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Flächendeckend Müll im Großen Garten

Flächendeckend Müll im Großen Garten

Endlich Frühling! Doch er beschert uns neben grünen Wiesen und blühenden Blumen auch wachsende Müllberge. Sie beschränken sich zum Leidwesen von Stadt und Freistaat nicht nur auf offizielle Sammelbehälter, sondern "zieren" häufig genug die schönsten Ecken.

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Noch in der vergangenen Woche war der Große Garten weitgehend müllfrei - nach dem Dynamo-Spiel gab es dann gleich wieder Dreckecken.

Quelle: Martin Förster

Von Genia Bleier

So wird im Großen Garten flächendeckend Müll aller Art liegen gelassen, teilen die Schlösser und Gärten Dresden auf Anfrage mit. Die grüne Oase ist das Abfall-Sorgenkind des Schlösserbetriebes.

Am meisten zu tun ist freitags nach dem Wochenmarkt an der Lingnerallee und nach Dynamo-Heimspielen. Letztere bescheren den Gärtnern, die andere Aufgaben als Müllsammeln haben, Unmengen an Plastikbechern. "Weiterhin werden erhebliche Kapazitäten gebunden für die Beseitigung von Müll nach Picknicks, Grillfesten und ähnlichem auf den nicht zur Nutzung frei gegebenen Wiesen", betont "Schlösser und Gärten"-Sprecherin Gisela Ohme. Die allgemeine Achtung gegenüber einer historischen Anlage habe deutlich nachgelassen.

Im Zwinger, auf der Brühlschen Terrasse und in Pillnitz konzentrieren sich die Hinterlassenschaften der Spaziergänger immerhin in den und um die Papierkörbe. Sie quellen aber infolge von zu viel Einwegbechern und -verpackungen oft über, so Ohme. 28 Papierkörbe wurden an den innerstädtischen Besucherzentren Zwinger und Brühlsche Terrasse aufgestellt. Weitere plane der Staatsbetrieb nicht. In der Hauptsaison von April bis September werden die Abfallbehälter im Großen Garten und in Pillnitz zweimal wöchentlich geleert, im Zwinger und auf der Brühlschen Terrasse sogar zweimal am Tag. So viel tägliche Reinlichkeit kostet die Geschäftsstelle monatlich 2000 Euro.

Die Stadt Dresden unterhält auf ihrem Territorium insgesamt 3860 Papierkörbe. Nach Angaben von Stadtsprecherin Nora Jantzen werden in diesem Jahr 80 neue hinzukommen. 49 Papierkörbe sollen an zusätzlichen Standorten installiert werden. An 31 Plätzen werden die Abfallsammler ausgetauscht. Die bisherigen, nicht ortsfesten Modelle mit Waschbetonvorsatz sollen alle einer neuen Variante mit teilweise größerem Fassungsvermögen weichen. Dafür stehen dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft dieses Jahr 150 000 Euro zur Verfügung, 2011 waren es 75 000 Euro.

Neben den normalen 50-Liter-Papierkörben gibt es an den Zugängen zum Alaunpark fünf und am Neustädter Elbufer zwischen Augustusbrücke und Diakonissenweg jetzt zwölf Unterflurpapierkörbe mit einem Fassungsvermögen von je 800 Litern. Aber alle diese Angebote und weitere in Deponien und Sammelstellen reichen der bequemen Wegwerfgesellschaft nicht. So werden in öffentlichen Parks und Grünanlagen unter anderem gefüllte Gelbe Säcke, Gartenabfälle, Sperrmüll und Windeln entsorgt. Auch Spielplätze sind keineswegs tabu. Der meiste Müll sammelt sich in der Äußeren Neustadt und im Stadtzentrum an.

Vermüllte Spielplätze sind in der Regel solche ohne Zäune. Als Beispiele nennt Jantzen Spielplätze an der Berchtesgadener Straße, Vetschauer Straße, Gamigstraße, im Hugo-Bürkner-Park, am Seidnitzer Weg und in Randgebieten wie Luga, Jochhöh, Rähnitz und im Gewerbegebiet Coschütz. Die Reinigung erfolgt einmal wöchentlich. Besonders beanspruchte Spielplätze in der Neustadt oder an der Wallstraße werden auch mehrmals wöchentlich vom Müll befreit. Das sollte illegale Müllentsorger aber nicht etwa anspornen. Seitdem die Grünanlagensatzung im Januar 2011 in Kraft getreten ist, sprach das Ordnungsamt bereits 1009 Verwarnungen auf Spielplätzen und 400 Verwarnungen in Park- und Grünanlagen aus, weil gegen die Satzung verstoßen wurde.

Rund 128 Tonnen Müll kommen jährlich auf Dresdens Spielplätzen und in den Parks und Anlagen zusammen. Ihre Reinigung kostet über 1,8 Millionen Euro. Mehr als 800 Tonnen Abfall wurden 2010 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) aus städtischen Papierkörben entsorgt, nicht mitgerechnet illegal abgelagerte Abfälle von weiteren 640 Tonnen. Darunter waren auch Kühlgeräte, Fernseher, Feuerlöscher und jede Menge Fahrzeugreifen in die Landschaft drapiert. Eine Putzwoche kann da nur ein Auftakt sein und ein Appell an mehr Sauberkeit.

Dreckweg-Ruf 115 freigeschaltet

Zur "Aktionswoche Frühjahrsputz 2012", an der sich die Dresdner noch bis zum Sonnabend beteiligen können, hat die Stadt den "Dreck-weg"-Notruf freigeschaltet: Unter der "115" können Abfallecken gemeldet werden.

www.dresden.de/dreck-weg

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.03.2012

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