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Festumzug zum Jubiläum von Kreuzkirche, Chor und Gymnasium

800 Jahre in zwei Stunden Festumzug zum Jubiläum von Kreuzkirche, Chor und Gymnasium

800 Jahre alt sind evangelische Kreuzkirche, Kreuzchor und Kreuzgymnasium. Mit Konzerten, Podien, Gottesdiensten und einer „Tafelwoche“ wurde das bereits seit Februar gefeiert. Den spektakulären Höhepunkt des Jubiläumsjahres indes haben sich die Veranstalter für den 21. August aufgespart.

Eines der Bilder im Festzug „Kreuzgang“: Männer in Kostümen der Barockzeit tragen in einer Sänfte einen Kruzianer.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. 800 Jahre alt sind evangelische Kreuzkirche, Kreuzchor und Kreuzgymnasium. Mit Konzerten, Podien, Gottesdiensten und einer „Tafelwoche“ wurde das bereits seit Februar gefeiert. Den spektakulären Höhepunkt des Jubiläumsjahres indes haben sich die Veranstalter für den 21. August, das Wochenende des Stadtfestes, aufgespart: In einem großen Festumzug durch die Altstadt, „Kreuzgang“ genannt, soll die Geschichte der drei miteinander verbundenen Institutionen in 26 Bildern dargestellt werden. Gestern gaben die Organisatoren Details bekannt.

Anderthalb Kilometer lang soll der bunte Zug sein, etwa zwei Stunden dauern, 800 Mitwirkende gestalten ihn. Starten soll er 11.45 Uhr auf dem linkselbischen Parkplatz unterhalb der Carolabrücke. Eine Viertelstunde später wird nahe der Augustusbrücke ein Ereignis nachgestellt, das dem Ganzen den Namen gab hat und als Legende überliefert ist: Um 1280 soll ein Kreuz aus Böhmen auf der Elbe hergetrieben sein. So wie damals wird es aus dem Fluss gefischt und in einer feierlichen Prozession zur Kreuzkirche getragen.

Durch Dokumente verbürgt ist das nicht. Historiker Karl-Heinz Blaschke hat wiederholt darauf verwiesen. Dass die einstige Nikolaikirche einen neuen Namen erhielt, verdankt sie einer Reliquie, einem angeblichen Splitter vom Kreuz Christi, der 1234 mit Constantia von Österreich nach Sachsen gelangte, der späteren Gemahlin von Markgraf Heinrich dem Erlauchten. 1388 wurde der Sakralbau dann als „Kreuzkirche“ geweiht.

Doch schöner darstellen lässt sich einfach jene „Heimholung“ des Kreuzes. Studenten der Hochschule für Bildende Künste haben es nachgebaut. Musikalisch begleitet wird die Bergung von 150 Posaunenbläsern auf der Brühlschen Terrasse und Kruzianern auf einem Schiff. Dann erst formiert sich der Festzug mit dem Kreuz an der Spitze.

Hinten um das Italienische Dörfchen herum, am Theaterplatz vorbei, über den Postplatz, die Wilsdruffer entlang geht es zum Altmarkt. Dort ziehen alle Darsteller in die Kreuzkirche ein und nehmen im Kirchenschiff Platz. Noch einmal erklingt dann nacheinander, was sie an Musikstücken auf dem Kreuzgang dargeboten haben. Alle anderen Besucher werden hinauf auf die Emporen geleitet. Wenn alle drin sind, beginnt eine ökumenische Kreuzandacht.

Festwagen, Kutschen, Oldtimer mit kostümierten Darstellern werden an den Zuschauern vorbeiziehen. In ihren Bildern wollen sie markante historische Punkte lebendig werden lassen - angefangen im späten Mittelalter über Reformation und Renaissance, Dreißigjährigen Krieg, Barock, Biedermeier, 19. Jahrhundert, Goldene Zwanziger, Zweiter Weltkrieg, Neuanfang und Wende bis in die Gegenwart.

Ein besonderes Bild ließ Hauptorganisator Joachim Schlese den Journalisten schon einmal vorführen: Eine Sänfte aus der Barockzeit, in der zwei kräftige Männer in Kostümen einen kleinen Kruzianer tragen. Mathilde wiederum, Herzogin von Sachsen, Schwester des letzten sächsischen Königs August III., soll den Beginn des 20. Jahrhunderts verkörpern.

Die Schüler des Kreuzgymnasiums sind alle eingespannt. Auf drei Wagen stellen sie zuerst die historische Schule mit Mysterienspielen dar, dann eine Szene aus der Wendezeit, schließlich mit den Kruzianern Gegenwart und Zukunft. Andere Kreuzschüler, kenntlich an T-Shirts, wollen für einen Euro die Broschüren verkaufen, in denen beschrieben ist, was die einzelnen Bilder darstellen.

Rund 60 000 Euro kostet der Festzug. Bewusst ist er besonderer Teil des Stadtfestes, wie Christian Behr sagte, Superintendent des Kirchenbezirks Dresden Mitte. „Wir wollen möglichst viele Menschen mit unserer Geschichte in Berührung bringen, die sie noch nicht kennen.“

Von Tomas Gärtner

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