mittelalter-Veranstaltungen, mag aber auch Gothic-Treffen, betonte der 49-Jährige.

Mittendrin statt nur dabei waren die Cousinen Josephine Döring und Caroline Koch. „Wir arbeiten im Heerlager mit und zeigen den Besuchern, wie das Leben im Mittelalter einmal war“, sagte die 16-jährige Josephine Döring. Unter anderem buken die beiden auf ganz ursprüngliche Art und Weise Brot und stellten an einer Kordelmaschine ein Seil her. Ansonsten genossen sie das freundliche Miteinander auf dem Festgelände. „Alle sind sehr locker drauf. Man kommt hier sehr leicht ins Gespräch“, freute sich die aus Leipzig angereiste Caroline Koch. Sie habe bereits verschiedene Mittelalterfeste besucht und finde, dass in Dresden durch aus eine Menge geboten werden, so die 24-Jährige.

Eine Familiendarstellung einer thüringischen Sippe aus dem 7. Jahrhundert konnte man am Stand von Peter Ihde bestaunen, dessen mittelalterlicher Name „Goschi“ lautet. „Obwohl ich aus dem Vogtland komme, habe ich mir die Thüringer ausgesucht, weil die das Vogtland besiedelt haben“, sagte der 54-Jährige, der seit zehn Jahren Mittelalter-Feste besucht. Wer mit ihm ins Gespräch kam, der konnte eine Menge lernen, zum Beispiel, dass die bekannten Trinkhörner gar nicht regelmäßig zum Trinken benutzt worden sind. „Sie hatten mehr einen religiösen Zweck, um für eine gute Ernte zu beten. Zum Trinken nahm man normale Trinkschalen aus Ton“, so Ihde.

Und bei diesen könne man relativ gut herausgekommen, wo sie herstammen. „Die Schalen mit einem Wellenmuster sind meistens von den Slawen und die mit einem Zickzackmuster von den Thüringern“, erklärte der 54-Jährige. Dass er Freude daran hat, sich mit dem Mittelalter zu beschäftigen, merkte man ihm im Gespräch sofort an.

„Das Mittelalter verbindet alle Menschen, weil alle unsere Vorfahren so gelebt haben. Mich faszinieren vor allem die alten Handwerkstechniken.“ Er hoffe, dass das Mittelalter-Spektakel in Dresden noch viele Jahre stattfindet. „Auch wenn der Eintritt relativ hoch ist, wird doch eine Menge geboten. Vor allem die vielen Musikgruppen sind schön anzuhören“, bemerkte Ihde.

Fotos:

Christian Juppe

Stephan Hönigschmid

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