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Ganz der Vater - Warum manche Tierbabys ihren Eltern wie aus dem Gesicht geschnitten sind und andere nicht

Ganz der Vater - Warum manche Tierbabys ihren Eltern wie aus dem Gesicht geschnitten sind und andere nicht

Manche Tierbabys sind ihren Eltern schon kurz nach der Geburt wie aus dem Gesicht geschnitten, andere sehen Mutter und Vater anfangs so gar nicht ähnlich.

Von Katrin Richter

Die ursprünglich aus Afrika stammenden Guereza-Affen im Prof.-Brandes-Haus beispielsweise kommen mit schneeweißem Fell zur Welt. Doch mittlerweile beginnen dem Anfang Mai geborenen Kerlchen graue Haare zu wachsen. Und wenn es groß ist, wird es ebenso aussehen wie seine zehn schwarz-weiß gezeichneten Verwandten mit den weißen, wehenden "Mänteln". Der Kleine lässt sich von allen weiblichen Guerezas im Gehege umhertragen. "Weiß ist eine Signalfarbe, die die anderen Familienmitglieder animiert, sich um den Nachwuchs zu kümmern", erklärt Volontär Thomas Brockmann die anfängliche Fellfärbung. Sie wecke den Beschützerinstinkt in den erwachsenen Tieren.

Dass die eigentlich in Zentral- und Südasien beheimateten Streifenentenküken ihren Eltern ähnlich sehen, lässt sich nicht behaupten. Mutter und Vater verfügen über zwei schwarzbraune Querstreifen an Hinterkopf und Nacken, haben ein silbergraues Gefieder sowie orangefarbene Schnäbel und Füße. Bei frisch geschlüpften Küken hingegen ist alles grau: Schnäbel, Füße, Federn. Zur Tarnung. Die Kleinen benötigen etwa acht Wochen, bis sich ihr graues Federkleid in das Gefieder verwandelt, das auch die Erwachsenen tragen.

Ein Beispiel dafür, wie sehr sich Eltern und Kinder voneinander unterscheiden können, ist auch der in Mittel- und Südamerika beheimatete Krötenlaubfrosch. Wie alle Frösche ist auch er zunächst als Kaulquappe unterwegs und macht binnen drei Wochen seine Metamorphose zum Jungfrosch durch. Der Schwanz wird kürzer, die Füße entwickeln sich. Eine große Zahl dieser Frösche ist seit kurzem in der Schauanlage im Terra- rium des Zoos zu sehen. Die mit zehn Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge relativ großen Laubfrösche legen ihre Eier in wassergefüllten Baumlöchern oder großen Blättern ab.

Bei den Watussis (ostafrikanische Hausrindrasse) ähneln die Kinder ihren Eltern von Anfang an. "Sie kommen auf die Welt und sind fertig, können nach wenigen Minuten schon laufen", sagt Brockmann. Nur die Proportionen fallen anders aus, der Kopf ist im Vergleich zum übrigen Körper recht groß. Gleiches gilt für die Augen. "Kindchenschema" nennt man das. Auch die Hörner müssen erst noch wachsen. Ein ausgewachsener Bulle bringt es auf eine Spannweite von zwei Metern und Hornumfänge von 50 Zentimetern. Auf der Anlage im Zoo leben der einjährige Bulle Rambo, der erst wenige Zentimeter lange Hörnchen sein Eigen nennt, zwei weitere Jungtiere namens Sekari und Sakina sowie drei erwachsene Weibchen.

Auch Maras sehen unmittelbar nach der Geburt schon aus wie Miniaturausgaben ihrer Eltern, sind also voll entwickelt. Diese in Argentinien beheimateten langbeinigen Geschöpfe aus der Familie der Meerschweinchen gehören zu den Nestflüchtern und müssen daher sofort mit der Mutter mitlaufen können. Ganz anders die Wanderraten: Als Nesthocker kommen sie blind, taub und nackt zur Welt, öffnen die Ohren erst nach drei und die Augen nach 15 Tagen. Die Härchen sprießen nach zehn Tagen.

Öffnungszeiten des Zoos: 8.30 bis 18.30 Uhr, Kassenschluss: 45 Minuten vor Schließung

Eintrittspreise : Erwachsene 10 Euro, Kinder (3 bis 16 Jahre) 4 Euro, ermäßigt 7,50 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern) 24 Euro; Jahreskarte: Erwachsene 29 Euro, Kinder 18 Euro, erm. 18 Euro

Internet : www.zoo-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2012

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