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Gebet und Fußball spielende Elefanten - Weihnachtsgottesdienst im Zirkuszelt in Dresden

Gebet und Fußball spielende Elefanten - Weihnachtsgottesdienst im Zirkuszelt in Dresden

Applaus gehört nicht in einen Gottesdienst. Und Fußball spielende Elefanten schon gar nicht! Die Ausnahme dieser Regel erleben die Dresdner jährlich beim Weihnachtsgottesdienst im Zirkuszelt auf dem Volksfestgelände an der Pieschener Allee.

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Fußball spielende Elefanten und Gebet - diese Gegensätze werden beim Weihnachtsgottesdienst unter dem Zirkuszelt in Dresden in eins gebracht.

Quelle: Uwe Hofmann

Zu dem von Stadtjugendpfarrer Georg Zimmermann geleiteten Gottesdienst gehört nicht nur ein Krippenspiel der Pfarrjugend, sondern traditionell auch ein Einblick auf ein paar der aktuellen Nummern des Dresdner Weihnachts-Circus’.

Da spielen die von Erwin Köplin-Frankello trainierten Elefantendamen Sandra und Citta Fußball. Außerdem beweisen die Elefantenkühe Köpfchen: Citta führt ihre Rechenkünste vor, während Sandra auf der Mundharmonika zu spielen weiß.

Artistin Claudia Bremlov nutzt dagegen ihre Beine geschickt für eine Show mit Jonglage- und Balance-Nummern. Dmitry Chernov nimmt die Hände für sein Spiel mit den in die Luft geworfenen Bällen. Ihre Auftritte glitzern, faszinieren, verblüffen. Zirkusband und Beleuchtungstechniker tun das ihrige, um die Glitzerwelt des Zirkus’ entstehen zu lassen.

Gut möglich, dass das Publikum im gut zu zwei Dritteln gefüllten Zirkuszelt vor allem deswegen gekommen ist. In jedem Fall prallen beim Gottesdienst im Zirkuszelt Gegensätze aufeinander, schließlich gehören auch Gebet, Predigt und fromme Lieder dazu. Um die Kluft zwischen glitzernder Attraktion und festlichem Ernst nicht allzu groß werden zu lassen, hat sich das Jugendpfarramt auch im gottesdienstlichen Teil um eine ansprechende Form bemüht, die auch den teils sehr jungen Besuchern gerecht wird.

In ihrem Krippenspiel, das durch die Zirkusnummern unterbrochen wird, verpacken die jungen Christen die Weihnachtsgeschichte in eine spielerische Hülle: Nacheinander entfernen sie alle Figuren einer lebenden Krippenszene. Ochs, Esel und die Hirten müssen als erste gehen, weil sie mit strengem Körpergeruch so gar nicht in die „Glitzerweihnacht“ passen. Am Ende liegt nur noch das Jesuskind in der Krippe.

Gelegenheit für Stadtjugendpfarrer Zimmermann zu erklären, warum jede Figur der Weihnachtsgeschichte ihre Berechtigung hat: Die Hirten, weil sie als Empfänger der Frohen Botschaft Platzhalter für jeden Menschen sein können, die drei Weisen aus dem Morgenland, weil ohne sie das Schenken zu Weihnachten wenig Sinn hätte. Die Engel schließlich, „weil sie die Geschichte erst eingerührt haben“, wie Zimmermann volkstümlich sagt.

Uwe Hofmann

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