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Geocacher retteten lebensmüden Mann von Eisenbahngleisen

Geocacher retteten lebensmüden Mann von Eisenbahngleisen

Aus einem Nachtabenteuer wurde Ernst, aus einer modernen Schnitzeljagd eine Rettungsaktion, bei der die Retter selbst in Gefahr waren. Katharina Wolf (21), Willi Zwönitzer (24), Jürgen Freitag (26) und Simon Schneider (25) haben Ende Mai in Klotzsche einem Dresdner das Leben gerettet.

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Koordinaten und Fundorte sind Sache von Geocachern, in Klotzsche haben Katharina, Simon, Willi und Jürgen (v.l.) einen lebensmüden Mann auf den Eisenbahngleisen gefunden.

Quelle: Dietrich Flechtner

T., ein etwa 50 Jahre alter Mann, wollte sich nahe dem Gleisabzweig zum Flughafen vor einen Zug werfen. Die jungen Abenteurer haben den Zug gestoppt und den lebensmüden Mann in Sicherheit gebracht. Dafür haben ihnen gestern die Bundespolizei und die Deutsche Bahn AG gedankt.

Katharina, Willi, Jürgen und Simon sind sogenannte Geocacher. Das heißt, sie suchen mit Hilfe von Navigationsgeräten "Schätze", die eigens für diese Art von Abenteuern versteckt wurden und nach dem Finden und einem Eintrag in ein Fundbuch an derselben Stelle auch wieder versteckt werden. Besonders prickelnd ist diese Suche nachts, dann ziehen die Geocacher mit Stirnlampen und Taschenlampen los. In der Nacht zum 26. Mai hatte es das Quartett auf einen "Schatz" abgesehen, der nahe dem Gleisdreieck versteckt war, an dem die S-Bahn in Klotzsche zum Flughafen abbiegt. "Wir waren gerade dabei, die vorletzte Aufgabe bei der Schatzsuche zu lösen, da hörten wir eine Person wimmern", erinnert sich Willi Zwönitzer an jene Nacht. Ein Zug war gerade vorbeigefahren, die Uhr zeigte etwa 23.40 Uhr an. "Ich wäre am liebsten gar nicht da hin gegangen", sagt Katharina Wolf, ihr war unwohl bei dem Gedanken, was ihnen begegnen könnte. Die vier Geocacher nahmen ihren Mut zusammen und folgten den Lauten. Schließlich entdeckten sie T. "Er stand auf den Gleisen und sprach erst eine ganze Weile nicht mit uns", berichtete Willi Zwönitzer. Gemeinsam mit Katharina Wolf kümmerte er sich um den Mann, während Jürgen Freitag die Polizei alarmierte. Simon Schneider lief unterdessen auf den Gleisen los - in die Richtung, aus der der Zug kommen würde, vor den sich T. werfen wollte. "Ich sah einen Zug kommen, da legte ich meine Stirnlampe zwischen die Schienen und gab Signale mit der Taschenlampe", beschreibt der HTW-Student seinen Anteil an der Rettungsaktion. Der Zug, ein Güterzug, habe dann tatsächlich vor ihm gehalten. "Der Lokführer guckte aus seinem kleinen Fenster und fragte mich, was das soll." Inzwischen hatten seine Mitstreiter T. in Sicherheit gebracht, kurz darauf traf die Polizei ein. Ihr Geocache-Abenteuer haben die Vier danach noch beendet - nicht aus Neugier auf den "Schatz" im Wald sondern um sich abzulenken von den Gedanken, was gewesen wäre, wenn...

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2012

C. Springer

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